Hersteller_Presonus DAW Software
Test
10
25.02.2012

FAZIT
(4.5 / 5)

Bei Presonus Studio One 2 scheint auf den ersten Blick alles ein bisschen kleiner und weniger umfangreich zu sein als bei den etablierten Konkurrenten. Aber wo es einen ersten Blick gibt, kann auch der zweite nicht weit sein: One´s Vorteil besteht eindeutig darin, dass man sich einfach und schnell zurechtfinden kann und somit der übliche Produktionsfluss (oder in Marketingdeutsch: “Deine Kreativität!”) nicht behindert wird. Presonus haben Studio One 2 geschickt auf dem Markt positioniert, direkt zwischen den notorischen Funktionsmonstren auf der einen und den krüppeligen Ultralight-Versionen und Babyprogrammen auf der anderen Seite. Professionell in jeglicher Hinsicht, aber einfach zu durchschauen, schnell zu lernen und nicht durch zu starke Restriktionen gebremst.

Ich vergleiche es mit einer Küche: In einer Pantry-Küche mit Dosenöffner, zwei Paar Besteck, je zwei Gläsern, Tassen, Untertassen, großen und kleinen Tellern, einem Topf und einer Pfanne, Salz, Pfeffer und Pizzaschneider wird man immer sofort alles finden und schnell zur Tat schreiten können. Eine Gourmetküche sollte schon enorm gut geplant und überlegt eingerichtet worden sein, damit der Mini-Zestenreißer, Austernöffner, die 18cm-Kupfersauteuse (“Nein! Nicht die mit der Zinnbeschichtung, die andere!”), der ungemahlene Piment und die ganz lange Spicknadel gefunden werden können, bevor das Essen eigentlich schon fertig sein sollte. Studio One 2 geht einen Mittelweg - und zwar den wirklich goldenen. Vergoldet wird er durch intelligente Reduktion der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, wodurch eine hervorragende Balance zwischen  Konfigurierbarkeit und Übersicht entsteht. Das auf Ballast verzichtende Programm ist dennoch üppig genug ausgestattet, um damit umfangreiche Produktionen zu fahren. Gut, wer als Frickler seine IDM-Songs damit bauen will, sollte auf andere Software zurückgreifen, wer sich an eine enorme Werkzeugauswahl gewöhnt hat, ebenso. Für 99,8% der Aufgaben im Produktionsalltag ist One aber gewappnet. Das File- und Object-Handling ist grandios, und weil das Programm weitestgehend selbsterklärend ist, eignet es sich für Ein- wie für mögliche Umsteiger gleichermaßen. Ich möchte also jedem dazu raten, sich die DAW einmal anzusehen! Und: Melodyne als Editor, das gibt es bislang nur einmal!

  • Pro
  • gute Performance
  • Bedienbarkeit
  • Editing-Schnittstelle
  • viele Kleinigkeiten, die einen einfachen, schnellen Produktionsablauf ermöglichen
  • Preis
  • Contra
  • geringere Funktionalität im Vergleich zu den etablierten DAWs
  • Technische Spezifikationen
  • DAW/Sequencer
  • 64Bit-Enigne (Audioverarbeitung 32Bit-FP)
  • AU, VST, Melodyne-Editing (M. Essential enthalten)
  • incl. Effekt- und Instrumenten-Plug-Ins, darunter Faltungshall und Amp-Simulation
  • Mastering-Bereich integriert
  • Sound-Cloud-Anbindung
  • ASIO/CoreAudio
  • OS X ab 10.6.8, WIN XP & Vista
  • Preis Vollversion Professional: € 399,-(UVP)
  • Preis Upgrade Professional von 1: € 299,-(UVP)
  • Preis Vollversion Producer: € 199,-(UVP)
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