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10.03.2017

Pioneer DJM-Tour1 Test

DJ-Mixer

Die Luxusklasse für Festivals und die DJ-Tour

Pioneer DJ hat mit der TOUR-Serie einen Mixer und CDJ im Produktportfolio, die für die großen DJ-Bühnen gedacht sind. Robust und solide verbaut, dazu professionelle Ein- und Ausgänge, das sind wichtige Grundvoraussetzungen on-stage, erst recht, wenn man sich vor Augen hält, dass ein komplettes TOUR-Setup mit vier CDJ-TOUR1 und einem DJM-TOUR1 sage und schreibe 24.995 Euro kostet. Wow! Heute nehmen wir den DJM-Tour1 Clubmixer zur Brust und berichten, was das Pult alles kann. 

Details

Pioneer DJM-TOUR1 ähnelt im Aufbau zwar in etwa dem DJM-900NXS2, neu gegenüber dem „kleinen Bruder“ ist allerdings die separate Cue-Sektion mit dem zweiten 6,3 Millimeter Kopfhöreranschluss an der Frontseite der Hardware. Sehr schön, denn somit können zwei DJs getrennt voneinander Kanäle vorhören und Songs beziehungsweise Effekte oder sogar externe Klangerzeuger vorbereiten, quasi Back-2-Back. Leider hat jedoch nur der an der Oberseite liegende Kopfhöreranschluss den doppelten Ausgang als Mini- und Standardklinke verabreicht bekommen.

Ebenfalls neu ist ein weiterer, fünfter Kanalzug mit Lautstärke-Fader. Hier können zum Beispiel externe Instrumente angeschlossen werden. Dieser Kanal ist obendrein Beat FX-fähig, verfügt aber über keinen Equalizer. Analoge AUX-Send/Return-Buchsen befinden sich beim TOUR1 auf der Oberfläche. Kein Problem also, mitgebrachte externe Effektgeräte schnell zu verkabeln. Was im Eifer des Gefechts bei einem schnellen DJ-Wechsel des Öfteren mal zu verheerenden Problemen führte, wie ein Herausziehen von falschen Kabeln bis hin zu ungewolltem Verschieben der Lautstärke-Fader bei dem Versuch, an die hinten liegenden Buchsen zu gelangen, ist nun passé. Hier hat Pioneer DJ mitgedacht, wobei ich denke, dass wir das dem großen Display zu verdanken haben, das ein schnelles Umstecken von Kabeln am TOUR1-Mixer während eines DJ-Sets kaum möglich macht.

Dazu kommt ein digitaler Aux-Weg via USB-Buchse, Typ-A. Dort könnt ihr – wie am 900NXS2 – diverse iPhone/iPad Effekt-Apps, zum Beispiel Pioneer DJ RMX-1000 für iPad, einschleifen oder Musik abspielen und zu eurem Hauptsignal mischen. DJM-TOUR1 besitzt zwei weitere USB-Ports für zwei Rechner, die per Eingangswahlregler über jedem Kanalzug zugeordnet werden. Somit rückt der Back-2-Back-Gedanke wieder in den Vordergrund, da zwei DJs gleichzeitig ihre Rechner anschließen können. Aber auch ein fliegender Wechsel zwischen zwei Acts ist somit problemlos durchführbar.  

Hochwertige Anschlüsse für einen reibungslosen Gig Vergleicht man die Rückseite der beiden Mischer, sieht man, dass Pioneer DJ bei der Entwicklung des TOUR-Modells an Bühnentechnik gedacht hat. Neben den bekannten Standardausgängen für Master und Booth (6,3 Millimeter Klinkenausgänge werden im Vergleich mit dem 900NXS2 durch XLR ersetzt), den digitalen und analogen Line-Eingängen, Phono-Eingängen mit Erdung, Kensington Lock und zwei Mikrofoneingänge (diese Sektion wurde komplett von der Oberfläche auf die Rückseite verlegt, ist aber trotzdem mit den bekannten Funktionen des 900NXS2 ausgestattet), befinden sich auf der Rückseite sechs hochwertige Neutrik etherCon-Anschlüsse für vier Pro DJ Link Geräte, einen Rekordbox-Rechner und die Internetverbindung (zum Beispiel für KUVO).

Darüber hinaus liegt der Digitalausgang im professionelleren AES/EBU-Format vor. Der Mischer kann sogar via Wordclock zum digitalen Gesamtsystem getaktet werden. Beides ist für den Einsatz auf einer großen Bühne sehr wichtig, da meist mit den Anschlusskabeln sehr große Strecken zurückgelegt werden müssen, was zum einen zu einem Sync-Verlust führen kann oder dass die Daten nicht fehlerfrei übertragen werden. Wordclock ist zudem interessant für Liveacts, die mit weiteren digitalen Geräten auf der Bühne spielen und den digitalen Eingang des Mischers nutzen wollen. Hier kommen sie um einen digitalen Sync nicht herum.

Das integrierte Audiointerface (96 kHz, 24 Bit) entspricht dem Interface des DJM-900NXS2 und bürgt für eine qualitativ hochwertige Soundausgabe und Aufnahme der einzelnen Kanäle oder des Masters mit dem Rechner. Wer mehr Qualität im Club benötigt, sollte auf kostspieligere Wandler oder Audiointerfaces zurückgreifen. Wobei der Unterschied im Clubumfeld und auf Festivals marginal bis nicht hörbar sein sollte.

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