Test
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12.06.2021

Meinl Classics Custom Dark Heavy Cymbals 2021 Test

Becken Serie

Schwer getigert

Als so richtig echte Klassiker können Meinl's Classics Becken nicht bezeichnet werden. Dass nicht nur der Hersteller selbst, sondern auch die Drummer mit dem Konzept zufrieden sind, zeigt sich allerdings schon daran, dass seit der Markteinführung ordentlich Modellpflege betrieben wurde. Auf die Classics folgten die Classics Custom, etwas später kamen dann die schwereren Classics Custom Extreme Metal Varianten hinzu.

Dem Trend zu dunkleren Becken wurde 2015 mit den Classics Custom Dark Modellen entsprochen. Bei unseren heutigen Classics Custom Dark Heavy Testbecken handelt es sich um eine Art Kreuzung aus den Extreme Metal- und den Dark-Versionen. Riesige Kuppen bei den Ridebecken und ein ordentlicher Gewichtsaufschlag lassen erkennen, dass Meinl’s Produktentwickler als Zielgruppe Fans der härteren Gangart im Blick hatten.

Bei der Fertigung der Instrumente kommen nicht – wie bei den Byzance Oberklassebecken – gegossene B20-Rohlinge zum Einsatz, stattdessen werden sie aus vorgefertigten Blechen im deutschen Meinl-Werk hergestellt. Das sorgt nicht nur für eine konsistente und effiziente Produktion, es hilft auch, die Kosten im moderaten Bereich zu halten. Was diese, schon optisch durchaus spektakulären, Instrumente klanglich so drauf haben, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details

„Dark“ heißt hier schwarz

Zum Test hat mir Meinl alle aktuell erhältlichen Classics Custom Dark Heavy Modelle geschickt. Dazu zählen zwei Crashes in 16 und 18 Zoll, eine 14er Hi-Hat, ein Ridebecken der Größe 20 Zoll sowie ein kleines 18er Big Bell Ride. Fans der Effektabteilung dürfen sich zunächst erstmal nur über ein 18er China freuen. Was alle Modelle verbindet, ist zunächst der Herstellungsprozess. Die Becken werden aus fertigen Blechen aus B8-Bronze ausgeschnitten und dann maschinell weiterverarbeitet. Anders als bei den in der Türkei vorgefertigten Byzance Becken, werden die Classics-Modelle komplett in der deutschen Meinl-Fabrik produziert.

Kommen wir nun zum herausragenden optischen Merkmal der Reihe, nämlich der Oberflächenbehandlung. Bedeutet „Dark“ bei den meisten anderen Serien ein bräunlich-schlieriges, natürlich wirkendes Finish, gibt es bei den Classics Custom eine tiefschwarze Beschichtung, welche von unregelmäßigen, unterbrochenen Abdrehringen kontrastiert wird. Das Ganze hat etwas Raubtier-artiges und dürfte für interessierte Blicke im Kollegenkreis sorgen. Gemeinsam ist allen Becken zudem die fein und vollflächig abgedrehte Oberfläche. Auch das – von den Extreme Metal Modellen bekannte – Hämmerungsmuster mit den großen Einschlägen findet sich bei allen Testinstrumenten. Sehen wir uns mal die Typen im Einzelnen an.

Die Crashes sind Schwergewichte

Die Bezeichnung hat es bereits angekündigt, auf der Waage kommt die Bestätigung: 1120 Gramm beim 16er und satte 1590 Gramm beim 18er Crash sind wirklich solide Werte, „Heavy“ ist hier Programm. Ihre Kuppen sind nicht riesig, aber auch alles andere als klein. Bei näherer Betrachtung fallen außerdem viele kleinere Hammermale auf, welche den Becken zu erweiterter Komplexität verhelfen sollen.

Die Ride-Kuppen: riesig und riesiger

Zugegeben, das Finish der Becken ist ein Hingucker, kaum minder spektakulär ist jedoch die Größe der beiden Ride-Kuppen. Schon beim 20er, welches ohne weitere Zusatzbezeichnungen auskommt, wirkt die Kuppe riesig, fast wie eine Karikatur kommt hingegen das kleinere 18 Zoll Big Bell Ride daher. Tatsächlich dachte ich beim Betrachten der ersten Fotos, es mit einem Splash zu tun zu haben, so bizarr wirken die Proportionen. 2870 Gramm beim 20er und 2360 Gramm beim 18er Big Bell Ride sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache: Zu erwarten sind viel Ping und wenig Rausch. Abgemildert wird diese Charakteristik vermutlich durch die Hämmerung, welche auch hier aus wenigen sehr großen und deutlich zahlreicher gesetzten kleineren Einschlägen besteht.

Die Hi-Hats und das China sind gar nicht so schwer

Gegen die Ridebecken wirkt die Hi-Hat ziemlich normal, was sowohl für ihre Anatomie als auch für die Gewichte gilt. 1100 Gramm für das obere und 1280 Gramm für das untere Becken liegen eigentlich eher in einem gesunden Medium-Bereich. Dies gilt auch für das Chinabecken mit seinen 1400 Gramm. Hier wurde zudem der Krempenbereich mit zahlreichen kleineren Hammerschlägen bearbeitet, was zu einer schnelleren Ansprache und einer feineren Auflösung beitragen sollte. Alle Testbecken zeichnen sich durch eine sehr saubere Verarbeitung aus, auch scheint es sich bei der schwarzen Oberfläche um eine durchaus haltbare Angelegenheit zu handeln. Hören wir uns die Becken jetzt mal an.

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