Test
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28.10.2015

Praxis

Zunächst steht ein Trockentest mit einem Live-Mitschnitt auf dem MacBook Pro an. Eine PA gibt den virtuellen Soundcheck wieder, den wir per UC abmischen. Erfreulich, dass sich auf dem MacBook Studio One und die UC gleichzeitig nutzen lassen.

Pro Kanal lässt sich das Eingangssignal auswählen, wobei das Routing immer „eins zu eins“ ausfällt. So lässt sich beispielsweise auf Kanal 17 nur XLR-Eingang 17 oder Firewire-Kanal 17 wählen. Das gleiche Eingangssignal auf zwei oder mehrere Kanäle zu splitten (z. B. für Monitoranwendungen) ist nicht möglich.

Kanäle können mit der Link-Funktion zusammengefasst werden, allerdings nur gerade auf ungerade Kanalzahlen. Gain, Polarität und Phantompower müssen weiterhin für jeden Kanal individuell verwaltet werden. Schön ist, dass zwei gelinkte Kanäle zu einem Fader zusammengefasst werden, das zweite Exemplar wird ausgeblendet.

Alle Mixtools (EQ, Gate und Kompressor) liegen im Direktzugriff, lassen sich intuitiv bedienen und erzielen rasch gute Ergebnisse. Bei der iPad-App stört ein wenig, dass der eigene Finger die Mic-Gain-Anzeige beim Einstellen verdeckt, ansonsten funktioniert die Touch-Bedienung prima. Nachahmenswert ist die A/B-Funktion des Channelstrips: Pro Kanal lassen sich zwei Einstellungen in EQ und Dynamics vornehmen und dann per A/B-Taste vergleichen.

Der EQ besteht aus einem durchstimmbaren Low-Cut (bis 1 kHz) und vier vollparametrischen Bändern. Bass- und Höhenband besitzen einen zusätzlichen Shelving-Modus, einen Hi-Cut sucht man indes vergebens. Die einzeln EQ-Bänder sind nicht voll durchstimmbar, so reicht das Low/Mid-Band von 90 Hz bis 1200 Hz. Hat man sich einmal darauf eingestellt, ist das jedoch kein großes Problem.

Durch das Erstellen von Filter DCAs lässt sich der Mixer genial einfach personalisieren, da sich weniger wichtige Kanäle elegant aus der Ansicht entfernen lassen. Die Effektsignale für einzelne Kanäle schickt man über den jeweiligen Effektbus in die FX-Einheit. In der gleichen Art werden auch Monitorsignale in die Mixbusse geschickt. Diese lassen sich natürlich pre/post schalten und besitzen das gleiche Prozessing (EQ und Dynamics) wie ein Eingangskanal, darüber hinaus finden wir in den Mixbussen 1 bis 12 zusätzlich noch 31-Band-GEQs.

Die grafischen EQs lassen sich auch auf den Summenausgängen und dem separaten Mono-Out aktivieren, wobei der Summen-GEQ nicht auf dem Phones-Ausgang funktioniert, sondern nur auf den XLR-Outputs. Der Kopfhörerausgang spielt wahlweise den Summenmix oder den Solobus aus, was besonders im Studio ebenso praktisch sein dürfte wie die Möglichkeit, letztgenannten von PFL auf "solo in place" umschalten zu können.

Die vier Effekteinheiten bieten solide Hausmannskost (siehe Hörbeispiele) aus der Abteilung Hall und Delay. Modulationseffekte sucht man vergebens. Bei den Inserts lässt das RM32AI dann die Hose runter: Es gibt schlicht und ergreifend keine!

Sound

Die Klangqualität ist sehr gut, die Sampling-Rate von 96-kHz und die Burr-Brown-Wandler tragen ihren Teil hierzu bei. Sehr rauscharm und transparent tönt es aus unserer Test-PA. Im Vergleich zu einem StudioLive Pult der ersten Generation ist der Unterschied hörbar, im Studio dürfte er noch deutlicher ausfallen.

Es zeigt sich, dass PreSonus eine Menge Gehirnschmalz in die UC-Software investiert hat. Sie ist einfach zu bedienen und bietet einen guten Funktionsumfang. Die Meteranzeigen für sämtliche 32 Kanäle liegen stets im Blickfeld, alle Funktion sind am richtigen Ort. Musiker, die über die Q-Mix App ihren eigenen Monitorsound fahren, lassen sich behelfs Geräteberechtigung auf ihren eigenen Monitorweg festnageln. So verhindert man, dass die Musiker wichtige Settings versehentlich verstellen.

Schnelles Copy & Paste von Kanaleinstellungen oder ganzen Mixen wurde ebenfalls implementiert. Nur die Netzwerkanbindung hat uns an den Rand der Verzweiflung getrieben. Als der Autor am folgenden Tag das Setup wieder in Betrieb nehmen wollte, konnte er keine Verbindung zwischen den Laptops und dem RM32AI herstellen. Was war passiert?

Die UC besitzt einen Autostart-Modus, der die Software automatisch startet, wenn der Laptop hochfährt. Gute Sache. Allerdings erfolgt die Vergabe der Netzwerkadresse mittels DHCP. Booten nun RM32AI und Laptop schneller als der Router, setzt das RM32AI selbst eine IP-Adresse und wird im ungünstigstem Fall nicht mehr im Netzwerk erkannt. Also: Zuerst den Router hochfahren und dann den Rest. Im Live-Betrieb ist eine USV daher eine wertvolle Lebensversicherung.

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