Test
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08.06.2018

Marantz Professional Turret Test

All-in-one Broadcasting-System

Streaming und Broadcasting the easy way

Man sieht sie immer häufiger: DJs, die sich live im Netz ihrer Fangemeinde präsentieren. Live-Streaming aus Clubs, Bars, Plattenläden und auch aus den eigenen vier Wänden ist längst keine Seltenheit mehr. Wer allerdings dabei ein professionelles Ergebnis in Bild und Ton abliefern möchte, hat bis dato in der Regel genau zwei Möglichkeiten: Entweder man deckt sich selbst mit jeder Menge kostenaufwendigem Equipment ein oder Freunde mit Kamera, Licht und Ton werden um Hilfe gebeten. Aber mal ehrlich, wer ist schon gern ständig auf andere angewiesen? Und das Geld, das man als DJ in die nötige Ausrüstung zum Filmen investieren müsste, legt man doch lieber in neue Musik an. Es ist jedoch nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Platzfrage! Wohin mit der ganzen Gear? Okay, dann eben doch „nur“ mal eben mit dem Handy gefilmt.

Die Firma Marantz hat den Geist der Zeit erkannt und ein Tool entwickelt, das verschiedene Gerätschaften vereint und euch hochwertige Komponenten für eine professionelle Präsentation zur Verfügung stellt: das Marantz Professional Turret.

Hierbei handelt es sich um ein all-in-one Broadcasting-Tool, mit dem ihr in Bild und Ton streamen oder podcasten könnt, ohne dass es noch zusätzlicher Gerätschaften bedarf. Und das Beste, es ist ein ziemlich lässig aussehendes, in sich geschlossenes, intuitiv zu bedienendes, platzsparendes, kompaktes und kostengünstiges System. Wir haben das Gerät auf Herz und Nieren überprüft.

Details

Nach dem Öffnen und Auspacken des Kartons liegt der Inhalt vor mir: Da ist das Herzstück „Turret“, dazu gibt es drei Farbfilter, ein Netzteil, ein USB-C-Kabel, ein USB-C auf USB-Kabel und ein Handbuch. Der erste Eindruck ist solide und das Erscheinungsbild ist auf jeden Fall professionell! Hier liegt kein Billoplastikquatsch vor mir, sondern ein hochwertig verarbeitetes Produkt. Das Turret selbst hat ein angenehmes Gewicht – schwer genug für die nötige Standfestigkeit und trotzdem portabel. Das heißt, ich könnte dieses Gerät für den mobilen Einsatz auch locker ohne Probleme in einem größeren Rucksack auf dem Rad durch die Stadt transportieren. Allerdings ist das Format etwas sperrig, da sich keine der Komponenten auseinander schrauben lässt. Hilfreich wäre es, wenn sich zumindest der Standfuß und auch der Schwenkarm vom Mikrofon temporär vom restlichen Teil entfernen ließen.

Verarbeitung und optische Erscheinung

Vom Design her ist das Produkt minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert. Vor mir steht ein zylinderförmiges, schlankes und knapp 50 cm hohes Objekt. Es besteht aus elegantem hochglänzenden Kunststoff und ist überwiegend schwarz. Nur hier und da sind an Schnittstellen kupferfarbene Akzente gesetzt. Der Zylinder steht auf einem stabilen rechteckigen Fußteil aus mattschwarzem Metall und ist etwa 20 cm lang, 18 cm breit und hat abgerundete Ecken.

Die Kamera ist im oberen, beweglichen Teil des Zylinders integriert und lässt sich um beinahe 180 Grad nach rechts oder links drehen. Um die Kamera ist ein LED-Lichtring montiert und die dazugehörigen Farbfilter lassen sich leicht austauschen. Allerdings erscheint mir das Material der Filter etwas fragil. Das ist ein recht dünnes Plastik, was den Eindruck macht, als ob es schnell mal durchbricht, wenn man beim Wechsel der Farbtemperatur nicht feinfühlig genug unterwegs ist.

Die Mikrofonhalterung mit feinmaschigem Ploppschutz sitzt auf einem metallenen Schwenkarm, der sich wiederum sehr robust anfühlt und sich problemlos in alle möglichen Richtungen bewegen lässt, ohne dass man Angst bekommt, dass sie gleich abbricht. Das Mikrofon ist relativ leicht und hat eine rechteckige Form, wobei auch hier die Kanten wieder schön abgerundet sind, was dem Ganzen ein elegantes Erscheinungsbild verleiht.

Unterhalb vom Mikro, was sich auch leicht und gut nach oben oder unten bewegen lässt, befindet sich ein Pad-Schalter, um je nach Aufnahmesituation zwischen 0 dB oder -10 dB zu wechseln. Ein schmaler Lichtstreifen auf dem Mikrofon zeigt den Aufnahmestatus an. Das ist nicht nur praktisch, sondern sieht auch recht lässig aus. Alle Hauptbedienelemente vom Turret befinden sich auf der Vorderseite des Towers, was für eine gute und unmittelbare Bedienbarkeit sorgt.

Es gibt drei Drehregler, die gut verarbeitet sind und sich ausgezeichnet bewegen lassen – nicht zu lose, nicht zu fest. Dazu zwei Druckschalter zum An- und Ausschalten für Kamera und Mikrofon sowie ein Ausgang für den Kopfhörer.

Der Power-Adapter wird im unteren Segment auf der Rückseite angeschlossen und dort befinden sich auch die Anschlüsse: eine USB-C-Buchse zum Anschluss an Mac oder PC, zwei USB-3.0-Buchsen (interner Hub) sowie ein Aux-Output. Alles in allem macht das Gerät einen soliden gut verarbeiteten Eindruck und optisch ist dieses System auf jeden Fall auch sehr ansprechend. Ein sympathisches Tool, das Lust darauf macht, es sogleich mal auszuprobieren. Aber schauen wir uns erst einmal die einzelnen Features und Komponenten dieses Broadcasting-Systems genauer an.

Mikrofon

Hier handelt es sich um ein Kondensatormikrofon mit Nieren-Richtcharakteristik. Das Ganze verpackt in einer 14 mm im Durchmesser betragenden Kapsel: Der Hersteller nennt eine Empfindlichkeit von -34 dB ± 2 dB (0 dB = 1V/Pa @ 1 kHz), einen maximalen Schalldruck von 132 dB (THD: 0,5% 1 kHz) und einen Frequenzgang von 150 – 15.000 Hz. Die Mikrofonempfindlichkeit lässt sich manuell über einen Schalter auf der Unterseite des Mikrofons wählen, je nach Aufnahmesituation 0 dB oder -10 dB. Ein im Tower integrierter Vorverstärker erleichtert das Monitoring und während der Aufnahme- oder Streaming-Session könnt ihr das Mikrofonsignal gefühlt latenzfrei überwachen. Hierfür gibt es je einen Kopfhörerlautstärke- und Monitoring-Regler.

Vorverstärker

Damit ihr beim Skypen, Podcasten oder live Streaming z.B. auf Facebook einen klaren unverfälschten Sound im Kopfhörer habt, hat Marantz einen Vorverstärker integriert, der laut Datenblatt ganze Dienste leistet: THD <0,009%, Signal-Rausch-Abstand >100 dB und ein Frequenzgang von 20 – 20.000 Hz, eine RMS-Ausgangsleistung von 130 mW und eine Impedanz von 30 Ohm. In meinem Kopfhörer klingt das auf jeden Fall ziemlich gut.

Kamera

Die Kamera hat ein Autofokus-Design mit Full HD 1080p-Video, das mit der neuesten Skype-Version kompatibel ist. Es unterstützt Full-HD-Videoaufzeichnung (bis zu 1920 x 1080 Pixel). Ebenso verfügt Turret über eine automatische Korrektur bei schlechten Lichtverhältnissen und ist kompatibel zu Windows 7, Windows 8, Windows 10 oder höher sowie Mac OS 10.6 oder höher (HD 720p auf FaceTime für Mac oder andere unterstützte Videogespräche; Full HD 1080p-Videoaufzeichnung mit QuickTime Player). Unterstützt wird die Kamera ebenfalls von Chrome OS, Android v 5.0 oder höher (mit unterstützten Video-Calling-Clients). Der Kamerawinkel ist manuell einstellbar.

LED-Ringlicht

Damit ihr beim Videostream auch optisch einen guten Eindruck hinterlasst, ist die Kamera von einem LED-Ringlicht umgeben. Dieses hat einen Durchmesser von 100 mm und eine Farbtemperatur von 5600 K, die das Tageslicht ausbalanciert. Das Licht ist nicht nur dimmbar, sondern wird mit zwei weiteren aufsteckbaren Scheiben geliefert, um die Farbtemperatur je nach Bedarf zu verändern: 7000 K oder für eine wärmere Atmo 3000 K.

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