Bass Hersteller_Markbass
Test
7
12.11.2013

Praxis

Nun bin ich aber wirklich neugierig auf die Performance des kleinen Kraftwerks aus Italien. Startklar ist der Mini CMD im Handumdrehen, einfach Stecker „in die Wand“ und los geht’s. Das ist einer der Vorzüge von Basscombos - nur eine Kiste und kein Kabelsalat. Nach dem Einschalten höre ich lobenswerterweise keine Nebengeräusche, der kleine Lüfter des Verstärkerteils bleibt erst mal still. Im Laufe meines Tests nimmt er zwar doch noch den Betrieb auf, die Lautstärke ist aber so dezent, dass es auch im Wohnzimmer-Übemodus nicht nervt. Das ist bei kleinen Combos ein nicht zu unterschätzender Punkt, denn schließlich will man die praktische Kiste möglichst vielseitig und eben auch gerne zu Hause zum Üben einsetzen.

Nachdem ich die ersten Töne gespielt habe, ist sofort klar, dass den eingangs erwähnten Bandkollegen das hämische Grinsen im Gesicht wohl einfrieren wird, wenn sie den vollen und straffen Sound des Mini CMD 121P hören. Natürlich kann ein 12 Zöller in einem derart kompakten Gehäuse keine Unmengen von Luft bewegen, die Konstruktion ist aber wirklich in der Lage, einen erwachsenen Bass-Sound zu produzieren, der nicht nölt und nasal klingt. Charakterlich lässt sich der kompakte Combo eindeutig der Markbass-Familie zuordnen. Der Klang ist modern, ausgewogen und ebenmäßig, mit einer leicht vorwitzigen Hochmittennase, die den Sound ungeheuer transparent und griffig macht. Wie alle Markbass-Amps setzt sich dieser Combo sehr gut im Mix durch, sodass der Bass auch unter schwierigen akustischen Bedingungen hörbar bleibt. Die Filter des Verstärkers arbeiten sehr effektiv und präsentieren sich als simples aber erstklassiges Werkzeug, um den universellen Grundsound der kleinen Konstruktion in verschiedene Richtungen zu biegen. Für vintage-artige, gedecktere und wärmere Sounds ist der VLE-Regler zuständig. Wie eine passive Tonblende beschneidet er den oberen Bereich stufenlos bis hin zu den Mitten und entschärft allzu modern oder aufdringlich klingende Bässe. Den gegenteiligen Effekt hat ein beherzter Dreh am VPF-Filter, die Mitten werden abgesenkt und der Bass erscheint wuchtiger und höhenlastiger, die Freunde von moderneren Spieltechniken wie Slapping oder Tapping kommen also auch auf ihre Kosten. Der Mini CMD setzt die genannten Soundnuancen wirklich gut um und präsentiert sich trotz der Bestückung mit nur einem 12 Zöller und einem Piezo-Hochtöner sehr vielseitig, wirklich klasse. Leitungsmäßig geht mit dem Combo schon ohne Zusatzbox einiges. Die 300 Watt sind sehr laut, und Bandproben absolviert der CMD 121P absolut souverän mit einer stabilen und knackigen Performance. Für Clubgigs ergänzt man den Amp mit einer Zusatzbox wie beispielsweise der „New York 121“ von Markbass und erhält damit eines kleines, kraftvolles 2x12 Zoll Stack mit einer satten Leistung von 500 Watt und großartigem Schleppfaktor.

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