Software
Test
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23.04.2019

Praxis

Auspacken und installieren

Im Lieferumfang befindet sich der Controller, ein Mikro-USB-Kabel, die Bedienungsanleitung, eine Lizenznummer für die DAW „Bitwig 8-Track“ sowie die Seriennummer des Controllers. Letztere wird benötigt, um die DAW-Integration-Files herunterzuladen, welche die DAW-Transport-Steuerung ermöglichen. Doch auch ohne DAW-Integration sind die meisten Features nutzbar – schließlich ist das Ding ja USB-Class-Compliant. Das bedeutet, dass keine Treiberinstallation notwendig ist, um den Controller mit Windows, macOS, iOS oder Android zu nutzen.

Wer aber auf die Transportsteuerung der DAW nicht verzichten möchte, gibt im Account auf der Nektar-Website die Seriennummer ein, um das SE25 zu registrieren. Daraufhin lässt sich angeben, welche DAW man nutzen möchte. Den Eingaben entsprechend werden die Installationsdateien für die jeweiligen DAW-Integrationsskripte sowie eine Bedienungsanleitung für die DAW-Integration zum Download bereitgestellt. Nach einer gewöhnlichen Installationsroutine ist das SE25 auch mit der DAW konfiguriert – alle Settings wie die Ports werden daraufhin automatisch eingestellt. Je nach DAW sind unterschiedliche Schritte notwendig, um den Controller mit der DAW zu verbinden. In der Bedienungsanleitung für die DAW-Integration sind die notwendigen Vorgehensweisen für alle DAWs ausführlich (in englischer Sprache) erklärt.

Übersichtliche DAW-Steuerung

Wie man an den Buttons sofort erkennen kann, lässt sich zunächst einmal die Transport-Sektion der DAW steuern. Abspielen, Aufnahme, Vor und Zurück sind fernsteuerbar, sofern man das DAW-Skript installiert hat und den Controller in den entsprechenden Modus versetzt. Standardmäßig regeln die Play- und Record-Buttons nämlich die Oktavenlage der Klaviatur und die Forward- und Rewind-Buttons das Pitchbend. Um stattdessen die Transport-Features der DAW zu steuern, drückt man gleichzeitig „Abspielen“ und „Zurück“ und schon befindet man sich im Modus zur Steuerung der DAW.


Doch nicht nur die Transport-Sektion der DAW ist über den Controller regelbar. Vielmehr lassen sich die Buttons „Forward“ und „Rewind“ auch dazu nutzen, um in den Spuren des Projektes zu navigieren oder aber in einem Software-Instrument die Sound-Patches zu wechseln. Das ist ganz praktisch, um beim Einspielen von Sounds verschiedener Spuren sowie bei der Soundsuche eines Instruments nicht jedes Mal dafür zur Maus greifen zu müssen. Besonders das Wechseln von Sound-Patches finde ich am Controller wesentlich komfortabler. So hat man nicht gleichzeitig eine Hand an der Maus, die andere auf der Klaviatur und muss auch noch zum Rechnerbildschirm schauen, sondern kann alles bequem am SE25 erledigen.

Einfache Zuweisung via Setup-Mode

Die Bedienoberfläche ist mit ihren sechs Softbuttons natürlich überschaubar gehalten, doch durch die Sekundärbelegungen lässt sich mit dem Controller mehr reißen, als sich auf den ersten Blick annehmen lässt. Ob man nun die DAW steuern möchte oder auch weitere Funktionen mit dem Controller auslösen möchte, die Bedienung ist von Nektar wirklich sehr übersichtlich gestaltet und einfach gelöst, nämlich via Setup-Mode.

Um beispielsweise die Vor-/Zurück-Buttons zur Patchauswahl zu nutzen, hält man lediglich die beiden Setup-Buttons (S und 2) gedrückt und wählt daraufhin die Note „D2“ auf der Klaviatur, welche mit „Patch“ auf der Bedienoberfläche beschriftet ist. Schon spult man nicht mehr vor und zurück, sondern skippt die Sounds eines Klangerzeugers durch, der in der aktuell selektierten Spur geladen ist. Im Test mit Logic Pro X funktioniert das problemlos mit den DAW-eigenen Klangerzeugern; Sounds von Dritthersteller-Plug-ins lassen sich leider nicht wechseln. Abgesehen von Pitchbend, Patch- und Trackauswahl, sind die Forward- und Rewind-Buttons auch zum Transponieren der Klaviatur in Halbtonschritten sowie zur Verwendung von MIDI-Volume (CC7-Message) oder MIDI-Panorama (CC10-Message) belegbar. So kann man schon leichte Mix-Anpassungen vornehmen, was beim Einspielen von Sounds oftmals helfen kann – beispielsweise, um das aktuell einzuspielende Instrument bei der Performance besser rauszuhören.

Nützliche Zusatzfeatures via Part-Two-Button

Ebenso simpel hat Nektar auch die Funktionenszuweisung des Part-Two-Buttons gelöst, mit denen sich der Button dazu nutzen lässt, die Klaviatur kurzzeitig mit zweiten Features zu belegen. Der Part-Two-Button führt die Funktion nämlich nur so lange aus, wie er gedrückt gehalten wird, was praktisch ist. Um den Button mit einer Funktion zu belegen, werden ebenfalls beide Setup-Buttons (S und 2) gedrückt gehalten und eine Funktion über die Noten E2 bis G#2 ausgewählt. Besonders die beiden Funktionen, mit denen sich die gespielten Noten kurzzeitig oktaviert bzw. transponiert spielen lassen, empfinde ich bei nur 25 Tasten als besonders nützlich. Doch auch einen zusätzlichen Channel anzusteuern, kann durchaus sinnvoll sein. So lässt sich nämlich mit dem Controller in nur einem Knopfdruck mal eben gleichzeitig ein zweiter Sound ansteuern: Das Paradebeispiel ist hier die Piano-Streicher-Kombination. Wie bereits eingangs erwähnt, lassen sich für das Part-Two-Feature numerische Werte eingeben, um beispielsweise Channel-Nummern, Transponierungswerte oder Ähnliches zu definieren – ebenso intuitiv, wie effektiv gelöst.

Modulation oder Sustain – was darf’s sein?

Der S-Button lässt sich wahlweise für Sustain oder Modulation verwenden. Auch hier wird zuvor – wie soll es anders sein – der S- und 2-Button gedrückt, um in den Setup-Modus zu gelangen. Daraufhin wird wahlweise A#2 für Sustain bzw. B2 für Modulation gedrückt, um dem S-Button das gewünschte Feature zuzuweisen. Nektar hat die Funktionszuweisung der Softbuttons also rundum über den Setup-Mode gelöst. Ist das simple Konzept erst einmal verinnerlicht, lässt sich der Controller kinderleicht bedienen!

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