Recording Mikrofon Hersteller_MicW
Test
2
04.06.2018

Praxis

Die getesteten Mikrofone der i-Serie funktionieren ohne große Überraschungen am iPhone und iPad und stehen sofort in den getesteten Apps GarageBand, MetaRecorder, Decibel Ultra und SpectrumView zur Verfügung. Da die Belegung der Kopfhörerbuchse meines Apple MacBook Pro auch 4-polig ausgelegt ist, kann ich die entsprechenden Mikrofone der i-Serie hier ebenfalls nutzen.

Leider fällt in der Praxis das Verlängerungskabel aus einem der zum Test bereitgestellten Kits negativ auf. Der Klinkenstecker weicht so stark von den Normmaßen ab, dass er nicht überall problemlos passt, wo er eigentlich passen sollte. Er passt noch nicht einmal in das im gleichen Kit gelieferte Splitkabel. Da sollte die Qualitätskontrolle bei MicW in Zukunft besser aufpassen.

Klang

In den Mikrofonen der i-Serie von MicW kommen, bedingt durch die handliche Größe, relativ kleine Kapseln mit 7 mm und 12 mm zum Einsatz. Zu den Effekten, welche durch so kleine Kapseln hervorgerufen werden, gehört eine geringer ausgeprägte Richtwirkung, welche bei Messmikrofonen bevorzug wird. Darüber hinaus ergeben sich aber auch Nachteile, besonders bei Eigenrauschen und Grenzschalldruckpegel. Kleine Kapseln rauschen deutlich mehr und sind weniger empfindlich.

i266

Das Klangbild des i266 würde ich als ausgewogen, aber nüchtern bezeichnen. Kein Frequenzbereich wird übermäßig betont. Allerdings werden für meinen Geschmack die unteren Mitten und Bässe etwas zu schwach abgebildet. Bei Sprach- und Gesangsaufnahmen stört das nicht unbedingt. Bei Musikaufnahmen spielt dieser Bereich, je nach Instrumentarium, schon eine wichtige Rolle und müsste deshalb nachträglich angehoben werden.

Die Richtwirkung ist für gerichtete Mikrofone wenig ausgeprägt. Insbesondere die unteren Mitten werden bei seitlicher Besprechung noch etwas schwächer eingefangen.

Bei Nahbesprechung werden die tiefen Frequenzen erwartungsgemäß deutlicher übertragen, allerdings muss man hier die Position des i266 sehr sorgfältig wählen oder einen Popschutz zu Hilfe nehmen, da es sonst, gerade bei Plosivlauten, schnell zu Verzerrungen in der Kapsel kommt.

Wird das i266 mit der Klammer aus dem Kit, zum Beispiel bei Interviews, an der Kleidung befestigt, erhält man einen wärmeren, volleren Klang. Die unteren Mitten und Bässe werden deutlicher, was in dieser Position für gerichtete Mikrofone keine Überraschung ist.

Geräusche, die beim Bedienen des iPads oder iPhones entstehen, werden sehr moderat auf das direkt am Gerät angeschlossene i266 übertragen und sind nur sehr leise wahrnehmbar.

i436

Laut Frequenzdiagramm des Herstellers besitzt das i436 einen ziemlich linearen Frequenzgang mit einer leichten Anhebung zwischen 10kHz und 14kHz und einem darauffolgenden Abfall von schätzungsweise 4 dB je Oktave.

Im direkten Vergleich zum i266 klingt das i436 wesentlich voller in den unteren Frequenzen und präsenter in den Höhen. Für meinen Geschmack wäre dies die bessere Wahl für Aufnahmen, sowohl von Sprache, als auch von Musik. Allerdings ist ein Druckempfänger, also ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik, nicht in jeder Aufnahmesituation die beste Wahl. In vielen Situationen möchte man einfach nicht Schall aus jeder Richtung aufnehmen. Für Messmikrofone, und als solches ist das i436 konzipiert, bietet sich diese Richtcharakteristik allerdings an.

Die Testaufnahme der seitlichen Besprechung klingt für ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik erstaunlich anders als die der frontalen Besprechung. Ich vermute, dass dies zum größten Teil an der Raumakustik liegt, denn die Aufnahmen des i437L klingen da wesentlich ähnlicher, obwohl beide Mikrofone die gleiche Kapsel verwenden.

Der Nahbesprechungseffekt ist bei echten Kugelmikrofonen naturgemäß nicht vorhanden. Dies trifft auch auf das i436 zu.

In der Interviewposition, zum Beispiel am Revers eines Jackets, verliert das i436 einiges an hohen Frequenzen, was aber mehr an der Position als am Mikrofon liegt.

Wenn während der Aufnahme das Hostgerät bedient wird, werden die dabei entstehenden Geräusche nur sehr schwach vom i436 eingefangen. Beim Test wurde ein iPad Air verwendet.

i437L

Der Klang des i437L ist dem des i436 sehr ähnlich, da es die gleiche Kapsel besitzt. Unterschiede sind entweder durch den im Mikrofon verbauten Analog-digital-Wandler oder durch die Tatsache, dass die Aufnahmen an verschiedenen Tagen entstanden sind, bedingt.

Da es für das i437L kein Verlängerungskabel gibt und dieses auch nicht in einem Kit angeboten wird, habe ich auf die Aufnahme in der Interviewposition verzichtet.

Bei den Handling-Geräuschen zeigt sich der größte Unterschied zum i436. Das i437L überträgt Bediengeräusche vom iPad wesentlich deutlicher als seine Kollegen.

i456

Das i456 wird vom Hersteller als besonders für laute Signale geeignet beworben. Mit anderen Worten: Das i456 ist weniger empfindlich. Dies zeigt sich auch in einem geringeren Ausgangspegel. Im Test musste ich das i456 höher aussteuern als die anderen Mikrofone der i-Serie, was leider auch zu höherem Rauschen in den Aufnahmen des i456 führt.

Ich empfinde den Klang des i456 als hohl und flach. Mir fehlen vor allem die tiefen Frequenzen bei Sprachaufnahmen.

Bei seitlicher Besprechung klingt das i456 fast wie ein Telefon.

Bei Nahbesprechung überträgt das i456 endlich auch tiefere Frequenzen.

Auch das i456 fängt in der Interviewposition mehr Tiefen, aber weniger Höhen ein.

Die Handling-Geräusche werden wie bei den anderen MicW-Mikrofonen mit Klinkenstecker relativ gering übertragen.

Da die Windschutze akustisch nur minimal Einfluss auf den Klang nehmen, habe ich bei allen Mikrofonen auf Testaufnahmen mit diesen verzichtet.

Eigenrauschen

Wie bereits angesprochen, ist das Eigenrauschen gerade bei kleinen Kapseln deutlich höher. Eventuell macht sich hier auch die in den Mikrofonen verbaute Elektronik bemerkbar. Die vom Hersteller MicW in den technischen Daten angegebenen Werte für das Eigenrauschen lassen bereits erahnen, dass dieses bei den Mikrofonen der i-Serie eine große Rolle spielt.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare