Test
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30.10.2021

Meinl Classics Custom Dual Cymbals Test

Becken Serie

Dual, jetzt auch günstiger!

Ob eine Beckenserie bei der Schlagzeugerschaft ankommt, lässt sich nicht nur an ihrer Lebensdauer ablesen, sondern auch daran, ob sie im Laufe ihres Bestehens erweitert wird. Im Falle von Meinl's Classics Custom Serie zeugen ganze fünf Unterkategorien mit insgesamt mehr als 80 Instrumenten von einem funktionierenden Konzept. Der neueste Streich hört auf den Namen Classics Custom Dual und darf grob als eine Mischung aus der Classics Custom Brilliant- sowie der Classics Custom Dark Modelle beschrieben werden. Den Ansatz, die Oberseiten der Becken gesplittet zu bearbeiten, hat Meinl von den Oberklassebecken der Byzance Dual Reihe übernommen. Im Falle unserer Testkandidaten soll das Verfahren warme, bei Bedarf aber auch explosiv ansprechende Zimbeln hervorbringen, die sich in einer großen stilistischen Bandbreite einsetzen lassen. 

Wie ihre Classics Custom Serienkollegen, werden die Dual Becken im deutschen Stammwerk in Gutenstetten hergestellt, statt B10-Bronze kommt jedoch eine B12-Legierung zum Einsatz. Die Produktion läuft weitgehend automatisiert ab, was nicht nur Vorteile bei der klanglichen Konsistenz mit sich bringt, sondern auch die Kosten im Rahmen hält. Was euch bei der neuen Serie tatsächlich erwartet, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details

Die Duals bestehen aus B12-Bronze

Insgesamt sieben Instrumente hat mir Meinl aus dem Classics Custom Dual Sortiment geschickt. Darunter befindet sich eine 15er Hi-Hat, ein 22 Zoll großes Ridebecken sowie ein 19er und ein 20er Crashbecken. Die Effektsektion wird durch ein 16er Trash China, ein 16er Trash Crash und ein 12 Zoll Trash Splash repräsentiert. Ebenfalls erhältlich, jedoch nicht Teil dieses Tests, sind eine 14er Hi-Hat, ein 10er Splash, ein 16er und 18er Crash, ein 20 Zoll großes Ride sowie ein 18er Trash Crash. Wie auch bei den anderen Variationen der Classics Custom Serie, kleckert Meinl also schon vom Start weg nicht bei der Modellauswahl. 

Wo wir gerade von den anderen Variationen sprechen, stellt sich natürlich die Frage, bei welchen Merkmalen sich die Duals von ihren Kollegen unterscheiden. Wie eingangs erwähnt, wäre da zunächst die B12-Legierung zu nennen, die über einen geringfügig höheren Zinnanteil verfügt als die B10-Bronze der anderen Classics Custom Serien. Der augenfälligste Unterschied liegt allerdings im Aussehen der Neuzugänge. Alle Becken der Dual-Reihe besitzen zwei fein säuberlich geteilte Oberflächen. Die Kuppen und etwa ein Drittel der Schulterfläche werden beidseitig mit einer Art schwarzem Lack behandelt, welcher auf den Schultern stellenweise durch ein breites Abdrehmuster unterbrochen wird. Die Ränder sind dünner gehalten und erstrahlen in einem Brilliant Finish, was einen starken optischen Kontrast bewirkt. Davon unbeeinflusst bleibt die Tatsache, dass sich über die gesamten Oberflächen ein weiteres, sehr feines Abdrehmuster erstreckt. Alle Testbecken teilen jedoch noch weitere Gemeinsamkeiten. Dazu zählt die – ebenfalls zweiteilige – Hämmerung. Mit Ausnahme der Kuppen kommen alle Profile in den Genuss einer mittelgroßen Hämmerung, ein sehr großer Hammer sorgt anschließend für eine stärkere Brechung der Obertöne. Kommen wir nun zur Inspektion der einzelnen Typen. 

Die beiden Crashes und das Ride sind sich konstruktiv sehr ähnlich

Passend zu ihrer stattlichen Größe von 19 und 20 Zoll, besitzen die beiden Crashbecken im Test entsprechend dimensionierte, klar abgesetzte Kuppen und ein normales Schulterprofil. Meinl beschreibt die gesamte Dual-Serie vom Gewicht her als „Medium“, die Digitalwaage bestätigt das. 1590 und 1700 Gramm wiegen die Instrumente. Das Ride besitzt grundsätzlich die gleiche Anatomie, ist aber nicht zuletzt aufgrund des größeren Durchmesser deutlich schwerer. Hier zeigt die Waage 3020 Gramm an. Offenbar stand bei Entwicklung auch ein klar definierter Anschlagssound auf der To-Do-Liste.

Bei der Hi-Hat fallen die recht großen Kuppen auf

Die Hi-Hats bringen mit 1230 Gramm beim Top und 1420 Gramm beim Bottom-Becken ein durchaus gesundes Medium-Gewicht auf die Waage, in Verbindung mit ihrer Größe deutet das auf solide, durchsetzungsstarke Klangeigenschaften hin. Auch die relativ großen Kuppen dürften dazu beitragen. Davon abgesehen, besitzen beide Becken dieselben Bearbeitungsmerkmale wie die Crash- und Ride-Kollegen.

Die Effektbecken im Test besitzen allesamt Bohrungen und den Namenszusatz „Trash“

Löcher sind und bleiben offenbar die beliebteste Zutat, wenn es um Effektbecken geht, und so finden sich auch bei unseren drei Classics Custom Dual Kandidaten die charakteristischen Bohrungen. Das 12er Trash Splash und das 16er Trash Crash sind mehr oder weniger identisch konstruiert und kombinieren eine dünne Materialstärke (beim Trash Splash nochmals dünner) mit jeweils vier großen und vier kleinen Löchern, welche abwechselnd über das Profil verteilt sind. Das Trash China besitzt eine relativ große, konventionell geformte Kuppe, der Knickpunkt der breiten Krempe markiert den Übergang zwischen dem dunklen und dem hellen Teil des Profils. Fünf große Bohrungen auf dem Profil und acht kleinere auf der Krempe sollen auch hier für vermehrten „Trash“ und eine schnelle Ansprache sorgen. Alle Testbecken weisen eine makellose Verarbeitung auf.

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