Gitarre Hersteller_Marshall
Test
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11.04.2018

Marshall Origin5C Test

Röhrencombo für E-Gitarren

5-Watt Traditionalist

Mit dem Marshall Origin5C Röhrencombo knüpft der britische Verstärkerbauer optisch und klanglich an eine Tradition an, die bereits 1962 mit dem ersten JTM45 ihren Anfang nahm. Doch die Pioniere in Sachen Gitarrenverstärker wären nicht so erfolgreich, wenn sie es nicht über die Jahrzehnte verstanden hätten, mit notwendigen Neuerungen im klassischen Design den Bedürfnissen der jeweiligen Gitarristengeneration gerecht zu werden. Das gilt auch für das Jahr 2018 und die aktuelle Origin-Serie.

Sie verfügt über Modelle diverser Leistung, von 5 über 20 bis zu 50 Watt, Combos und Topteile, die mit Leistungsreduktion, Gainboost und "Tilt"-Regler doch so einige Sounds mehr zustande bringen als das Urmodell der 60er Jahre. Und weil sie im fernen Vietnam gefertigt werden, sind sie auch etwas erschwinglicher als es die UK-Modelle von damals waren.

Das macht neugierig und der Test soll zeigen, was in dem kleinen Combo mit dem Namen Origin5C steckt.

Details

Gehäuse/Optik

Der Marshall Origin5C erscheint in einem rechteckigen Combogehäuse mit den Maßen 468 x 196 x 380 mm. Die Frontseite ist gänzlich mit einem schwarz-grauen Bespannstoff bezogen, den lediglich im oberen Drittel ein Marshall-Logo ziert und der damit ein wenig an den Bezug der ersten Marshall Bluesbreaker erinnert.

Die Bedieneinheit ist als Toploader im hinteren Drittel der Oberseite angebracht. Hier finden wir eine Eingangsbuchse für die Gitarre und fünf Potis in typischer Marshall-Optik. Rechts außen zeigt eine kleine orangefarbene Leuchte den Betriebszustand des Amps an und zwei Kippschalter aktivieren den Amp und reduzieren bei Bedarf seine Leistung. Am Tragegriff im klassisch britischen Stil an der Oberseite lässt sich der gerade einmal 9,4 kg leichte Amp sicher tragen.

Rückseitig befinden sich acht Kreuzschrauben, mit denen die Bedieneinheit befestigt ist und die Zugang zu etwaigen Wartungsarbeiten erlauben. Nach Lösen der vier äußeren gelangt man zum Trafo, den beiden ECC83-Vorstufenröhren sowie der JJ EL84 Endstufenröhre, die dort allesamt gut abgeschirmt von äußeren Einflüssen liegen.

Direkt darunter versammeln sich die Anschlüsse für das Netzkabel, den Lautsprecher, einen Fußschalter und, man höre und staune, sogar für einen Einschleifweg. Hinter einer Gitterverkleidung erkennt man die Rückseite des 8" Celestion Eight-15 Speakers, unter dem sich noch genug Stauraum für Kabel und Fußschalter bietet. Vier Gummifüße gewähren Rutschsicherheit auch auf glatten Böden.

Zum Lieferumfang des Origin5C gehört ein Zweifach-Fußschalter, der Boost und Effektweg aktiviert, ein Kaltgerätekabel und ein mehrsprachiges Manual - Deutsch eingeschlossen.

Bedienung

Unser Testkandidat wurde als einkanaliger 5-Watt-Röhrencombo mit zuschaltbarem Effektweg und Gainboost konzipiert. Er verfügt über einen Volume-Regler, der als Push/Pull-Poti auch den Gainboost anwirft. Ein separates Gainpoti wurde dem Amp nicht angedacht, da der Volume-Regler diese Aufgabe mit übernimmt. Das heißt, dass die Balance aus Zerrgrad und Lautstärke stimmen muss, denn je mehr Gain, desto lauter tönt der Amp.

Für die EQ-Sektion tritt das typische Bass-, Middle- und Treble-Reglertrio auf, und hier bedarf sicherlich der "Tilt"-Regler besonderer Erwähnung. Mit ihm lässt sich der Grundcharakter stufenlos einstellen, von einem etwas wärmeren "Normal"-Marshallsound auf 0 bis zum "Hi Treble"-Sound, einem höhenreicheren Klang auf 10, was in etwa dem Sound-Unterschied der separaten Normal- und Treble-Eingangsbuchsen der alten Modelle entspricht.

Der Amp verfügt dank der "Powerstem"-Technologie über zwei Ausgangsstufen: High für den maximal lauten Betrieb und eine lautstärkereduzierte Variante, die auch leises Üben bei vollem Gain ermöglicht. Wem der 1 x 8" Speaker zu klein ist oder klanglich zu nasal wirkt, der kann übrigens auch jedes andere 16-Ohm-Cabinet anschließen. Ein separater Lautsprecherausgang ist zwar nicht vorgesehen, aber das Klinkenkabel des eingebauten Speakers lässt sich leicht abstecken und austauschen.

Per Fußschalter kann zum einen den Gainboost, der mit dem Volume-Poti gekoppelt ist, aktiviert werden, sowie der Einschleifweg. Das sind meines Erachtens zwei Dreingaben, die ich bei einem so kleinen Combo nicht erwartet hätte und die Lob verdienen.

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