Test
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29.11.2017

Millenium Still Series Cymbals Test

Übungsbecken

Lochfraß aus Treppendorf

„Schon zu laut!“ Diesen ironisch gemeinten Spruch kriegt man als Drummer gern mal an die Backe gedrückt, nachdem man nach dem Betreten des Clubs lediglich seine Trommeltaschen auf der Bühne ablegt hat. Aber hinter jedem Scherz steckt bekanntlich ein kleiner Funken Wahrheit. So ist die Lautstärke der Becken in besonders kleinen Läden tatsächlich oft ein Problem. Noch mehr Spießrutenlauf kann es bei der Probe mit den Bandkollegen oder beim heimischen Trommeln mit den Nachbarn geben. Eine einfache Lösung, wenn man nicht komplett auf das Spielgefühl und den Klang „echter“ Becken verzichten möchte, sind so genannte Übungsbecken. 

Die Betonung liegt auf Üben. Für die eingangs angesprochene Gig-Situation würde ich mir eher etwas anderes einfallen lassen, zum Beispiel leichtere Sticks oder Ruten benutzen und insgesamt weniger draufhauen. 

Becken mit großen Löchern für kurze und trashige Klänge gibt es schon länger, auf die Idee mit den vielen klitzekleinen Löchern ist wohl als erstes die amerikanische Schmiede Zildjian gekommen. Aus ihrer eher mäßig erfolgreichen Gen16 E-Drum-Beckenserie entwickelten sich im Laufe der Zeit die L80 Low Volume Übungsbecken, die sich wie geschnitten Brot verkaufen. Keine Frage, dass da auch andere Hersteller mit ähnlichen Konzepten versuchen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. 

Details

Unser Millenium Still Beckensatz wird für das Musikhaus Thomann in China gefertigt und besteht aus insgesamt vier Modellen, zwei Crash-Becken in 16“ und 18“, einer 14“ Hi-Hat und einem 20“ Ride-Becken, also gemeinhin verbreitete Standardgrößen. Die Becken sind mit Plastikfolien umhüllt und lagern relativ lose in einem weißen, einfach bedruckten Millenium Karton. Das Material heißt Nickelsilber, dabei handelt es sich um ein zuweilen auch bei herkömmlichen Einsteiger-Beckensätzen verwendetes, leichtes Buntmetall. (Wer erinnert sich noch an die Headliner Becken, die es in den 1990ern gab?) Die Besonderheit sind die zahlreichen kleinen Löcher auf der polierten Oberfläche, die sich in einem festen Muster über die komplette Oberfläche der Becken verteilen. Zwölf etwas größere Löcher sind rund um die Bell platziert. Ansonsten hat hier ein maschineller Bohrer ganze Arbeit geleistet. Von der Mitte zum Rand hin wird der Durchmesser der Löcher in Etappen ein kleines Stück größer, das führt zu recht anschaulichen Mustern, wenn man das Becken gegen das Licht hält. 

Auf der Oberseite wurden die Löcher sauber entgratet, etwas spitzer geht es auf der Unterseite zu, das merkt man beim Hantieren mit den Blechen. Obwohl kaum die Gefahr besteht, sich die Finger ernsthaft zu verletzen, sollte hier trotzdem noch einmal nachgebessert werden. Schon bei den neuen, ungespielten Becken bemerke ich auf der Oberfläche kleine Kratzer, wahrscheinlich vom Gegeneinanderreiben im Karton, sowie (abwaschbare) Tintenrückstände, die auf ein zügiges Verpacken nach dem Bedrucken hinweisen. Mit der Fertigungsqualität der mehr als doppelt so teuren Zildjian L80 Becken können die Still Becken nicht ganz mithalten, mal sehen, wie es jetzt im Praxisteil klingt und schwingt.

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