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Test
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09.05.2011

PRAXIS

KlangWir beginnen den Praxisteil heute mit den Klangeigenschaften des DDJ-S1, denn was nützt die tollste Software und eine ergonomische Bedieneinheit, wenn der Sound nicht stimmt. Aber keine Angst, vor dem DDJ-S1 braucht sich der Gehörgang nicht zu verschließen, denn was mir aus dem Master, respektive der PA entgegenströmt, ist wirklich gut und überzeugt an beiden Ausgängen. Auch die toll ausgestatteten Mikrofonsektionen verstärken den positiven Gesamteindruck, denn die Vorverstärker hören sich sehr natürlich an und ihr Eigenrauschen ist zudem sehr niedrig ausgefallen. Der Kopfhörerausgang macht ordentlich Druck. Auf den letzten beiden Skalenteilungen beginnt er in der Grundeinstellung von 0 dB jedoch leicht zu zerren. Aber da hatten meine durchaus nicht zimperlichen Ohren schon mit dem Gesamtpegel (im positiven Sinne) zu kämpfen. Im Software-Setup lässt sich dieser via Headroom-Option (minus 24 bis plus 18 dB) und dem Overdrive-Regler gezielt einstellen, sodass der Sound auf dem Kopfhörer dem persönlichen Hörempfinden entspricht. Ich für meinen Teil habe keine Bedenken, dem DDJ-S1 in dieser Disziplin Clubtauglichkeit zu attestieren.

In den Serato-Foren posten einige Anwender Audioprobleme, die verstärkt auf Mac-Systemen auftraten. Ich habe meinen Praxistest auf einem Core2Duo MacBook Late 2009 mit 4GB RAM ausgeführt, das von Aussetzern während des Betriebes verschont blieb. Ich möchte allerdings nicht unerwähnt lassen, dass es zu einer kurzen Unterbrechung der Musikwiedergabe kommt, bis die USB-Spannung greift, wenn das Netzteil versehentlich getrennt wird. Hier ist kein Puffer implementiert. Auch beim erneuten Anstöpseln des Power-Plugs ist ein kurzer Audio-Refresh wahrzunehmen. Einen nennenswerten Pegelanstieg bei externer Versorgung konnte ich nicht feststellen. Wird jedoch ein zweiter Kopfhörer angeschlossen, kommt es zu einem minimalen Lautstärkeabfall an den entsprechenden Buchsen, was ein Indiz für einen gemeinsamen Vorverstärker ist.


Software Serato Itch
Rund drei Jahre nach seiner Erstauslieferung liegt Itch nun in der Fassung 1.8 vor. Dass Serato manchmal etwas länger für seine immerhin kostenlosen Versions-Upgrades benötigt, kennen wir bereits vom Timecode-gepowerten Serato Scratch Live. Dort zogen für den Sprung von 1.0 auf 2.0 fünf Jahre ins Land. Wer aber einmal genauer hinsieht, der erkennt, dass sich auch in den kleineren Updates manchmal großartige Funktionserweiterungen verbergen können. Im Falle von SSL zum Beispiel The Bridge, EFX und mehr. Beide Programme sind grundsätzlich an eine bestimmte Hardware gekoppelt. Aktuell werden sieben Konsolen mit ITCH ausgeliefert. Sie bewegen sich in einem Preisgefüge von 399 bis 1599 Euro und aktivieren, respektive deaktivieren jede für sich unterschiedliche Softwarefeatures. Die vorliegende DDJ-S1-Edition hat zwei Softwaredecks implementiert und spielt Musikdateien in den Formaten AIFF, Apple Lossles, AAC MP3 wl.mp3 und OGG-Vorbis ab.

Auszug aus dem Benutzerhandbuch wl.mp3: Whitelabel MP3 (Datei-Erweiterung “.wl.mp3”) ist ein speziell angepasstes MP3-Format, das von Serato Audio Research für Werbezwecke entwickelt wurde und von Whitelabel.net erhalten werden kann. Dateien im Format Whitelabel MP3-Format sind spezifisch zur Verwendung mit Serato Audio Research DJ-Software gedacht, haben vorinstallierte Übersichten, und die Daten für Track, Interpret, BPM und Album-Coverdaten sind so weit wie möglich mit Tags versehen. Diese Dateien werden mit niedriger Qualität von 32 kbps auf normalen MP3-Playern abgespielt (einschließlich beim getrennten Abspielen auf ITCH-Software ohne Verwendung dieses Geräts), aber mit hoher Qualität entsprechend 320 kbps beim Abspielen auf ITCH-Software und Anschluss an dieses Gerät.

Zwar stellte sich heraus, dass die Scratch-Live-Library auch unter Itch zu nutzen ist, allerdings mussten die Dateien neu analysiert werden, um das Beatgrid zu nutzen, was in den Standardeinstellungen zunächst deaktiviert ist. Die Bedienoberfläche ist sehr strukturiert aufgebaut. Die Musikbibliothek nimmt die oberen beiden Drittel der grafischen Benutzeroberfläche ein. Darunter sind die beiden Abspieleinheiten plaziert und die letzte Zeile zeigt die farbcodierten Wellenformen mit Beatgrid und Frequenzspektrum an (blau = Höhen, grün = Mitten, rot = Bässe). Alternativ können die Waves auf die rechte oder linke Außenseite verschoben werden, was eventuell zu empfehlen ist, sollte man ein Notebook unter den Controller stellen und die komplette Ansicht nutzen wollen. Es wäre in dieser Hinsicht absolut zu begrüßen, würden die Programmierer eine Positionierung der Wellenformen an das nördliche Displayende ermöglichen. Ist aber glaube ich schon für Itch 2.0 in der Mache. CTRL schaltet auf ein monochromes 3-Band-Spektrum statt der farbcodierten Darstellung um. Shift skaliert die Höhe der Wellenformanzeige. Wer von der kunterbunten Optik nicht genug bekommen kann, freut sich zudem über zwei weitere visuelle Mixhilfen. Die Beatmatch-Anzeige signalisiert bei exakt übereinanderliegenden Signalspitzen Beatsynchronität, das Fenster darunter zeigt auf gleiche Art identische Tempi an.

Die Musikbibliothek gibt einen Überblick über den Musikbestand importierter Ordner und iTunes. Titel lassen sich in virtuellen Plattenkisten ablegen, den sogenannten Crates. Zusätzlich können ausgewählte Musikstücke in eine temporäre Playlist geschoben werden, aus der sie nach der Wiedergabe oder nach Programmende gelöscht werden. Das ist besonders für DJ-Teams interessant, die über eine ganze Nacht am Start sind und sich zwischendurch vom Set entfernen müssen. So können sie sicher sein, dass sie keine Tracks aus Versehen doppelt abfeuern. Bereits gespielte Songs werden in einer History-Liste aufgeführt, die als Text, Excel-Datei oder M3U exportiert werden kann. BROWSE navigiert durch Genre, BPM, Artist und Album-Tags, FILES durch Laufwerke und Ordnerstrukturen. ITCH liest über zwanzig ID3-Tags aus, darunter auch Comments und Keys, kann aber auch in seinem dritten Jahr noch immer nicht mit einem Bewertungssystem aufwarten. Auch das iTunes-Rating wird nicht angezeigt. Da ist mancher Konkurrent einen Schritt weiter. Allerdings sollte man sich auch stets vor Augen halten, dass Itch erst halb so alt ist, wie Virtual-DJ (7 Jahre) und dass Traktor schon seit zehn Jahren am Markt präsent ist.

Freakout on the Dancefloor
Um einen Track in den Softwareplayer zu befördern, stehen in jeder Decksektion separate Schaltflächen bereit, die per Shift-Belegung mit der Instant-Double-Funktion ausgestattet sind. Sie generiert einen identischen Klon des gegenüberliegenden Decks. Unter dem Needle-Search Streifen sind die Loop-Sektionen arrangiert, die mit manuellen und automatischen Schleifen bestückt sind. Manuelle Loops werden auf klassische Art angelegt, indem Einsprungs- und Endpunkt mit IN-/Out definiert werden. EXIT verlässt den Audiozyklus und spielt von der momentanen Position weiter. Reloop holt den Loop erneut zurück. Ferner steht ein Push-Encoder parat, der niedergedrückt einen Auto-Loop im Slip-Modus setzt und diesen per Rechts- oder Linksdrehung um den Faktor zwei staucht oder streckt. Wer sich nun fragt, was der Slip-Modus ist, dem sei gesagt: Dieser ist funktional an die Rolls von Scratch Live angelegt. Bei einem Loop und Loopcut, Rückwärtslauf oder Scratching wird der Song im Hintergrund gepuffert und spielt nach der Interaktion des Users an der Stelle weiter, wo er sich ohne Zutun des Deejays befunden hätte. Für zwei beatsynchrone Tracks bedeutet dies: Der taktgenaue Gleichlauf ist im Idealfall auch nach den erwähnten Manövern gegeben – vorausgesetzt, die Beatgrids stimmen. Toll. Ein Feature, dessen Suchtfaktor nicht zu unterschätzen ist. Falls das Grid nicht passt, lässt es sich im Übrigen direkt vom Controller mittels Tasten und Jogwheel anpassen. Bei den Slip-Loops muss ich allerdings feststellen, dass mir Loop-Rolls über sechs oder mehr fest definierte Tasten unterschiedlicher Loopgrößen deutlich mehr Spaß machen als Slip-Cuts. Für beatsynchrone Loop-Salven variierender Intervalle eignet sich der S1 in meinen Augen nicht so gut, da es konstruktionsbedingt mit einem Encoder nicht möglich ist, sekundenschnell unter Einsatz aller zehn Finger zu interagieren. Und das Remapping von Itch-Funktionen auf etwa einen Pad-Controller ist ja bekanntlich nicht vorgesehen. In den nachfolgenden Hörproben gibt’s die Slip-Funktion auf die Ohren projiziert.

Liebling, ich habe die Cuepoints geschrumpft
An der linken Außenseite der jeweiligen Decksektion sind fünf kleine Schaltflächen angebracht, die zum Abspielen, Aufzeichnen (REC-MODE) und Löschen von Cuepunkten Verwendung finden. Mir persönlich sind die Buttons zu klein geraten, was Scratch-Phänomene, die hauptsächlich ihre virtuellen weißen Punkte anfahren wollen, gewiss anders sehen. Gerade im Slip-Mode, der ja förmlich zum Cuejuggling einlädt, können die kleinen Taster mit ihrem vertikalen Layout nicht mit großen Pads horizontaler Anordnung mithalten. Als Scratchmarker sind sie aber zweckdienlich positioniert.

Effektsektionen
Der Pioneer DDJ-S1 hat auf jeder Seite eine identisch ausgestattete Effektsektion spendiert bekommen. SELECT wählt eines der aktuell zehn Verwurstungsprogramme aus. Mit von der Partie sind Echo, Reverb, HPF, LPF, Phaser, Flanger, Tremolo, Repeater, Reverser, Braker, Crusher und Delay. LEVEL ist für den FX-Mix zuständig. Parameter steuert ein Attribut. Je nach Typus zum Beispiel den Modulationszyklus, die Filter-Resonanz oder die Raumgröße beim Hall. Die Effekte klingen überwiegend ordentlich und sind einfach zu bedienen, allerdings könnten verwöhnte Scratch-Live Anwender oder Traktor-User kritisieren, dass ihnen der Zugriff auf optionale Parameter nicht stark genug ausgeprägt ist, weil lediglich eine Eigenschaft dirigiert werden darf. Für die zeitgesteuerten Effekte wird das Timing auf Basis des aktuellen Songtempos ermittelt. Sie können via Drehregler auf Kanal A oder B abgefeuert werden und schon schaltet die Sektion automatisch auf die Geschwindigkeit des gewählten Decks um. Die Timing-FX sind von der Analyse des Beatcounters abhängig und können durchaus einmal im Offbeat schwingen. Dann empfiehlt es sich, das Tempo manuell per TAP-Button nachzubessern. Die FX können ebenfalls auf den Master und auf die Mikrofon- und Aux-Wege wirken, allerdings können sie nicht vorgehört werden, was laut Serato daran liegt, dass einige Effekte Pre-Fader und einige Post-Fader arbeiten. Das Anlauf- und Bremsverhalten der Musikstücke wird über den Regler VINYL-SPEED eingestellt. Selbst hier lässt sich die Slipping-Option beim Starten und Stoppen der Decks mit einbeziehen. Warum es allerdings nicht für zwei separate Anlauf- und Bremszeit-Regler wie bei Numarks NS7 gereicht hat, ist mir ein Rätsel.

Master Tempo
Natürlich gehört auch eine Master-Tempo-Funktion, die wir nachstehend für euch aufgezeichnet haben, zum guten Ton einer Profi-DJ-Software. Im Gegensatz zum Keylock friert sie die Tonart bei null Prozent Pitch ein und nicht relativ zur momentanen Pitchfader-Position. Serato hat mit Pitch and Time einen preisgekrönten und sehr beliebten Timestretcher und Pitchshifter im Portfolio, der von namenhaften Größen wie zum Beispiel Filmregisseur David Lynch eingesetzt wird. Da erwartet der Anwender auch solide Programmroutinen für Itch, selbst wenn es sich dabei nicht um den 799-Dollar-Code (Preis von Pitch´n Time am 19.04.2011) handelt. Lets stretch it!

Ausblick und persönliche Einschätzung: In meinen Augen stellt der Pioneer DDJ-S1 eine interessante Alternative für Discjockeys dar, die zuvor mit Pioneer CDJs aufgelegt haben und nun ein Notebook-gepowertes digitales Set anstreben. Da allerdings in den wenigsten Clubs ein DDJ-S1 zur Grundausstattung gehören wird, ist im Einzelfall abzuwägen, ob die 1300 Euro goldrichtig investiert sind. Was die Remix-Features angeht, so sind die Kreativabteilungen schon recht facettenreich ausgefallen und zudem weitgehend taktsynchron einzusetzen, was ein Fortschritt zum Mixer-CDJ-Klassiker ist. Wer jedoch ein ausgefuchster Echtzeit-Remixer mit beatsynchronem, quantisiertem Cuejuggling-, Sampling- und Slicing-Anspruch und Effekt-Tiraden ist, dem werden die Ansätze der Pioneer-Controller und auch die Möglichkeiten von Itch 1.8 nicht weit genug gehen.

Für alle anderen ist festzuhalten: Serato Itch ist recht einfach und intuitiv zu bedienen. Die Plug-and-play-Konfiguration ist unglaublich komfortabel, denn wo immer ein Itch-Controller, wie der Pioneer-DDJ-S1, steht, können Nutzer ihren Laptop einstöpseln und loslegen. Ohne aufwändiges Rumgehampel. Man merkt der Software aber schon ein wenig an, dass es in den letzten drei Jahren etwas gemächlicher zur Sache ging, was die Implementierung neuer Features und die Aufarbeitung der Benutzeroberfläche angeht. Scratch-Live bekam immerhin einen Sample-Player, Videounterstützung, MIDI-Mapping und in den letzten 12 Monaten obendrein noch Effekte, The Bridge, neue Layouts und Stacks.

Was mich nach wie vor am meisten stört, ist die Tatsache, dass Itch keine freie Zuweisung alternativer MIDI-Controller zulässt und keine MIDI-Learn Funktion an Bord hat. Der Anwender ist dem Setup der Beteiligten somit komplett ausgeliefert. So ist es nicht möglich, alle Effektparameter der Software wie beim Xone:DX mit zusätzlichen Gerätschaften herauszukitzeln. Oder gar einen Pad-Controller, wie Vestax Pad-One für Hotcues vor die Kiste zu legen, um adäquates Cuejuggling mit allen neun möglichen Cuepoints zu betreiben. Auch eine Preview-Funktion im Browser oder ein Preview-Deck vermisse ich bei lediglich zwei Software-Playern gehörig.

Itch 2.0 steht für das dritte Quartal in den Startlöchern und wird mit einigen neuen Funktionen kommen. Ein Teaser-Video auf Seratos Website zeigt adhoc jedoch vor allem kosmetische Anpassungen a la Scratch-Live, die - so hoffe ich persönlich – irgendwann zu einer Verschmelzung der Produkte führen. Die Preview wird in den Foren zum Teil recht kritisch diskutiert, da sich viele Anwender Video-Support, einen Sampler, die Integration von Ableton und ähnliche Features wünschen. Aber was nicht ist, kann ja vielleicht noch werden. Wir dürfen auch gespannt sein, wie sich die neuen Features auf den Workflow mit aktuell zum Verkauf stehenden Steuerkonsolen, wie meinem Testkandidaten, auswirken. Ich habe an der Oberfläche einige Shift-Layer Icons gesehen, die zum Testzeitpunkt noch keine Funktion auslösen. Gerade seit dem neuen Traktor-Update ist Itch meiner Meinung nach schon ein wenig im Zugzwang. Zudem könnte es sein, dass ziemlich zeitnah eine nahtlose Maschine-Integration, die ja nun auch VST-kompatibel ist, bei Native geplant sein könnte. Es bleibt also spannend, was den Shootout der beiden Programme angeht.

Und um noch einen Satz zum DDJ-T1 zu verlieren: Die zweihundert Euro Preisunterschied zum Traktor-Controller liegen wohl zum Teil auch an den Kosten für die Lizenzen und der Free-Software-Updates-Politik von Serato. Der DDJ-T1 lässt aber auch XLR-Ausgänge und vor allem Pegelmeter vermissen. Ansonsten sind beide Systeme sehr harmonisch auf ihre potentiellen Kundengruppen, und das sind für mich ganz klar CDJ-affine DJs, abgestimmt. Hier noch mal eine Vergleichstabelle:

Produkt

DDJ-S1

DDJ-T1

Interface

4-Kanal 24-Bit 44-kHz

4-Kanal 24-Bit 44-kHz

Eingänge

1 x Stereo Cinch-Aux

1 x Stereo-Cinch Aux

Ausgänge

2 x Master-Out (XLR und Stereo-Cinch)

2 x Kopfhörer (6,3-mm-Klinke, Stereo-Cinch)

2 x Master-Out (6,3-mm-Klinke und Stereo-Cinch)

2 x Kopfhörer (6,3-mm-Klinke, Stereo-Cinch)

Kanalzüge:

2

4

Mikrofonwege

1 x 6,3-mm-Klinke

1 x XLR-Klinke-Kombi

1 x 6,3-mm-Klinke

Notfalleingang

1

-

 

Jogwheels

2

2

Pegelmeter

2

-

Bedienelemente

100 gesamt, davon:

53 Buttons

5 Fader

8 Schalter

3 Encoder mit Button-Funktion

4 Endlosdrehregler

25 Drehregler

2 Wheels

121 gesamt, davon:

76 Buttons

7 Flachbahnregler

4 Dual-Mode-Schalter

3 Encoder mit Button-Funktion

29 Drehregler

2 Wheels

Softwaredecks

2

4

Effekte

10 Effekte

2 Effektunits

6 Effekte

2 Effektunits

Touchslider

2

2

Software

Serato Itch

Traktor DDJ-S1 Edition

 

 

 

Preis

1299

1099

Zusammenfassend kann man feststellen, dass es Pioneer auch mit dem DDJ-S1 trotz einiger kleiner Kritikpunkte gelungen ist, dem DJ ein praxisgerechtes und hochwertiges Tool an die Hand zu geben, das auch im Detail überzeugt: Dank großzügig bemessener Arbeitsoberfläche kann sich der DJ beim Scratchen oder beim Abfeuern des kreativen Waffenarsenals auf der Bedienoberfläche richtig austoben, ohne einen benachbarten Regler in Mitleidenschaft zu ziehen. Zur Auswahl stehen unter anderem automatische und manuelle Loops sowie zwei Mal zehn Effekte. Ein besonderer Suchtfaktor geht auch von der Slip-Funktion aus, die sich beatsynchron auf Loops, Hot-Cues und Scratching auswirkt. Geht es dabei impulsiver zur Sache, steht der Controller sicher auf zwei großen Füßen, die Platz für eine Notebooktastatur unter dem Controller schaffen. Zwei übersichtliche Decksektionen mit großen scratch-tauglichen Jogwheels, sanfte Fader, präzise Potis und große beleuchtete Jogwheels in bester Pioneer-Manier bürgen für Qualität, das Layout und die Navigations-Touchslider für einen effektiven Arbeitsablauf. Zwei geklonte Master-Ausgänge versorgen Haupt- und Monitor-Anlage mit einem druckvollen Sound. Für externe Zuspieler ist ein AUX-Input verbaut, der das anliegende Signal unabhängig vom Computer durschleift. Das funktioniert auch mit Mike-2, aber nur alternativ. Doch es gibt ja noch eine weitere gleichfalls rauscharme und natürlich klingende Mikrofonsektion. Beiden stehen ein ausgewachsener Dreiband-EQ und eine gut eingestellte, nicht regulierbare Talkover-Funktion zur Seite. Die Kopfhörer-Ausgänge klingen transparent, Übersteuerungen lassen sich durch den wahlfreien Headroom kompensieren. Wer gleich zwei Einheiten anschließt, muss allerdings einen Pegelabfall in Kauf nehmen. Raum für Verbesserungen sehe ich in einem regelbaren Booth-Out, hardwareseitigen Curve-Controls und in den etwas kleinen Drehreglern des Masterbereichs. Ferner stört mich die Tatsache, dass keine Sucheingaben mehr möglich sind, wenn die Notebooktastatur unter der Aussparung liegt, auch wenn Alphabet-Serach das kompensiert. Beim Hotpluggin gibt es leider Audioaussetzer, die sicherlich zu vermeiden wären. Zudem stehen einige Funktionen und Signalwege nur im Netzteilbetrieb zur Verfügung.

Zur Software: Itch 1.8 kommt mit einer neuen Alphabet-Search Funktion und bringt kleinere Bugfixes und Verbesserungen mit, wird aber erst mit dem Update auf Versionsnummer 2.0 den lang erwarteten, wichtigen Schritt nach vorne machen. Größtes Manko nach wie vor: Es ist nicht möglich, zusätzlich Controller ins Geschehen einzubinden oder den S1 zu rekonfigurieren. Das schränkt den Spielraum für Controllerism ein.

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