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Test
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07.06.2017

Peerless Renaissance Custom Test

Semiakustik-Jazzgitarre

Archtop auf Diät

Mit der Peerless Renaissance Custom aus der Thinline Serie des südkoreanischen Herstellers Peerless Guitars tritt heute zum Test eine 16" Jazzgitarre an, die auf den ersten Blick im Gewand einer typischen Semi Hollow daherkommt, dabei jedoch auf einen Sustainblock im Korpus verzichtet. Für den verstärkten Sound sorgen zwei eingelassene Humbucker.

Im Geschäft ist Peerless Guitars schon seit 1970. Lange Zeit arbeitete die Firma für renommierte Marken wie Fender, Gretsch oder Gibson und produzierte nach eigener Aussage die schiere Masse von bis zu 30 000 Instrumenten im Monat!

Seit einiger Zeit hat der Hersteller nun seine Produktionszahlen deutlich zurückgefahren und konzentriert sich auf die Produktion eigener Modelle. Preislich sind seine Instrumente im mittleren Bereich angesiedelt. Ob sich das über die Jahre angesammelte Know-How beim vorliegenden Modell auszahlt, soll der folgende Test zutage fördern.

Details

 Geliefert wird die Renaissance Custom in einem soliden Formkoffer, der den positiven Eindruck unterstreicht, den das Testmodell bei der ersten Begutachtung macht. Im Koffer findet sich außerdem ein Reinigungstuch des Herstellers, ein Sechskantschlüssel zum Justieren des Halswinkels sowie ein Rabattgutschein für die Online-Gitarrenschule des renommierten Jazzgitarristen Martin Taylor, der seit einiger Zeit mit zwei Signature-Modellen in der Endorser-Liste des Herstellers auftaucht.

Korpus

Decke sowie Boden und Zargen bestehen aus laminiertem Ahorn. Zum Blickfang macht dieses Modell eine Vintage Sunburst Hochglanzlackierung sowie ein cremefarbenes Binding an den F-Löchern, das an den Rändern der Decke zusätzlich durch einen sehr edel wirkenden Abalone-Streifen verziert wird. Nur das etwas schlichte, aus drei Lagen bestehende schwarze Pickguard mit weißem Rand will in meinen Augen nicht ganz zum sonst so schicken Body passen.

Was sich schon augenscheinlich feststellen ließ, wird von den Maßangaben des Herstellers noch einmal bestätigt. Mit einer Tiefe von 44 mm und einer Breite von 410 mm hat der Korpus sehr ähnliche Maße wie beispielsweise die ES 335 aus dem Hause Gibson. Wie anfangs schon erwähnt, verzichtet dieses Modell auf einen Sustainblock im Korpusinneren. Welche klanglichen Auswirkungen dieser Umstand hat, wollen wir später in der Praxis erfahren.

Hals

Der Abalone-Streifen verziert auch das aus Palisander gefertigte Griffbrett sowie die Oberseite der Kopfplatte und das cremefarbene Binding des Korpus begrenzt auch den Ahornhals. Bundiert wurde diese Ausgabe modelltypisch mit 22 Bünden. Zur Orientierung finden sich neben den Punkten am Griffbrettrand auch Perlmutteinlagen im Griffbrett. Die Mensur beträgt ganz klassisch 628 mm, der eingeleimte Hals hat seinen Übergang zum Korpus dabei am 17. Bund. Beim Sattel fiel die Wahl auf Knochen.

Elektronik/Hardware

Die Hardware dieses Modells ist zum Gesamterscheinungsbild passend komplett vergoldet. Von einem traditionellen Archtop Tailpiece aus nehmen die Saiten ihren Verlauf über eine Tune-O-Matic Bridge. Bei den Stimmmechaniken hat man sich für Modelle im Kluson-Style entschieden. 

Für die Verstärkung sorgen zwei Epiphone 57 Classic-Style Alnico Humbucker, die sich einzeln und auch zusammen mit einem klassischen Dreiwegschalter aktivieren lassen. Gesteuert werden beide Pickups wie gewohnt mit je einem Volume- und einem Tone-Poti. Ab Werk kommt dieses Modell mit D'Addario EHR310 Halfround-Saiten mit einer Stärke von 010 - 046, die sich quasi zwischen den Welten von Roundwound- und Flatwound-Saiten platzieren.

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