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12.11.2015

Monkey Banana Turbo 6 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Wenn der Affe den Schleifstein verlässt

Der deutsche Hersteller Monkey Banana führt eine Reihe aktiver Zwei-Wege Speaker im Sortiment. Die vier Monitore der Turbo Serie sind dabei allesamt zusätzlich zu den analogen Eingängen mit digitalen S/PDIF-Eingängen versehen. 

Neben den Speakern Turbo 4, 5, 6 und 8 mit entsprechend großen Tieftönern beinhaltet die Turbo-Serie aber auch noch den Subwoofer Turbo 10s. Mit der Turbo 6 haben wir den zweitgrößten Turbo-Monitor zum Test vorgeladen. Entsprechend dem Ethos des Herstellers überschreitet keiner der Speaker dabei die preisliche Mittelklasse. Wie sie sich in unserem Vergleich schlagen?

Details

Allgemeines

Zu einem Stückpreis von rund EUR 300,– wird der in Schwarz und Rot erhältliche Turbo 6 in den Läden gehandelt, preislich bewegt er sich also im unteren Mittelfeld. Abstriche in der Qualität will das 2010 gegründete deutsche Unternehmen dabei allerdings keine machen – so die Firmenphilosophie. 

Biamped 2-Wege-Design

Der Woofer des Turbo 6 hat einen Durchmesser von 6,5 Zoll. Beim Hochtöner scheinen die Bananen-Affen aber eine Vorliebe zu haben: Alle Turbos haben den gleichen 1 Zoll Softdome-Tweeter verbaut. Lautsprecher mit mehr als zwei Wegen hat das Monkey Banana Monitor-Sortiment allerdings nicht zu bieten. In typischer Aktivmonitor-Manier versorgen zwei Class-A/B-Verstärker den Hoch- und den Tieftöner getrennt voneinander. Dieser Art der Verstärkung nennt man auch Bi-Amping. An den Woofer gelangen somit 60 Watt, der Tweeter hingegen wird von 30 Watt gespeist. Die Frequenztrennung findet logischerweise vor der Verstärkung statt und erfolgt bei 3 kHz.

Ziemlich viel Box für wenig Geld

Der Turbo 6 hat gesunde Maße von 260 x 229 x 328 mm (HxBxT), ist aber durchaus ausladender als die Konkurrenz im Rahmen unseres Testmarathons. Mit 7,6 kg Nettogewicht liegt das MDF-Gehäuses aber an der unteren Grenze, die Box fällt also relativ leicht aus. Dank der digitalen S/PDIF-Anschlüsse ist die Turbo 6 den anderen Konkurrenten im Testmarathon aber eine Bananenlänge voraus! Solche Anschlüsse finden sich sonst nur im hochpreisigen Monitorsektor, dort allerdings meist auch im professionellen AES/EBU Format mit XLR anstatt in Form eines S/PDIF-Cinchs.

Akustische Gehäusemerkmale

Die etwas an einen Sarg erinnernde Form macht optisch durchaus etwas her, dient aber in erster Linie der Verminderung paralleler Wände und damit stehender Wellen im Gehäuseinneren. Sowohl der Tweeter als auch der Woofer sitzen dabei in einem leichten Waveguide, was eine optimale Schallführung vom Gehäuse weg ermöglichen soll. Der rückseitige Bassport fällt recht großzügig aus und sollte Portturbulenzen kaum Spielraum bieten. Gut auch, dass er auf Grund seiner rückseitigen Platzierung einem so auch nicht ins Gesicht föhnen kann. 

Das Gehäuse hinterlässt generell einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck, zumal auch weitere akustische Bedingungen berücksichtigt werden. Im Lieferumfang finden wir somit auch noch vier Gummiringe pro Box vor, die zur akustischen Entkopplung – etwa vom Schreibtisch – dienen sollen. Ein wenig wird das durchaus helfen können, richtige Stative ersetzte solch eine Maßnahme aber niemals!

Bezüglich der Aufstellung lohnt es sich außerdem, auch einen Blick in das mitgelieferte Handbuch zu werfen, gibt es doch eine Reihe guter Ratschläge zur Positionierung und Einrichtung. Eine digitale Version des deutschen Handbuches könnt ihr euch übrigens hier herunterladen.

Leistungsdaten

Im sehr umfangreich und illustren Handbuch – das übrigens auch in „Sarg“-Form kommt –  ist der Frequenzgang mit 50 Hz - 30 kHz beziffert. Angaben dazu, bei welchem Abfall die ermittelt wurde, gibt es aber wieder einmal nicht. Der Maximalpegel des Woofers soll laut Handbuch hingegen 92 dB, der des Hochtöners 98 dB betragen und das bei 0,05% und 0,02% THD (Verzerrungsgrad).

Anschlüsse und eingebaute Filter

In Sachen Anschlussmöglichkeiten lässt die Rückseite keine Wünsche offen: Neben den analogen Anschlüssen in Form einer symmetrischen XLR/TRS Combo-Buchse und eines Cinch-Anschlusses kommt sogar noch ein digitaler S/PDIF-Anschluss inklusive Thru-Buchse zum Einsatz. 

Ob die Box ihr Signal vom digitalen oder analogen Eingang beziehen soll, wird mit dem entsprechenden Kippschalter daneben namens INPUT MODE eingestellt. Nutz man ein digitales Signal, wird mit dem CHANNEL-Kippschalters außerdem definiert, ob aus dem S/PDIF-Feed nun der rechte oder der linke Stereo-Kanal wiedergegeben werden soll. 

Zur Raumanpassung stehen ferner auf der Rückseite für Hochtöner und Tieftöner je ein EQ parat. Der High-Shelf regelt dabei ab 10 kHz, der Low-Shelf hingegen unter 100 Hz. Beide arbeiten dabei mit einem maximalen Hub von bis zu +/- 6dB. Es bleibt noch ein Volume-Regler und ein Hauptschalter nebst Stromanschluss zu benennen – und das war es auch schon.

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