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Test
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27.07.2015

Mackie ProFX16v2 Test

Mischpult

Analoger Alleskönner

Mackie schickt seine ProFX Mixer-Serie in die zweite Runde und ich muss schon sagen: Frisch sieht es aus, das neue Analogpult, das die treffsichere Produktbezeichnung Mackie ProFX16v2 trägt. Im Gegensatz zum Vorgänger, der war noch in der hippen Partyfarbe Grau gehalten, besticht die Oberfläche mit einer trendigen Komposition aus Schwarz und Grün. Außerdem spendierten die Ingenieure eine neue DSP-Einheit und andere Preamps. Ob es weitere Neuheiten gibt, verrät der nachfolgende Test.

Details

Die Verarbeitung des Mackie ProFX16v2 gibt keinen Anlass zur Kritik. Beim Auspacken erfolgt der Erstkontakt über die schicken Kunststoffseitenteile, die sich gegen Rackohren tauschen lassen, falls der Kandidat 19-zöllig verstaut werden soll. Allerdings sind die Montagewinkel aufpreispflichtig, ebenso die Staubabdeckung und eine passende Transporttasche. Das beiliegende Kaltgerätekabel verschafft umgehend Klarheit: Es gibt kein nerviges externes Netzteil.

Ein- und Ausgänge

Die Bezeichnung ProFX16v2 deutet es an: Der Mixer besitzt 16 Kanäle, die sich über 60-Millimeter-Fader regeln lassen. Die Zahl der tatsächlichen Eingänge ist indes deutlich höher, da weitere Aux- und Tape-Inputs sowie eine USB-Schnittstelle zur Verfügung stehen. Einen Summen-Insert sucht man jedoch vergebens. Ausgänge sind ebenfalls reichlich vorhanden. Neben den Main-Outs (XLR und Klinke) warten drei Aux-Wege, vier Subgruppen-Outputs, ein Stereo-Control-Room (Klinke) und der Tape-Out (Cinch) auf Arbeit.

Kanalzüge

Die 16 Kanäle des Pults kommen in drei Geschmacksrichtungen: Die Kanäle 1-4 besitzen XLR-Mikrofoneingänge, während Line-Signale über Klinkenbuchsen Anschluss finden. Outboard-Gear, etwa Kompressoren und Gates, docken mittels Insert-Buchsen (Stereoklinke) an. Klangkorrekturen nimmt ein dreibandiger EQ mit festen Shelving-Filtern im Bass- und Höhenbereich (80 Hz und 12 kHz) und einem semiparametrischen Mittenband (von 100 Hz bis 8 kHz) vor. Tiefbass-Müll entsorgt ein schaltbarer Low-Cut dritter Ordnung (18 dB) bei 100 Hz.

In den Kanälen 5-8 wurden die Insert-Punkte gegen Einknopf-Kompressoren getauscht, die eine zu lebhafte Dynamik ausbremsen. Vokales und andere dynamische Signale sollten daher bevorzugt in diesen Kanälen eingespeist werden.

Die nächsten Fader regeln vier Stereokanäle. Der Kanal-EQ arbeitet mit drei praxisnahen Festfrequenzen (12 kHz, 2.5 kHz und 80 Hz). Die Stereokanäle 9/10 und 11/12 lassen sich alternativ als Mikrofonkanäle verwenden.

Die Kanäle 13/14 und 15/16 verarbeiten Line-Pegel, ideal für Keyboards und Zuspieler (DJ und CD/MP3-Player). Stereo-Kanal 15/16 kann alternativ das Eingangssignal der USB-Audioschnittstelle wiedergeben.

Mein Testkandidat besitzt drei Aux-Wege, von denen zwei pre-fader für Monitorboxen oder In-Ears geschaltet sind. Der dritte Aux arbeitet post-fader und füttert die eingebaute Effektsektion; dazu später mehr. Schade, dass sich die Aux-Wege nicht über den Solo-Bus abhören lassen. Jeder Strip besitzt zusätzlich ein Pan-Poti und eine Routing-Matrix, die das Kanalsignal zwischen vier Stereo-Subgruppen und dem Summenausgang verteilt.

Der obligatorische PFL-Taster in den Kanälen wurde nicht vergessen, im Gegensatz zu aussagekräftigen Meteranzeigen. Lediglich eine einsame Clip-LED warnt vor Übersteuerungen in den Kanälen.

Gelöste „All-inclusive-Stimmung" dagegen in der Mastersektion. Ein siebenbandiger Grafik-EQ entzerrt wahlweise die Summe oder den ersten Monitorweg. Sollte es zu einem unkontrollierbaren Feedback-Inferno kommen, schaltet der „Break-Taster" alle Ausgänge stumm. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Effektsektion, welche mit aufgebohrter DSP-Power, Floating-Point-Berechnung und aufwendigeren FX-Algorithmen den Vorgänger qualitativ übertreffen soll. 16 Effekte (Hall, Delay, Modulation) warten darauf, vom Anwender entdeckt zu werden. Schön, dass sich die FX zusätzlich auch in die Monitorwege routen lassen.

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