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Test
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27.11.2013

Pioneer DDJ-SP1 Test

DVS Add-on-Controller für Serato DJ

Twist and Tweak Deluxe

Pioneer DDJ-SP1 im bonedo.de-Test: Pioneer und Serato drücken auf die Tube. Nach dem WeGo (2), T1, S1, Ergo und der DDJ-SX-Serie kommt nun mit dem SP1 ein dedizierter Add-On-Controller für Serato DJ in den Handel, der sich primär an die DVS-Fraktion im Lager wendet – all jene also, die mit einem Laptop und einem kompatiblen Interface oder Mixer bewaffnet, ihre Software über ein Timecode-Signal von CD oder Vinyl steuern. Der SP1 verfügt neben DVS-relevanten Befehlen und einer ausgeklügelten Browser-Sektion über dedizierte Effekt-Zonen und einen Loop-Encoder sowie 16 multifunktionale Pads mit Anschlagdynamik für die Sample-Lautstärke. Die Konsole ist auf die Fernsteuerung der kreativen Software-Komponenten und für bis zu vier Decks ausgelegt. Wer also seine Bestimmung darin sieht, dem verwöhnten Tanzflur eine DJ-Performance vorzuführen, die mit persönlichen Skills, subtilen Effekten und Remix-Einlagen in sich weitaus mehr zu bieten hat, als die „Polonäse“ nach dem „klingelnden Eiermann“, könnte hier goldrichtig liegen.  

Mutmaßungen, warum Pioneer erst jetzt ein haptisches Kontrollwerkzeug für Serato-Vinylisten präsentiert und nicht zuvor schon für Scratch-Live ein Tool gebaut hat, ließen sich womöglich auf das zuvor sehr exklusive Bündnis mit Rane zurückführen. Allerdings spricht dagegen, dass Denon oder Novation schon vor Jahren Tools für Scratch Live auf den Markt gebracht haben. Vielleicht liegt es aber auch an der mittlerweile weitaus stärkeren Verbreitung von Serato Intro durch Kooperationspartner wie Numark oder Vestax auch im unteren und mittleren Preissegment. Wie dem auch sei: Der DDJ-SP1 ist ab sofort für 399 Euro im gut sortierten Fachhandel erhältlich und bringt zudem einen Gutschein für eine Serato-Video-Downloadversion im Wert von 116,- Euro mit, die er ebenfalls fernzulenken beabsichtigt.

Details

Wenn man den SP1 so dreht und wendet und ihn genauer begutachtet, merkt man schnell, dass es sich dabei um ein solides Stück japanischer Ingenieurskunst handelt. Die Drehregler und Encoder sind griffig und bis auf den „Browser“ gummiert, der kleine Sampler-Fader bringt einem genug Widerstand entgegen, dass man ihn nicht versehentlich verschiebt und die Tasten sind von zweckdienlicher Größe. Okay, die Schale ist überwiegend aus Kunststoff gefertigt, doch die gebürstete Frontplatte aus Aluminium sorgt für eine gewisse Robustheit und verpasst der Einheit eine wertige Anmutung. Vier Gummifüße sorgen für die nötige Standfestigkeit und die flache, kompakte Bauform weiß zu gefallen. Vorn und Hinten prangen die Logos der Hersteller. Einen USB-Port, eine Kensington-Lock-Ausfräsung und einen Dimm-Schalter für die LEDs konnte ich an der linken Seite ausmachen. Insgesamt machen es sich acht Drehregler, drei Push-Encoder, ein Fader, 37 Tasten und 16 anschlagdynamische Pads auf der Oberfläche gemütlich. Jede Deck-Sektion verfügt über 26 Bedienelemente mit diversen Shift-Funktionen, wobei allein die Sample-Pads bereits acht Betriebsmodi (inkl. Velocity-Mode) kennen und somit über 50 unterschiedliche Steuerbefehle senden. Bei vier Decks kommt der SP-1 also auf mehr als 250 Befehle für die Software-Funktionen, wobei ich bisher noch außen vor gelassen habe, dass er obendrein einen Layer für das Plugin Serato Video implementiert hat. Nicht schlecht, Herr Specht!  

Der Controller misst 328 × 178,7 × 47,4 Millimeter bei einem Gewicht von 1,4 kg. Wer im Club auf einen kompatiblen Mixer trifft, der kann also sein „ganz privates Effektfeuerwerk“ bequem mit dem Laptop in die Messenger-Bag stopfen, losstiefeln und am Ziel im Handumdrehen verkabeln. Interessant finde ich, dass die Konstruktionsbeteiligten im Gegensatz zur Konkurrenz aus Berlin auf das Landscape-Format setzen und sich Pioneer dabei nahezu an der Breite der eigenen Clubmixer orientiert (… der DJM-900 SRT ist 331 mm breit). So schließt das Teil fast bündig mit dem Pult ab. Der SP1 hat im Direktvergleich auch deutlich größere Pads als Native Instruments X1-MK2 - und sie sind zudem anschlagdynamisch. Ob das Tool nun aber auch unter den Traktor-Usern zum Verkaufsschlager wird, wage ich in Anbetracht spezialisierter Gerätschaft von NI und den mangelnden LED-Farben für die Remix-Decks zu bezweifeln. Ohnehin ist es für mich eher unverständlich, warum die Pads beim Slicer nicht rot, bei den Loops nicht grün und beim Sampler nicht ebenfalls „bunt“ illuminieren. Das macht der Vestax VCI-380 besser, doch letztlich bleibt „Kirmesbeleuchtung“ immer eine Frage individueller Präferenzen. Fest steht jedenfalls, dass sich auch Pioneer - Landscape hin oder her - am Industriestandard orientiert. Und der gibt aktuell vor: Effektsektionen oben, Pads unten, Browser- und Ladefunktionen ins Zentrum. Dort sind beim Pioneer zudem ein Shift-Button und der Volume-Fader für den Sampler zu finden sowie die FX-Assigns und Panel-Switches. Im Zentrum der „Decksektionen“ hingegen gibt es einen Auto-Loop-Encoder, Sync und DVS-relevante Taster, die uns nun in den Praxisteil begleiten.

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