Hersteller_Pioneer
Test
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02.04.2014

Praxis

Der Erstkontakt mit dem Controller und Serato DJ Intro ist (auch für mich als passionierter Traktor-User) auf Anhieb erfolgreich. Alle Bedienelemente sind vorgemappt und machen ausnahmslos das, was ihre Beschriftung verspricht. Änderungen an der Belegung sind in der Intro-Version nicht vorgesehen, was sich aber gut verschmerzen lässt, da das Werks-Mapping bestens zu gebrauchen ist. Alle visuellen Elemente, sowohl am Bildschirm wie auch am Controller, agieren nahtlos miteinander verzahnt. Das Angebot an Effekten ist mit sechs Vertretern zwar nicht üppig, dafür klingen sie aber allesamt ordentlich und haben daher einen hohen praktischen Nutzwert, was nicht zuletzt am einfachen aber logischen Mapping liegt: Taster 1-3 drücken aktiviert den entsprechenden Effekt, „Shift+Taster“ wechselt ihn, das Poti regelt die Intensität und „ Shift+Poti“ die Effektdauer. Aber was rede ich, hier sind die Klangbeispiele:

Zum Bestücken der Decks suche ich mir die Musik im Browser zusammen, der auf Wunsch auch iTunes-Playlisten anzeigt, und befördere sie über den Load-Taster in einen der beiden Player. Dass man sich beim DDJ-SB dafür entschieden hat, auf Gain-Potis zu verzichten, werte ich vor dem Hintergrund, dass es sich ausdrücklich um einen Einsteiger-Controller handelt, nicht als Negativpunkt. Tatsächlich tariert die Autogain-Funktion von DJ Intro die Pegel hervorragend aus, sodass sich manuelles Nachjustieren völlig erübrigt. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt eben auf den Linefadern eine Daumenbreite Platz nach oben.

Und wo ich schon einmal in der Mixersektion bin, möchte ich auch direkt meinen positiven Eindruck über die Klangregelung niederschreiben. Im Cut leisten die drei EQ-Bänder einen nahtlosen Übergang von einer leichten Absenkung bis zur kompletten Auslöschung des entsprechenden Frequenzbereichs. Der Boost dagegen gibt sich weitaus zahmer und verstärkt sehr maßvoll und nie so, dass es die Integrität des Klangbildes zerstören würde. Sehr gut. Das duale Filter dagegen agiert sehr zupackend und mit einer äußerst schönen, schmatzigen Resonanz. Das Filter kommt auch beim Filter-Fade zum Einsatz: Aktiviert man den gleichnamigen Taster, werden die Kanalfilter deaktiviert und man regelt mit dem Crossfader gleichzeitig und gegenläufig die Eckfrequenzen. Das klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Stellen wir uns vor, der Crossfader steht links und wir bewegen ihn nach rechts, dann beginnt im linken Kanal proportional zur Fader-Position eine Tiefpassfilterung (es wird dumpfer). Der rechte Kanal dagegen kommt langsam und zusätzlich zur Lautstärke mit einem Hochpassfilter rein (der Klang bekommt langsam Bass). Es findet neben der Lautstärkenüberblendung also gleichzeitig auch eine Frequenzüberblendung statt, was in vielen Fällen für einen noch eleganteren Übergang sorgt. Hören wir uns dazu mal zwei Übergänge im Vergleich an. Im ersten Beispiel ein Standard-Crossfade, im zweiten Fall ein Filter-Fade:

Überhaupt geht die Arbeit mit dem DDJ-SB und Serato DJ Intro sehr flüssig von der Hand. Das gilt auch für Bedienvorgänge, die im Zusammenhang mit den Jogwheels stehen. Bei denen überzeugt nicht nur die angenehme Metalloberfläche, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sie auf Berührungen und Scratch-Manöver reagieren. Bedient man die Räder am äußeren Plastikrand, erfolgt typischerweise ein Tempo-Bend. Wer dem versehentlichen Auslösen des Scratch-Modus durch zufälliges Berühren der Touch-Oberfläche vorbeugen will, drückt den Vinyl-Taster - woraufhin die erloschene Tastenbeleuchtung signalisiert, dass der Scratch-Betrieb deaktiviert ist. Auch die südlich davon positionierte Multifunktionssektion mit Hot Cue, Auto Loop, Manual Loop und Sampler kann ich, ohne ein Blick ins Handbuch geworfen zu haben, auf Anhieb sicher befehligen. Verantwortlich dafür ist auch hier das einfache, aber effiziente Mapping.

Mächtig beeindruckt haben mich die Lautstärkereserven des Kopfhörerausgangs. Selbst der ziemlich stromhungrige ATH-PRO500MK2 war bereits in der 12-Uhr-Stellung des Pegel-Potis voll unter Feuer. Ein halbes Watt mehr hätte man dagegen gerne dem Line-Out spendieren dürfen, denn ihn muss man an der Endstufe oder am Saalmischer schon kräftig verstärken. Die Klangqualität des ausgegebenen Signals ist in Anbetracht der Preisklasse als ordentlich zu bezeichnen.

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