Bass Hersteller_Markbass
Test
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11.06.2018

Praxis

Gekühlt wird der Verstärker des CMD Super Combo K1 mit einem kleinen Lüfter auf der Rückseite. Der Ventilator nimmt zwar unmittelbar nach dem Einschalten des Amps seinen Dienst auf, der Geräuschpegel bleibt aber sehr niedrig, sodass der Combo problemlos im Wohnzimmer als Übe-Amp oder auch in einer Studioumgebung eingesetzt werden. Mich hat der Lüfter beim Üben zu Hause jedenfalls nie gestört - und meine Toleranzschwelle ist diesbezüglich bekanntlich recht niedrig.

Ich habe den neuen Signature Combo von Markbass aber nicht nur in den eigenen vier Wänden getestet, sondern auch zu einigen Gigs und Proben mitgenommen. Im täglichen Umgang fand ich den Transportfaktor des Combos aufgrund des stattlichen Gewichts von 27 kg zugegebenermaßen nicht ganz optimal. Manchmal sind die Wege zum Proberaum oder zur Bühne eben doch etwas weiter und man will ja auch nicht immer die Kollegen um Hilfe bitten. Wer eine extrem mobile Combolösung sucht, sollte das Gewicht bei seiner Kaufentscheidung deshalb auf jeden Fall berücksichtigen.

Ebenfalls nicht optimal gelöst sind die tief im Combogehäuse sitzenden Anschlüsse des Verstärkerteils. Auf dem normalen Weg sind die Buchsen so gut wie nicht erreichbar und von außen kann man die Position der einzelnen Ein- und Ausgänge ohnehin nicht erkennen. Also muss jedes Mal die mit Klettband befestigte Abdeckung von innen hochgedrückt werden. Klar, so funktioniert es natürlich einigermaßen, der Deckel wirkt auf mich aber ehrlich gesagt eher wie eine Notlösung denn ein gut durchdachtes Feature.

In Sachen Handhabung muss mein Testkandidat also zwar ein wenig Kritik einstecken, aus klanglicher Sicht hat mich der neue CMD Super Combo K1 hingegen auf Anhieb überzeugt! Bereits nach den ersten Tönen wird klar, dass der Combo bei neutraler EQ-Einstellung im Wesentlichen nur den Sound des Basses wiedergibt. Egal, ob ich meinen passiven Jazz Bass oder einen meiner aktiven Fünfsaiter verwendet habe, der Combo hat stets den Charakter des jeweiligen Basses perfekt zur Geltung gebracht!

Das Dreiwege-Lautsprechersystem liefert einen extrem natürlichen Sound mit ebenmäßigem Frequenzverlauf, und zwar von den Tiefbässen des Zwölfzöllers bis hin zum obersten Bereich des Tweeters. Ich konnte meine Bässe deshalb selbst in dichten Bandsounds immer gut hören und orten, auch wenn der Combo meistens auf dem Boden stand.

Wer mehr Farbe im Klang braucht, kommt mit den EQ-Werkzeugen des Markbass-Combos schnell ans Ziel. Schade ist allerdings, dass Markbass beim CMD Super Combo auf den Markbass-typischen VLE-Filter verzichtet hat. Einige Markbass-User stellen ihren Sound nämlich nur mithilfe der beiden Filter VPF und VLE ein, und ich war bei früheren Tests von Markbass-Verstärkern auch immer sehr von den Klangmöglichkeiten der beiden Regler angetan.

Aber wie auch immer, der VPF-Filter ist immerhin an Bord und entfaltet auch beim Alain Caron Combo seine Wirkung: Dreht man im Uhrzeigersinn, wird der Sound zunehmend gescoopt und wirkt dadurch größer und mächtiger. Gezielteres Feintuning erlaubt der Vierband-Equalizer, der sich jedoch in der Abstimmung in einigen Punkten vom Markbass-Standard-EQ unterschiedet: Der Bassregler greift etwas höher bei 60 Hz (Little Markt III: 40 Hz) und boostet keine unerwünschten Dröhnfrequenzen. Selbst bei starken Anhebungen bleibt das Low-End des Combos transparent und relativ knackig.

Die Einsatzfrequenz des Höhenreglers wurde dagegen etwas nach unten verlagert, er bearbeitet das Spektrum nämlich bei 5,5 kHz (Little Mark III: 10 kHz). Mit einer starken Anhebung wird der Sound deshalb deutlich drahtiger und aggressiver, die Frequenzen klingen durch den Tweeter aber nie harsch. Beide Mittenregler wurden auf die bewährten Einsatzbereiche bei 360 Hz und 800 Hz getrimmt und wirken gewohnt effektiv - mehr Tiefmitten-Growl oder durchsetzungsstarke Hochmitten sind mit der Mittensektion jederzeit abrufbar.

Über mangelnde Klangflexibilität muss man sich beim CMD Super Combo also keinerlei Gedanken machen - ebenso sieht es erfreulicherweise beim Thema "Leistung/Lautstärke" aus. Obwohl die Endstufe an die interne 8-Ohm-Lautsprecherkombination "nur" 600 Watt Leistung abgibt, war ich mit dem Combo bei allen Gigs stets laut genug. In der Tat liefert der Combo wirklich brachiale Lautstärken, doch mein Basssound blieb auch bei heftigen Pegeln stets extrem voluminös und clean, sodass ich nie das Bedürfnis hatte, eine Zusatzbox anzuschließen. Die Performance des Markbass CMD Super Combo K1 ist wirklich sehr beeindruckend!

Nachfolgend findet ihr einige Hörbeispiele, damit ihr euch einen Eindruck vom tollen Sound des Combos machen könnt:

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