Gitarre Hersteller_PRS
Test
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10.03.2019

Praxis

Der 57/08 verfügt eindeutig über die typischen Charakteristiken der legendären PAF-Pickups. Der Output ist für einen Humbucker nicht sonderlich stark, aber verglichen mit dem Gibson Classic 57 hat der PRS-Tonabnehmer einen etwas kräftigeren Ton, der die Amp-Vorstufe bei härterem Anschlag eine Nuance früher zum Übersteuern bewegen kann als der Gibson-Pickup. Das hört man vor allem im zweiten Beispiel, in dem ein harter Anschlag einen saftigen Crunch-Sound generiert. Die Übertragung der Anschlagsdynamik funktioniert bei beiden Pickups hervorragend, jede Nuance - egal, ob Position, Pickhaltung oder Anschlagstärke, wird mit der entsprechend veränderten Klangfarbe an den Amp weitergeleitet. Je nach Zerrgrad und Anschlag kippt der Ton recht schnell in die Obertöne und auch bei Pinch-Harmonics zeigen sich die Tonabnehmer sehr wohlwollend: Quietsch-Töne mit Leadsound für expressives Spiel lassen sich problemlos realisieren. 

Mit unserer Test-Les Paul ließ sich der Klang auch recht gut über das Volume-Poti an der Gitarre entzerren, es sind also alle Spielereien möglich, die man von den typischen Vintage-Style-Pickups erwartet. Klanglich liefert der Hals-Pickup einen recht warmen Ton, der aber - wieder verglichen mit dem Gibson Classic 57 - etwas mehr Höhen bietet und dadurch einen klareren Klang im Angebot hat, der sich mitunter bei Cleansounds auch noch eine Ecke besser durchsetzen kann. Der Hals-Pickup kommt mit einem etwas kräftigeren Tiefmittenbereich, der vor allem bei den Mid- und High Gain Sounds für ein sattes Fundament sorgt, das aber immer noch im Frequenzkeller aufgeräumt klingt. Darüber hinaus liefern beide Pickups ordentliches Sustain und punkten mit einer akkuraten Saitentrennung. In Beispiel 7 ist das gut zu hören, wo am Ende im Zerrgewitter jeder einzelne Saitenanschlag klar zu erkennen ist.

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