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28.08.2017

MAAT Roger Schult PhaseShifter W2324 Plug-in Test

Phasenkorrektur Plug-in

Roger Schults Phasenschieber als Plug-in von MAAT

Roger Schult versorgt die Audiogemeinde bereits seit einigen Jahren mit seinen hochwertigen und sehr präzisen, aber vor allem analogen Werkzeugen. Nun liegt uns die erste virtuelle Version eines seiner Produkte vor, welche er zusammen mit MAAT entwickelt hat. Schaut man sich an, wer dahintersteckt, stößt man unter anderem auf Friedemann Tischmeyer, der in der Studioszene auch nicht ganz unbekannt ist.

Details

Wie die Hardware

Rein äußerlich haben sich die Entwickler von MAAT bei der Gestaltung des Plug-ins nah an der Hardware gehalten. Da es sich bei der Hardware um ein Mono-Modul für das API Series 500 System handelt und der MAAT auch in einer Stereo- und einer Dual-Mono-Version vorliegt, sieht das ganze aus wie zwei Module nebeneinander. Wobei je nach gewählter Betriebsart eines der Module nur aus einer Blindplatte besteht. Die Bedienelemente des Originals wurden übernommen, allerdings mit erweitertem Wertebereich, da, wo es sinnvoll ist. Alle Einstellungen werden direkt mit den angezeigten Reglern vorgenommen, es gibt keine Menüs. Drückt man auf das MAAT-Logo, erscheint lediglich ein Fenster, in dem die Bedienungsanleitung sowie verschiedene Links im Netz aufgerufen werden können.

Die Entwickler haben sich entschieden den Hardware PhaseShifter nicht per Physical Modelling nachzubauen, sondern sie haben ein digitales Schalt-Diagramm erstellt, aus dem dann ein Algorithmus entwickelt wurde.

Parameter

Insgesamt gibt es drei zentrale Bedienelemente beim PhaseShifter Plug-in. Mithilfe des obersten Drehreglers wird der Ausgangspegel des PhaseShifters in einem Bereich von -5 dB bis +5 dB bestimmt. Hierdurch können wir Pegeländerungen, welche durch die Verschiebung der Phase entstehen können, ausgleichen.

Darunter befindet sich der Drehregler des Phasenwinkels, welcher zwischen 15° und 180° eingestellt werden kann. Mit dem direkt darunterliegenden Schalter kann dieser Bereich um 180° auf bis zu 360° erweitert werden. Die Mittelstellung dieses Schalters entspricht wie bei der Hardware-Version einem Bypass des gesamten Moduls.

Das dritte große Bedienelement ist ein Drehschalter, mit dem der Frequenzbereich, auf den die Phasenverzögerung wirkt, eingestellt wird. Hier stehen 13 Frequenzen zwischen 16 Hz und 4 kHz zur Wahl. Wie bei der Hardware-Version handelt es sich hierbei tatsächlich um einen Drehschalter und nicht um ein Potentiometer. Der Vorteil des Plug-ins ist, dass mit gedrückter Shift-Taste auch jede Zwischenstellung möglich ist. Das verwendete Filter arbeitet mit einer Flankensteilheit von 6 dB pro Oktave.

Stereo- und Dual-Monobetrieb

Im Stereobetrieb erscheint auf der Blindplatte des zweiten Moduls ein neues Bedienelement welches mit „∂“ (Delta) beschriftet ist. Dieser Taster schaltet ausschließlich das bearbeitete Signal auf den Audioausgang. Dies ist eigentlich nur zu Kontrollzwecken gedacht, kann aber auch kreativ eingesetzt werden.

Darüber hinaus erscheinen unter den bereits beschriebenen Bedienelementen zwei weitere Schalter: Mirror und Flip. In der Grundeinstellung wird im Stereobetrieb die Phase des rechten Kanals bearbeitet. Mit dem Taster Flip ändern wir dies und können uns die linke Seite vornehmen.

Der Mirror-Schalter spiegelt den bearbeiteten auf den zweiten Kanal innerhalb der bereits geöffneten Instanz. Die Regler der beiden Kanäle sind gekoppelt, sodass wir ein in sich stimmiges Stereosignal gegenüber anderen Signalen verschieben können.

Mit der zweiten Maustaste – bei den meisten ist das die rechte – können wir in den beiden Kanälen auch unterschiedliche Werte einstellen und so gleichzeitig Phasenfehler innerhalb der bearbeiteten Stereodatei beheben.

Bei der Dual-Mono Version des PlugIns arbeiten die beiden Kanäle komplett unabhängig von einander. In Logic Pro X können Dual-Mono PlugIns so konfiguriert werden, dass ohne Einsatz weiterer PlugIns Mitte und Seiten einer Stereospur getrennt bearbeitet werden können.

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