Gitarre Hersteller_MusicMan
Test
1
29.11.2016

Music Man Valentine Test

E-Gitarre

Maroon 6

Neben Steve Lukather, Albert Lee, Steve Morse, John Petrucci und St. Vincent ist nun auch James Valentine ein Signature Artist des Gitarren- und Amp-Herstellers aus San Louis Obispo, Kalifornien. James Valentine ist Gitarrist und Songschreiber der ausgesprochen erfolgreichen US Pop-Band Maroon 5 und hat eine ganze Menge Ideen in die Entwicklung des Instruments einfließen lassen.

Die Gitarre im Double-Cut-Design ist auf Wunsch des Meisters mit einem Singlecoil am Steg und einem Humbucker am Hals ausgestattet und kann darüber hinaus mit einigen individuellen Ausstattungsmerkmalen aufwarten, die nicht unbedingt zur Standardausstattung einer Music Man Gitarre gehören. Wir wollen herausfinden, welche das sind und wie sie sich in der Praxis bewähren.

Details

Optik/Verarbeitung

Geliefert wird das Instrument, wie bei Music Man üblich, in einem hochwertigen Kunststoffkoffer, der die Gitarre auch bei härteren Beanspruchungen sicher vor äußeren Einflüssen schützt. James Valentine ist bekennender Tele- und auch Gibson-335-Fan, was sich auch in diversen Details unserer Testkandidatin widerspiegelt. Der in Trans Black lackierte Eschekorpus verjüngt sich an der Rückseite nach oben und seine zwei Cutaways lassen ein Bespielen bis in die höchsten Lagen zu. Music Man nennt die ergonomische Anpassung der Korpusrückseite übrigens "Wedge Shape" und verspricht ein komfortables Handling. Ich bin sehr gespannt darauf, aber dazu später mehr im Praxisteil.

Die Decke trägt einen Music Man Custom Singlecoil am Steg sowie einen Music Man Custom Humbucker am Hals, jeweils in schwarze Pickup-Rahmen geschraubt, die wiederum direkt mit dem Korpus verbunden sind. Ein Dreiwegschalter ermöglicht das Anwählen der bekannten Positionen, sprich Steg, Steg-Hals und Hals-PU allein. Das allerdings war James Valentine offensichtlich nicht genug, daher wurde noch ein Coil-Splitting integriert, das mit Hilfe des ansonsten passiven Push/Push-Tone-Potis aktiviert werden kann. Folgende Pickup-Kombinationen sind somit möglich:

Zusätzlich ist ein 20dB Boost integriert, der sich mit dem Volume-Poti einschalten lässt, ebenfalls per Push/Push-Funktion. Für den aktiven Preamp benötigt die Valentine einen 9-Volt-Block, der sich an der Rückseite per Schnellverschluss versenken lässt. Beide Potis sind mit griffigen Metallknöpfen ausgestattet, die ein Regeln auch mit verschwitzten Händen ermöglichen. Ein kleines Tortoise-Schlagbrett unterhalb der beiden Pickups darf ebenfalls nicht fehlen.

In Sachen Steg setzt Music Man auf die Neu-Interpretation der klassischen einteiligen Steg-Konstruktion, wie man sie von der Tele her kennt und nennt sie entsprechend auch "Modern Hardtail". Auch das Einfädeln der Saiten von der Korpusrückseite her folgt dem Vorbild. Halb unter einer abnehmbaren, ergonomisch geformten Metallabdeckung sitzen die sechs Saitenreiter, die nach alter Sitte aus Stahl gebogen werden, aber wie bei modernen Steg-Konstruktionen üblich, ohne größeren Aufwand vertikal und horizontal einstellbar sind. Ein Blick auf die Rückseite zeigt das weiter oben im Text erwähnte Batteriefach, eine weitere Ausfräsung unterhalb der Potis und des Dreiwegschalters beherbergt die entsprechende Elektronik.

Der Ahornhals ist mit fünf Schrauben bombenfest am Korpus befestigt, er sitzt saugend in der Halstasche. Music Man hat der Valentine einen sogenannten "Roasted Maple"-Hals mitgegeben, ein relativ neuer Trend unter Gitarrenbauern. Dabei bleibt Ahorn länger in der Trockenkammer, als es normalerweise der Fall ist, wobei dem Holz mehr Feuchtigkeit entzogen wird als üblich. Ergebnis sind Hälse, die unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen und insgesamt stabiler als Standard-Ahornhälse sein sollen. Fakt ist jedenfalls, dass in unserem Fall das Holz karamel-bernsteinfarben nachdunkelte und lediglich mit Öl und anschließend von Hand mit Wachs behandelt wurde, was meiner Meinung nach unverschämt attraktiv aussieht.

Das Griffbrett beherbergt 22 Stainless-Steel Medium-Jumbo-Bünde, die allesamt perfekt eingesetzt und bearbeitet wurden. Was das angeht, legt Music Man die Latte sehr hoch und dementsprechend gibt es auch nichts zu beanstanden. Schwarze Punkteinlagen im Griffbrett und an der Halskante sorgen für die nötige Orientierung, und bevor die Saiten auf die Schaller M6-IND Locking-Mechaniken treffen, passieren sie den 41,3 mm breiten Kunststoffsattel.

Und wo wir gerade bei den Saiten sind: Ab Werk hat Music Man einen Satz aus eigenem Hause aufgezogen, dabei handelt es sich um den Ernie Ball Slinky Satz .011 - .048. Die Mechaniken sind in der für Music Man typischen 4:2 Anordnung angebracht, was eine kleinere Kopfplatte ermöglicht. Vorteil ist auch die schnurgerade Saitenführung zu den Mechaniken, die für weniger Reibung bei Bendings und damit auch für weniger Verstimmung sorgt, wozu auch die Klemm-Mechaniken ihren Teil beitragen.

Wer den Zugang zum Halsstab sucht, wird am Hals-Korpus-Übergang fündig, was ich ausgesprochen servicefreundlich finde, zumal dafür kein Spezialwerkzeug benötigt wird. Ein schmaler Schraubenzieher reicht vollkommen aus. Das 3114 Gramm leichte Instrument wurde auf allerhöchstem Niveau in den USA gefertigt und ich bin sehr gespannt, wie es sich im Praxisteil schlägt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare