Hersteller_PRS Gitarre
Test
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25.08.2014

Praxis

Die Brent Mason Signature klingt wesentlich höhenreicher als alle PRS-Gitarren, die ich bisher gespielt habe. Besonders in der Zwischenposition von Steg und mittlerem Tonabnehmer kommt man dem silbrigen Stratocaster-Ideal schon recht nahe.

Grundsätzlich darf man nicht vergessen: Bei dieser PRS handelt es sich um ein Signature-Modell, das auf die Bedüfnisse seines Paten abgestimmt wurde! Und da Brent von der Tele kommt, orientieren sich die gelieferten Sounds naturgemäß eher in Richtung Fender, als in Richtung PRS oder Gibson.

Der eine mag es, der andere bevorzugt eher einen weicheren und mittigeren Ton. Deshalb sollte man vor einem etwaigen Kauf am besten beim freundlichen Musikalienhändler verschiedene PRS-Modelle miteinander vergleichen und so auf seinen eigenen Stil abstimmen.

In meinem ersten Soundbeispiel hört ihr alle Pickupkombinationen mit cleanem Gitarrenamp, dazu gehören auch alle Split-Einstellungen.

Die Reihenfolge: Steg SC, Steg HB, Steg SC/Mittelpickup, Steg HB/Mittelpickup, Mittelpickup alleine, Mittelpickup/Hals SC, Mittelpickup/Hals HB, Hals SC, Hals HB. Der Unterschied zwischen Humbucker- und Singlecoilmodus am Hals ist im Gegensatz zum Stegtonabnehmer nur marginal wahrnehmbar, weil es auch kaum einen Lautstärkeunterschied gibt.

Der Stegpickup eignet sich besonders im Singlecoilmodus gut für leicht gesättigte Countrysounds. Die oberen Mitten sind präsent, ohne jedoch zu näseln, was diesem Soundideal entgegenkommt. Der Ton hat viel Twäng und einen knalligen Anschlag.

Im dritten Soundbeispiel folgt die Zwischenposition von Steg SC und Mittelpickup, die der Stratocaster zwar nahekommt, insgesamt aber etwas statischer und härter klingt Ich finde das aber völlig in Ordnung, denn schließlich will PRS keine Fenderkopie sein. PRS-Gitarren befinden sich konstruktionsbedingt in einer Zwischenwelt von Fender und Gibson und sowohl die etwas kürzere Mensur als auch das Korpusholz formen den Ton entscheidend mit.

Der mittlere Tonabnehmer ist etwas leiser und höhenreicher als die beiden Humbucker, und wenn er alleine im Einsatz ist, fällt er leider im Pegel leicht ab. Vielleicht ist man davon ausgegangen, das man ihn ohnehin immer nur in Kombination mit einem der beiden Humbucker verwendet. Sein Klang ist aber durchaus authentisch und eignet sich gut für funkige und bluesig-rotzige Sounds.

Kommen wir zu den High Gain Sounds. Wegen der ausgeprägten Obertonwiedergabe kann es mit viel Verzerrung schnell glasig werden, wenn man mit Presence- und Tone-Regler nicht aufpasst. An den Pickups kann das allerdings nicht liegen, denn beim Testen der PRS 408 war ich vom ausgeglichenen Sound dieser Tonabnehmer sehr angetan. Im folgenden Beispiel hört ihr zuerst den Stegpickup in der Singlecoilschaltung und anschließend im Humbuckermodus. Der Unterschied zwischen beiden Schaltungen ist zwar hörbar, aber bei Weitem nicht so groß wie erwartet, und nicht vergleichbar mit einem gewöhnlichen splitbaren Humbucker. Der Ton bekommt in der Humbuckerschaltung etwas weichere und fettere Mitten.

Hier noch ein solistisches High Gain Audiobeispiel mit dem Steghumbucker und etwas weniger Treble und Presence am Gitarrenamp. Beim Solieren mit High Gain habe ich es persönlich lieber etwas mittiger und weicher, weil der Ton dadurch sahniger wird und ein besseres Sustain entwickelt.

Der Halstonabnehmer klingt durchsichtiger und gleichzeitig eine Spur bluesiger als sein Kollege am Steg. So bleibt der Ton auch bei sehr hohen Gaineinstellungen relativ klar.

Auch hier hört ihr wieder zuerst den Singlecoilmodus und ab der Hälfte die Humbuckerschaltung. Der Unterschied ist dabei noch geringer als beim Stegtonabnehmer, der Ton zeigt sich aber mit etwas weicheren Mitten, wenn man den Humbucker aktiviert.

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