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03.09.2019

Magix Sound Forge Pro 13

DAW-Software

Im Hier und Heute mit neuem Gewand

Die Berliner Softwareschmiede MAGIX bietet mit SOUND FORGE PRO 13 eine komplett überarbeitete Version ihres Audio-Editors an, der mit frisch aufgebohrter VST-Engine, ARA2-Support und jeder Menge neuer Plugins für Mix- und Mastering- Anwendungen die PC-User unter den Audio-Freaks von sich überzeugen will.  

Nachdem die Software-Entwickler aus der Mauerstadt in der zwölften Revision einzig den 64-Bit-Support ins Boot holten, haben sie nun endlich auch an dem etwas altbackenen Gewand des Editor-Klassikers herumgeschraubt. Neben der individualisierbaren GUI gibt es nun ein neues Icon-Design und die Docking-Funktion soll sich nun nicht mehr so sperrig anfühlen wie einst. Wir sind gespannt...

Details

Ein kurzer Blick auf die Historie

Seit ich mit digitaler Sound-Bearbeitung zu tun habe, arbeite ich mit SOUND FORGE. Für mein Dafürhalten konnte außer Digidesigns ProTools kaum eine der marktüblichen Applikationen mit der Funktionsvielfalt und den guten Workflows von SOUND FORGE mithalten. Als ich 1999 mit Version 4.5 anfing, hieß das Programmierer-Konglomerat noch Sonic Foundry, bis sie 2003 das Programm an Sony verkauften, die die Audio-Applikation unter Sonys Creative Software Paket subsummierten. Der Global Player wurde aber nie richtig glücklich damit; eine Portierung nach MAC OS X gelang nur eingeschränkt und hatte nur mäßigen Erfolg. Kenner der Branche waren deshalb nicht besonders unglücklich über die Tatsache, dass MAGIX im Jahr 2016 SOUND FORGE von dem japanischen Riesen erwarb. Dass die Spree-Company PC und Audio gekonnt miteinander verweben kann, hat sie mit der DAW Samplitude stets unter Beweis gestellt. Man durfte also hoffen, dass der Editor-Klassiker bald nicht mehr so ein Schattendasein führen muss...

Doch diese Nebenrolle von SF ist auch ein Stück weit der Tatsache geschuldet, dass das Audioprogramm stets eine PC Only Applikation war, was viele Systemhäuser und Broadcaster erfolgreich abschreckte; schließlich hatte man sich dort nahezu geschlossen für Macintosh und Insel-Lösungen von Digidesign/Avid, sprich ProTools, entschieden, was sie stets teuer zu stehen kam. Es gab zwar so einige private Radiosender und auch Sprach-Tonstudios sowie freiberufliche Toningenieure und Sounddesigner, die gerne mit SOUND FORGE arbeiten wollten, doch auf breiter Front konnte sich der zuletzt in die Jahre gekommene Editor nie wirklich durchsetzen, was aber nicht auch zwangsläufig bedeutet, dass er nicht das Zeug dazu gehabt hätte.

Für wen ist's gedacht?

Bei Sound Forge von einer DAW zu sprechen – damit tu ich mich schwer, um ehrlich zu sein. Auch wenn die aktuelle V.13 in der Lage ist, 32 Spuren aufzuzeichnen und simultan zu bearbeiten, gehört zu einer ausgewachsenen DAW doch weit mehr als nur der wenn auch umfangreich erweiterte Audio-Edit. Zum Beispiel eine vollständige Implementation von MIDI, eine komfortable Integration von virtuellen Instrumenten sowie ein vielseitiger Sequenzer mit großer Musikalität. Dies sind allesamt Features, die unser Testproband gar nicht oder nur bedingt beherrscht. SOUND FORGE kann ordentlich Punkte sammeln bei ewig langen Sprach- und Gesangsaufnahmen, unzähligen Takes, non-destruktivem Editing, Sounddesign, Mastering und jeglicher Bearbeitung der Sounds.. Hier würde ich es durchaus mit ProTools vergleichen wollen.

Demnach ist der über 25 Jahre alte Audio-Editor definitiv was für budgetorientierte Toningenieure, insbesondere für die Zunft der Field-Recorder, vor allem wenn sie 5.1- und 7.1-Soundmischungen erstellen, aber auch für tontechnisch Fortgeschrittene, die ein solides Programm für ihren Audio-PC benötigen. Zudem liegen natürlich auch kleine Tonstudios, die eine günstige zweite oder dritte Workstation brauchen, im Fokus der Berliner. Last but not least gehören aber natürlich auch DJs und Vinyl-Liebhaber, die gedenken, ihre Plattenschätze hochwertig zu digitalisieren, zur anvisierten Zielgruppe.

Die neuen Features im Überblick

Die durch und durch individualisierbare GUI, ein neues Icon-Design und die überarbeitete Docking-Funktion sollen eine erheblich effizientere Arbeitsweise ermöglichen. Die aufgebohrte VST-Engine soll mehr Stabilität und vor allem Geschwindigkeit beim Scannen und Verwenden von Plugins gewährleisten. SOUND FORGE PRO unterstützt in Version 13 nun endlich auch die ARA2-Schnittstelle, über die DAWs mit Plugins in Echtzeit Daten austauschen. Hinzu kommt das neue Monitoring Meter namens „Peak Meter V2“.

MAGIX spendiert der zwölften Revision des Editors zudem diverse zusätzliche interne Effekte. Zu ihnen zählen die neuen coreFX Mastering-Effekte (2-Point-Compressor, Limiter, Expander, Compressor und Gate) aus eigenem Hause. Zudem gibt's die neuen coreFX-Effekte Delay, Chorus, Flanger und Acoustic Mirror. Darüber hinaus sei die neueste Version der Timestretch und Pitch Shift Engine „zplane élastique Timestretch“ erwähnt, die Zeit- und Tonhöhenänderungen ohne Artefakte und ohne Klangverschlechterungen ermöglichen soll. Das VST-Plugin „WaveHammer 2.0“ ist ebenfalls on Board. 

Versionen und Preise

Wer bereits eine ältere Version von SOUND FORGE sein Eigen nennt, kann aktuell für 199 Euro upgraden. Allen Usern, die mit dem Kauf der Vollversion liebäugeln, sei gesagt, dass die Lizenz im MAGIX Online-Shop für 399 Euro über die virtuelle Ladentheke wandert. Alternativ bietet MAGIX  die Pro 365 Lizenz, die als Abo mit 12 oder 3 Monaten Laufzeit für 9,99 bzw. 14,99 Euro pro Monat angelegt ist. Die Aktion gilt bis zum 12. September 2019, danach kosten 12 Monate 14,99 Euro und 3 Monate 19,99 Euro pro Monat. Wer sich für das Angebot entscheidet, spart im ersten Jahr 33 Prozent. Immerhin! Danach steigt dann die Monatsprämie auf die „Normalpreise“. So wie ich das sehe, ist man im Prinzip mit dem einmaligen Kauf der Vollversion ganz gut bedient, obwohl 399 Tacken auf einen Schlag weg sind.

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