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Test
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31.05.2017

Mackie Big Knob Passive Test

Monitor Controller

Passiver Abhör-Controller

Loud Technologies präsentieren drei neue Monitor-Controller-Updates des erfolgreichen Mackie Big-KnobsWer seine Abhöre noch direkt an den Audioausgängen einer DAW angeschlossen hat, der nimmt zwei Nachteile in Kauf: zum einen hat man beim Crash seiner Audiosoftware entweder eine nervige Loop des letzten Buffers auf den Boxen, oder im schlimmsten Fall sogar ein grausiges Vollpegel-Störsignal. Zum anderen ist meist die einzige Möglichkeit einen leiseren Abhörpegel einzustellen nur auf Softwareseite möglich. Dies hat zur Folge dass man, je weiter man digital absenkt, umso weniger digitale Signalauflösung zu den D/A-Wandlern schickt. Ein analoger Lautstärkeregler, ein sogenannter Monitor-Controller, tut hier gute Dienste, und da kommt der günstige Big Knob passive aus dem Hause Loud gerade richtig.

Details

Der Mackie Big Knob Passive besitzt ein massives, schweres Gehäuse

Die Marke Mackie begeisterte regelmäßig mit sagenhaften Produkten, die in Sachen Preis-Leistung immer wieder neue Standards setzten. Wer sich keine raumfüllenden In-Line-Pulte leisten konnte, hatte mit den Mixern von Mackie die Option sich für relativ günstiges Geld hochwertige Inline-Technologie in Schreibtischgröße anzuschaffen ohne in Sachen Qualität allzu viele Abstriche machen zu müssen. Hohe Qualität zum möglichst günstigsten Preis zieht sich wie ein roter Faden durch Mackies Produktpalette. Bereits beim Auspacken des Big Knob passive denke ich dass die Qualität wieder einmal stimmt. Ein matt-schwarzes Metallgehäuse mit den Maßen 79x137x142mm und dem satten Gewicht von einem Kilo schindet auf mich einen guten ersten Eindruck.

Wenn das passiv ist, was kann das dann?

Mit dem Mackie Big Knob Passive hat man grundsätzlich die Möglichkeit zwischen zwei analogen Stereo-Eingängen und zwei analogen Stereo-Ausgängen hin und her zu schalten. Hierbei muss man sich jeweils für einen Ein- und Ausgang entscheiden. Ein gleichzeitiges Hören beider Eingänge oder beider Ausgänge ist nicht möglich. Hat man sich für eine der vier Kombinationen entschieden, lässt sich das abzuhörende Signal mit Hilfe des mittig angebrachten Big Knobs im Pegel absenken. Da es sich um einen passiv arbeitenden Abhör-Controller handelt lässt sich das Signal nicht verstärken sondern ausschließlich in der Lautstärke absenken. Wie bei einen guten Monitor-Controller üblich lassen sich die Ausgangssignale mit dimmen, muten und auf Mono schalten. Rollen wir den Big Knob passive mal von hinten auf.

Die Anschlüsse

An der Rückseite des Big Knob assive befinden sich die Audioanschlüsse. Das Gerät besitzt keinerlei Digitalanschlüsse und ist ausschließlich auf Line-Level-Signale ausgelegt. Einen Stromanschluss gibt es natürlich auch keinen da der Big Knob passive - wie der Name schon sagt - auf passiven Schaltungen beruht. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Klinkenbuchsen-Paare die mit Source Inputs und jeweils pro Kanal mit A und B beschriftet sind. An diesen Eingängen können sowohl symmetrische als auch unsymmetrische analoge Linelevel-Signalquellen angeschlossen werden. Eingang B verfügt über einen zusätzlichen Miniklinkenbuchsen-Anschluss um beispielsweise ein Smartphone oder einen MP3-Player anzuschließen. Wenn beide B-Eingänge - die großen 6,35mm und die kleine 3,5mm - angeschlossen werden, so besitzt die kleine Miniklinkenbuchse Vorrang. Ein sinnvolles Feature, das einem beim schnellen Gegenhören mit dem Smartphone ein Abkabeln eventuell angeschlossener, großer Klinken erspart.

Links daneben befinden sich die mit Mon Outputs beschrifteten Ausgänge. Auch hier stehen große Klinkenbuchsen zur Verfügung mit denen sowohl symmetrische als auch unsymmetrische Leitungsführung zu den Abhören möglich ist.

Mit dem Volumeregler des Big Knob Passive kann man besonders fein arbeiten

Dreh- und Angelpunkt des Loud Big Knob passive ist selbstverständlich der namensgebende große Big Knob in der Mitte. Wie bei den meisten Monitor-Controllern ist der Volumeregler möglichst groß ausgelegt, so dass man besonders fein damit arbeiten kann. Der große Drehregler hat genau den richtigen Drehwiderstand und ist trotzdem angenehm leichtgängig. Er besitzt einen Hauch mehr Widerstand als mein - inzwischen etwas in die Tage gekommener - aktiver Mackie Big Knob namens Studio Command System und fühlt sich dadurch eine Spur wertiger an.

In zwei Zentimetern Abstand darunter befinden sich drei Buttons, mit denen man das Ausgangssignal manipulieren kann. Von links nach rechts sind das jeweils ein Mono-, ein Mute- und ein Dim-Button. Im beiliegenden Handbuch weißt Mackie in seiner typischen und unvergleichlichen humorigen Art und Weise darauf hin, dass der Mono-Button nicht etwa die Infektion Mononucleosis mit all ihren unangenehmen Symptomen auslöst, sondern dass hiermit Stereosignale zu monophonen Signalen kombiniert werden können. Irgendwie nett dass man selbst beim Lesen einer solch trockenen Materie wie einer Bedienungsanleitung gezeigt bekommt, dass man sich letztendlich in der Unterhaltungsindustrie befindet.

Der Mute-Button schaltet das die Ausgänge stumm und liefert im Prinzip das gleiche Ergebnis wie wenn man den Volumeregler auf Linksanschlag dreht. Ein Mute-Button ermöglicht es aber praktischerweise die Abhöre stumm zu schalten ohne dass man seine gewohnte Abhörlautstärke verstellen muss. Im Fall des Big Knob ist dies besonders hilfreich, da der große Volumeregler mit keiner Skala oder ähnlichem beschriftet wurde.

Der dritte im Bund ist der Dim-Button. Drückt man ihn so senkt man das Ausgangssignal um 20 Dezibel ab. Für den Dim-Knopf sprechen die selben Argumente wie für den Mute-Button. Und überhaupt ist ein Dim-Button sowohl fürs Editing als auch beim Mischen immer wieder hilfreich und sein Einsatz wirklich empfehlenswert. Klar, Mute und Dim sind keine Alleinstellungsmerkmale des Big Knob passive, aber auf jeden Fall sind sie erwähnenswert.

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