Test
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12.07.2018

Paiste Masters Extra Thin Cymbals Test

Multifunktionale Becken

Mit Engelszungen

In Paiste's Masters Serie geht es mittlerweile ziemlich üppig zu. 22 Modelle listet die Hersteller-Website alleine bei den Rides auf, darunter einige Signature Modelle. Gemeinsam ist allen Masters Becken, dass die Rohlinge, aus denen sie im Schweizer Werk gefertigt werden, aus der Türkei kommen. Statt der berühmten „2002“-  oder der „Signature“- Bronze kommt hier also eine B20-Legierung zum Einsatz, welche unter Kennern gern als besonders warm oder musikalisch klingend beschrieben wird. 2017 wurden die Thin Modelle vorgestellt, eine Art Serie in der Serie, bestehend aus drei großen Crash-Rides und drei Hi-Hats. Mit den Extra Thin Modellen stellt Paiste jetzt quasi eine Erweiterung dieser Reihe um etwas kleinere, eher als Crashes einzuordnende, Becken vor. 

Als wirklich klein gehen die aktuell erhältlichen Extra Thins natürlich nicht durch, denn 18, 19 und 20 Zoll sind für die Kategorie Crash-Becken ja immer noch durchaus stattlich. Anders als bei den Thin-Modellen sind die extra dünnen Varianten aber ganz klar für leisere Anwendungen gedacht, das „Durchcrashen“ mit 2B-Stöcken hatten die Schweizer Entwickler nicht im Sinn. Die Bedienung mit Mallets und sogar mit den Händen soll hingegen problemlos möglich sein. Als „delicate“ und „gentle“ werden unsere drei Testkandidaten von Paiste selbst beschrieben. Was das in der Praxis bedeutet, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest. 

Details

Die Hämmerung fällt sehr subtil aus

Vieles, was schon die Masters Thin Becken auszeichnete, trifft auch auf die drei Extra Thins zu. Das gilt – tatsächlich – sogar für das Gewicht, dazu aber später mehr. Es gibt jedoch auch Unterschiede. Dazu gehört das sehr feine und gleichmäßig aufgebrachte Abdrehmuster, welches zu einem matt schimmernden, fast unauffälligen Äußeren beiträgt. Im Gegensatz dazu besitzen die Thins eher unregelmäßige Rillen. Kleine, ungehämmerte Kuppen sollen das Obertonspektrum im Zaum halten, wobei sich das 18er und das 19er eine Kuppengröße teilen. Beim 20er kommt eine etwas größere, proportional aber weitgehend identische Glockenform zum Einsatz. Ein deutlicher Unterschied zu den Thin Modellen fällt auf, wenn man sich die Hämmerung ansieht: Ist diese bei den Thins schon nicht sehr tief, sieht man sie bei den Extra Thins aus bestimmten Winkeln fast gar nicht. Es gibt zwar viele Hammermale, diese sind allerdings extrem flach gesetzt, was wenig „Trash“ im Klang erwarten lässt und für einen eher gleichmäßigen Ausklang sorgen dürfte. Anatomisch sind die Extra Thins ebenfalls flach gehalten, was allgemein eine warme und tiefe Tonalität zur Folge hat. 

Auch die Extra Thins besitzen keine Funktionsbezeichnungen

Freunde klarer Ansagen werden bei den Testkandidaten enttäuscht. Es ist zweifellos wieder „in“, den Drummer entscheiden zu lassen, wie er ein Becken nutzt, und so fehlen auch hier Bezeichnungen wie „Crash“ oder „Ride“. Dazu sei angemerkt, dass die Masters Thin Becken auf der Paiste Website unter den Rides geführt werden, die Extra Thins aber bei den Crashes aufgelistet sind. Kommen wir nun zu den Gewichten, die mich besonders interessieren, denn schließlich waren schon die Thins ziemlich dünn. Praktischerweise gibt es eine Größe, die sich beide Serien teilen, und das ist das 20er. Erstaunlicherweise zeigt die Digitalwaage für das Extra Thin Modell mit 1620 Gramm nur 20 Gramm weniger an als beim gleich dimensionierten Thin. Und auch die 1300 Gramm des 19ers sowie die 1130 Gramm des18ers sind zwar sehr leichte Werte, liegen aber, größenbereinigt, nicht dramatisch unter jenen der Thins. Was die Verarbeitung angeht, gibt es absolut nichts zu meckern, alle drei Modelle sind makellos. 

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