Software
Test
10
24.12.2018

Praxis

Software-Integration

Zuerst registriere ich Atom auf der Hersteller-Webseite. Dort werde ich darauf hingewiesen, dass für den reibungslosen Betrieb von Atom die neueste Version des Universal Controls erforderlich ist. Im Software-Paket ebenfalls enthalten sind die Artist Version von Studio One 4, eine ausführliche Betriebsanleitung in Englisch, das Soundpack MVP Loops Atomic Fuel sowie Lehrvideos, die den schnellen und leichten Einstieg in den Umgang mit Atom bieten sollen. 

Ich installiere Universal Control, den universellen Treiber von Presonus für all ihre Geräte, schließe dann Atom mittels USB-Kabel an und führe ein Firmware-Update durch. An der Farbe des beleuchteten Presonus Logos ganz oben bei Atom lassen sich die beiden Betriebsmodi ablesen. Sieht man ein grünes Licht, befindet man sich normalen MIDI-Modus. Ist das Logo blau, wurde durch das Starten von Studio One der gleichnamige Modus aktiviert.

Atom mit Studio One

Unter Studio One werden der Controller automatisch unter „Externe Geräte“ angelegt, alle Funktionen von Atom aktiviert und die Kommunikation zum Controller hergestellt. Nachdem ich mir mit den Lehrvideos einen Überblick verschafft habe, geht es los.

Tatsächlich sind alle Pads und Taster direkt belegt und funktionsfähig. Lädt man ein Plugin, steuert Atom dieses Plugin und man kann direkt über die Pads loslegen. Nutzt man zum Beispiel den internen Drum Sampler Impakt XT, steuern die 16 Pads von Atom logischerweise die 16 korrespondierenden Pads des Plugins. Nimmt man ein anderes Plugin wie zum Beispiel den internen Synth Mai-Tai, erzeugt man über die Drum Pads von Atom dann eben Töne, beim Drücken eines Pads verändert dieses die Farbe. So weit, so gut, das kennt man natürlich schon von anderen Controllern dieser Art. Aber Atom kann noch viel mehr.

Da kommen dann die seitlichen 20 Taster ins Spiel, über die sich weite Teile von Studio One steuern lassen. Drückt man zum Beispiel den Setup-Button, verändert sich die Farbe der Pads und die Funktion, die sich hinter ihrer jeweiligen Beschriftung versteckt, wird aktiviert. So lässt sich bequem vom Atom aus der Browser von Studio One öffnen und über den ersten Encoder dann schnell durch den Browser navigieren. Man kann dafür auch die sechs Knöpfe der Navigationssektion auf der linken Seite des Controllers verwenden: Up/Down sind selbsterklärend, Left/Right öffnet und schließt Ordner und macht die Presets eines Plugins dadurch sichtbar, Select wählt das gewünschte Plugin dann aus und öffnet es direkt. Mit dem Show-Hide-Buttons in der Instrumentsektion lässt sich die jeweilige GUI dann ein- und ausblenden. Das ist sehr komfortabel und macht ehrlich gesagt einen Riesenspaß!  

Durch die vier Buttons in der Transportsektion stehen Click, Record, Play und Stop zur Verfügung, was durchaus sinnvoll ist, falls man ohne weiteren Controller arbeitet. Wird Zoom gedrückt, steuern Up/Down und Left/Right dann die Höhe und Breite des Rasters im Arrangementfenster. Somit ist der Griff zur Maus erst einmal unnötig. Im Setup-Modus kommt darüber hinaus auch noch das Tempo zum Funktionsumfang der Encoder hinzu. Auf der linken Seite des Controllers finden wir in der Eventsektion ebenfalls zwei wichtige Taster: Editor und Nudge. Mit Ersterem kann man den Editor einer Spur öffnen, egal ob MIDI- oder Audiospur. Wird zusätzlich Shift gedrückt, schließt sich dieser wieder. Mit zuvor aktivierter Shift-Taste lassen sich durch den Nudge-Knopf MIDI- und Audio-Events sogar direkt über den Atom quantisieren. 

Mit den Up- und Down-Tastern navigiert man zwischen den Spuren, bei gehaltener Shift-Taste werden Spuren und Events markiert. Erneutes Drücken von Setup und danach Pad 9 dupliziert zum Beispiel alle markierten Events, die Drum Pads wurden also auch mit verschiedenen Funktionen belegt. Außerdem lassen sich im Setup-Modus acht Pads frei belegen, sodass jeder User seine wichtigsten Funktionen direkt im Controller hinterlegen kann.

Zurück im Editor eines MIDI-Events navigiert man mit Up/Down durch die einzelnen Töne eines Events, ist Shift aktiviert, werden mehrere Töne markiert. Diese lassen sich dann zum Beispiel über Left/Right im Event verschieben. Aber auch Veränderungen der Velocity sind direkt über den Atom möglich, wiederum ganz ohne Maus. Auch die vier Encoder sind bereits vorbelegt: In Impakt XT steuern diese zum Beispiel folgende Parameter des Plugins und des jeweiligen Sounds: Volume, Panning, Transpose und Decay. 

Zum Schluss seien noch zwei Features erwähnt. Der Atom lässt sich auch als Pattern-Editor verwenden, was man unter anderem auch von Native Instruments‘ Maschine kennt. Läuft ein Loop und ist ein Event dabei aktiviert, öffnet ein Klick auf den Editor-Button eine neue Funktion. Die 16 Drum Pads stehen dann für die einzelnen Pattern Slots, die bei einem Sechzehntel-Grid in einem 4/4-Takt entstehen, und funktionieren dann quasi wie ein Cursor. Das Pad für die Cursor-Position wird extra beleuchtet. So kann man an den Pads ablesen, wo man sich rhythmisch im Event befinden. Wir ein Pad dann berührt, wird das ausgewählte Instrument an diesem Punkt des Patterns aktiviert und erklingt dann beim nächsten Durchlauf des Loops eigenständig. So lässt sich der Atom auch wie eine alte analoge Drum-Maschine benutzen.

Das zweite Feature ist Note Repeat, das besonders für Hi-Hat-Rolls sinnvoll ist, wie man sie oft im Trap hört. Man wählt einen Drum-Sound aus, indem man ihn einmal anspielt und aktiviert den Note-Repeat-Button in der Mode-Sektion. Nun werden die unteren acht Pads gelb beleuchtet, ihre Beschriftung verrät den jeweiligen Notenwert. Jetzt muss für einen durchgängigen Sechzehntel-Rhythmus das Pad nicht ständig betätigt werden, der gewünschte Rhythmus wird automatisch durch das Drücken und Halten des Pads aufgezeichnet. Diese Funktion bietet Studio One schon seit Version 4 an, die Steuerung direkt über den Atom ist jedoch wesentlich komfortabler und geht auch um einiges schneller.  

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