Test
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15.03.2019

Praxis

19“ und 20“ Signature Fast Crashes

Die beiden Fast Crashes sprechen, gemessen an ihrer Größe, schnell an. Wenn ich den Klangcharakter der Becken beschreiben soll, fallen mir Attribute wie „hochwertig“ und „schön klingend“ ein. Beide Crash-Becken haben eine schön abgesetzt klingende Bell, das 20er ist noch ein wenig besser als Crash-Ride zu gebrauchen, aber auch das 19“ Fast Crash ist multifunktional einsetzbar. Beide Becken haben gar keinen „Schmutz“ im Gesamtklang, wie er heute vielerorts in Mode ist, sie sind somit das komplette Gegenteil zu einem Meinl Dual oder ähnlichen Becken. 

Zwei Sachen sind ebenfalls toll: Zum einen die tonale Abstimmung zwischen den Modellen, die einfach gelungen ist, zum zweiten der White Noise Anteil, der sich stets in Grenzen hält. Die Becken gehen zwar mit gut hörbarem und dosiertem Ton auf, aber fauchen in letzter Konsequenz auch bei stärkerer Bearbeitung nicht unkontrolliert los. Dadurch „nerven“ sie auch bei kräftigem Spiel nicht. Ideal also zum Aufnehmen und für Live-Einsätze (wenn der Tontechniker mal wieder nach leiseren Crash-Becken fragt), in denen etwas gezähmtere Becken gefragt sind. Wer musikalische und eher lieblich klingende Crashes sucht, kann mit den beiden Fast Crashes in allen Arten von mittellauter Rock/Pop-Musik bis hin zu sinfonischer Blasmusik selig werden.

22“ Signature Full Ride

Beim Full Ride ist der Name Programm, der Flächenklang klingt silbrig und und mit einer ausgewogenen Mischung aus ordentlich Ping und gut hörbarem Wash-Anteil, bei der glasklar klingenden Glocke geht es dann aber direkt zur Sache. Hier muss man keine Sorge haben, überhört zu werden. Das Ride-Becken ist auch bedingt crashbar, wird dann allerdings überbordend laut und hat insgesamt einen sehr ausdauernden Ausklang. Zwei Attribute, die bei einem rockigeren Ride nicht unbedingt jeder mag. Laute Ride-Becken sind (nicht nur) bei Metal-Drummern beliebt, dabei wird aber vielerorts ein trocken und definiert klingendes Becken mit viel Ping favorisiert. Insgesamt ist das Full Ride geeignet für mittellaute bis lautere Bühnen und Musikrichtungen, die eine hohe Becken-Grundlautstärke verkraften können.

15“ Signature Dark Energy Hi-Hats

Die Dark Energy Hi-Hat kann mich direkt begeistern. Bei dem schweren Bottom-Becken (1746 Gramm) kam mir vor dem Spielen kurz der Gedanke, dass die Hi-Hats etwas behäbig agieren könnten, aber hier täuschte ich mich gewaltig! Die Becken reagieren sehr direkt, alle Bewegungen werden nahtlos umgesetzt, ich habe das Gefühl, dass mir die Hi-Hats förmlich zuspielen, also die Arbeit erleichtern. Auch Chick- und Swish-Sound sind sehr gut hörbar und klar artikuliert. Vom knusprig klingenden Closed Sound über die verschiedenen Öffnungsabstufungen lassen sich vielfältige Klänge in schöner dynamischer Abstufung erzielen. Von mittelleisen bis sehr lauten Stilistiken ist mit diesen Becken quasi alles drin. Bei geöffneter Spielweise mischt sich eine silbrige, ganz leicht blechig klingende Frequenz dazu, die auch dafür sorgt, dass die Hi-Hats sich klanglich gut vom Rest des Sets absetzen… was wiederum Geschmacksache ist – wer ganz weiche, rauchig-integrierte Becken sucht, ist hier eher falsch beraten. Im Vergleich zu den anderen Modellen im Testlauf erklingt bei den Dark Energy Hi-Hats unter dem typischen, eher „schöngeistigen“ Paiste Signature-Charakter eine etwas komplexere Note.

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