Recording Mikrofon Hersteller_MicW
Test
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04.06.2018

MicW i-Serie Test

Mikrofone für verschiedene Anwendungen mit mobilen Geräten

Eine Serie äußerst kompakter Mikrofone für den mobilen Einsatz an Smartphones und Tablets

Tontechniker und -interessierte haben heute die Wahl, sich für Aufnahmen und Messungen eine spezialisierte Hardware-Lösung zuzulegen oder diese Aufgaben mit Smartphone oder Tablet und entsprechenden Apps zu erledigen. Es gibt Apps für fast alle Aufgaben und Geldbeutel. Leider sind die Mikrofone der mobilen Schlauberger nicht für anspruchsvolle tontechnische Anwendungen geeignet.

Hier setzt die chinesische Firma MicW mit ihrer i-Serie an und bietet verschiedene Mikrofone speziell für den Einsatz an Smartphones und Tablets an.

Für unseren Test wurden uns vom deutschen Vertrieb das i266, i436, i437L und i456 zur Verfügung gestellt.

#Apps und Hardware für iOS

Details

Bei den vier getesteten Mikrofonen der i-Serie von MicW handelt es sich um Elektret-Kodensatormikrofone. Die Gehäuse sind aus hochwertigem, gebürstetem Edelstahl gefertigt. Sie sind mit Stecker ungefähr 5 cm lang, haben einen Durchmesser von circa 1 cm und wiegen höchstens 17 g. Mit diesen Abmessungen kann man ein solches Mikrofon wirklich in jede Tasche stecken und immer mitnehmen. Die genauen Abmessungen und weitere Details zu jedem der vier getesteten Mikrofone sind unter den Facts am Ende des Testberichts aufgeführt.

Die Testkandidaten

Das i266 ist vorgesehen für hochwertige Aufnahmen von Interviews, Vocals, Instrumenten und Livemusik. Durch seine Nierencharakteristik und seine etwas größere Membran soll es insbesondere unter schwierigen akustischen Bedingungen und bei leisen Signalen gute Ergebnisse liefern.

Die Hauptanwendung des i436 sind akustische Messungen. Zu diesem Zweck ist dieses Modell von MicW wie die meisten Messmikrofone als Druckempfänger, also mit Kugelcharakteristik, gefertigt. Vor der Auslieferung wird jedes einzelne i436 laut Hersteller kalibriert, wodurch eine Zertifizierung nach IEC 61672, dem internationalen Standard für Schallpegelmessgeräte, erreicht werden konnte.

Im i437L arbeitet die gleiche Kapsel wie im i436. Es ist also ebenfalls als Messmikrofon mit Kugelcharakteristik konzipiert, ebenfalls nach IEC 61672 zertifiziert und jedes Exemplar wird ebenfalls einzeln kalibriert . Der größte Unterschied ist der Anschluss, welcher hier als Lightning-Stecker ausgelegt ist.

Für laute Signale, Gesangs- und Musikaufnahmen soll sich laut Hersteller das i456 besonders gut eignen. Als Richtcharakteristik wurde hier eine breite Niere gewählt.

Anschlüsse

Zum Anschluss befinden sich direkt an den Mikrofonröhren Stecker, welche mit den meisten mehr oder weniger smarten Rechenknechten kompatibel sind. Bei den Mikrofonen i266, i436 und i456 sind dies 4-polige 3,5-mm-Klinken für den Kopfhörer-Anschluss.

Das i437L fällt etwas aus dem Rahmen, da es mit einer internen AD-Wandlung und einem Lightning-Stecker ausgestattet ist und so ausschließlich mit iOS-Geräten arbeitet. Leider wird das i437L am Camera Connection Kit von Apple nicht erkannt, so ist es nicht möglich gleichzeitig eine zweite Verbindung per USB, zum Beispiel zu einem hochwertigen DA-Wandler, herzustellen.

Lieferumfang

Die getesteten Mikrofone der i-Serie werden in transparenten Kunststoffboxen ausgeliefert. Während das i436 leider nur mit einer Bedienungsanleitung geliefert wird liegen den anderen Modellen der i-Serie zusätzlich jeweils passende Windschutze aus Schaumgummi bei.

Beim Kauf eines i266, i436 oder i456 hat der geneigte Anwender darüber hinaus die Wahl, das jeweilige Mikrofon im Kit mit zusätzlichem, sinnvollem Zubehör zu erwerben. Das Zubehör-Kit kann auch einzeln, ohne Mikrofon, erstanden werden.

Das i437L gibt es, wahrscheinlich auf Grund des Lightning-Anschlusses, nicht im Kit.

Die Mikrofone der i-Serie werden ohne Apps vertrieben, sind allerdings mit allen getesteten Apps, auch kostenlosen, auf iPhone und iPad kompatibel. Für die Tests habe ich den MetaRecorder von Apogee verwendet.

Die i-Serie Kits

Die Kits werden ebenfalls in einer stabilen Kunststoffbox geliefert und bestehen jeweils aus Mikrofon, einem 2 Meter langen Verlängerungskabel, einem Splitkabel, einer Halteklammer, dem Windschutz und einer multifunktionalen Transportkapsel aus Aluminium.

Das Splitkabel sorgt dafür, dass gleichzeitig Mikrofon und Kopfhörer zum Monitoring angeschlossen werden können. Dabei trennt das Splitkabel die Verbindung eines eventuell im Kopfhörer verbauten Mikrofons. So wird sichergestellt, dass wirklich das MicW-Mikrofon für die Aufnahme verwendet wird und nicht das Mikrofon von zum Beispiel angeschlossenen Apple EarPods.

Für Interviews können die MicW-Mikrofone mit der Halteklammer bequem an der Kleidung befestigt werden.

Die Transportkapseln besitzen am oberen Ende eine circa 1 cm große Öse, in der sich ein Gummiring befindet. Mit Hilfe dieser Öse kann zum einen die Kapsel an einem Karabinerhaken zum Transport befestigt werden, zum anderen kann hier das Mikrofon hereingeschoben werden, welches dann von dem Gummiring in der Öse gehalten wird. Für diesen Fall ist die Transportkapsel am unteren Ende mit einem Gewinde ausgestattet, welches auf Standard-Mikrofonstative passt. Die Transportkapsel ist also gleichzeitig auch Mikrofonhalter - tolle Idee.

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