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Test
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19.11.2019

Novation Summit Test

16-fach polyphoner Dual-Part Hybrid-Synthesizer

Willkommen in Twin Peaks

Als Novation vor ungefähr zwei Jahren ihren kompakten Desktop-Synthesizer „Peak“ herausbrachten, waren sich Fachpresse und Anwender schnell einig, dass es sich konzeptionell und klanglich um einen herausragendes Gerät handelt. Denn die Kombination aus drei digitalen Wavetable-Oszillatoren, die mit höchster Auflösung von einem FPGA-Prozessor berechnet werden, einem flexiblen analogen Multimode-Filter und einer umfassenden Modulationsmatrix, Effektsektion und nicht zuletzt – massig Knöpfen und Tastern für die direkte Klangmanipulation, machen ihn zu einem ausgesprochen flexibel einsetzbaren Klangerzeuger - im Studio wie auf der Bühne. Und gerade auf der Bühne dürften es auch ruhig zwei dieser potenten Synthesizer sein. Allen, die diesen Wunsch hatten und haben, kann nun geholfen werden, denn Novation bringen mit dem Summit nicht nur einen doppelten Peak, sondern packen das alles noch in ein überaus ansehnliches Keyboard-Design, gespielt über eine anschlagdynamische 5-Oktaven-Tastatur mit Aftertouch.

Details

Aufbau

Beim Novation Peak handelt es sich um einen 16-stimmigen Hybrid-Synthesizer. Jede Stimme kann auf drei Oszillatoren zurückgreifen, von denen jeder wahlweise mit einer Elementarwellenform (Sinus, Dreieck, Sägezahn und Puls), oder einer von 15 Wavetables oszilliert. Dem stehen ein Rauschgenerator mit regelbarem Hochpass und ein Ringmodulator zur Seite. Alle Oszillatoren können dabei miteinander in regelbarem Verhältnis Frequenz-moduliert werden. Der Klangrohling findet dann seinen Weg in ein flexibles, analoges Multimode-Filter, das wahlweise mit 12 oder 24 dB Flankensteilheit und als Tief-, Band- und Hoch-Pass agieren kann. Daneben ist auch die Verschaltung in zwei Modi parallel möglich – dann agiert jedes Band allerdings logischerweise nur mit 12 dB. Pro Patch stehen nicht weniger als 16 Modulationslots bereit, von denen jeder aus zwei Quellen beeinflusst werden kann. Hier mal die schematische Aufbereitung dieser mächtigen Modulationsmatrix:

Als Modulationsquellen immer im Zugriff: Eine ADSR-Amp- und zwei ADSR-Modulation-Hüllkurven. Daneben stehen zwei extrem flexible LFOs pro Stimme, sowie zwei globale Funktionsgeneratoren bereit. Und natürlich Pitchbend-, Mod-Wheel und – unsichtbar – Aftertouch. Schlussendlich geht es für den Klang noch in eine – ebenfalls modulierbare – Effekt-Sektion, die mit Distortion, Chorus, Delay und Reverb für den akustischen Feinschliff sorgt. 

Auspacken

Der hübsche Gebirgszug auf der Umverpackung verrät bereits, dass sich in dem Karton, eingeschmiegt in PUR-Formschaum-Teile, der Summit versteckt, Unserem Testgerät lag lediglich ein Kaltgeräte-Stromkabel bei. Was okay ist, denn das Manual lässt sich ja auf der Novation-Seite herunterladen und Papier sparen ist vielleicht nicht die schlechteste Idee in Fridays for Future-Zeiten. Moment, habe ich da Kaltgeräte-Kabel geschrieben?! Richtig – der Summit ist der erste Novation-Synth mit integriertem Netzteil. In der finalen Version bekommt der Synth dann noch ein USB-Kabel und ein Getting Started-Manual als Reisebegleitung.

Erster Eindruck

Mit seinen 11 kg, die vornehmlich dem robusten Stahlrahmen des Gehäuses geschuldet sind, ist der Summit kein Leichtgewicht. Durch seine relativ flache Bauform und die hübschen Seitenteile aus Holz wirkt er allerdings optisch ziemlich elegant. Da die Potiköpf in Relation zum Gehäuse recht groß (und damit gut bedienbar) geraten sind, vermittelt er gleichzeitig eine gewisse Kompaktheit – in der Summe wirkt der Summit sehr ansprechend und ein bisschen, wie ein moderner Klassiker. An der Unterseite verläuft – ebenfalls eine gute Tradition bei Novation – ein Gummi-Rahmen auf dem der Summit sicher aufliegt.

Beim Blick auf das Layout fällt sofort auf, dass der Summit – im Gegensatz zum Peak, der Platz-bedingt Menü und Oszillator, sowie LFOs und Filter übereinander „stapeln“ musst – natürlich die gesamte Breite eines 5-Oktaven-Keyboards nutzen kann. Daraus ergibt sich eine geradezu Lehrbuch-hafte Aufteilung, die Workflow und Signalfluss ideal unterstützt: Links die globalen Parameter wie Volume, Modus und Part-Auswahl (A/B), dann das Display mit Menü und Funktionsmenü-Tastern, darauffolgend der Voice-Modus und Arpeggiator, gefolgt von den drei Oszillatoren. In der Mitte sitzen dann die FM-Matrix und der Mixer, dem sich nach rechts das Filter, die beiden Hüllkurven (Amp/Mod 1,2) und die LFO-Sektion anschließen und am rechten Rand dann die Effekt-Sektion.

Anschlüsse

Der Blick auf die Rückseite zeigt, dass sich hier im Vergleich zum Peak einiges getan hat: Allen voran wurde dem Summit ein zweiter Stereo-Out spendiert, was natürlich extrem sinnvoll ist, wenn man nun auch einen dualen Klangmodus zur Verfügung hat. Daneben wird der künftige Summit-Anwender durch einen Stereo-Eingang erfreut, der sich wahlweise ‚pre‘ oder ‚post‘ Filter schalten lässt und am Ende die Effektkette des Summit durchläuft.

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