Test
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20.04.2014

Ludwig Supralite Snaredrums

Snaredrum

Großer Name für kleines Geld

In diesem Test geht es um vier Snares der neuen Supralite-Serie von Ludwig. Die Bezeichung 'Supralite' weckt durch dieses kleine Wortspiel Assoziationen zu den berühmten Supraphonic- und Acrolite-Snares. Rein optisch ist die Verwandtschaft auch eindeutig nachvollziehbar, was vor allem jeweils am Metallkessel mit der charakteristischen Mittelsicke und den blau-olivfarbenen Badges liegt. Schaut man aber auf das Preisschild, so kommen doch schnell Zweifel auf, ob die vier zum Test vorliegenden Sprösslinge wirklich zur Familie gehören. Für den Preis einer klassischen 14 x 6,5" Ludwig LM-402 bekommt man sage und schreibe drei (!) Supralite Snares. Kauft man noch eine weitere dazu, ist das Line-Up dieses Tests komplett und man wäre um Snares in den Größen 14 x 4", 14 x 5", 14 x 6" und 15 x 5" reicher.

Irgendwie verursacht die Kombination chrom-hellblau-oliv bei mir immer noch den gleichen Adrenalinschub wie in den Achtzigern, als ich in meiner Heimatstadt beim wohl spießigsten Musikhaus Norddeutschlands mit meiner Tama King Beat Snare unter dem Arm anrückte und dem blassen Verkäufer im braun-grau gemusterten Pullover entgegenrief: "Ich will die hier entsorgen und dafür `ne Ludwig Snare kaufen! Kann ich mal ein paar antesten?". "Ähm... ja, selbstverständlich, der Herr" kam es mir knarzend entgegen, und eine Stunde später war ich um 600 D-Mark sowie meine alte Snare ärmer und dafür stolzer Besitzer einer 14 x 6,5" Ludwig Super Sensitive. Seitdem hat mich der Virus im Griff. Jetzt bin ich gespannt wie ein Snareteppich, ob die extrem geldbeutelschonenden, hübsch anzusehenden Supralites auch klanglich punkten können.

Details

Von den derzeit verfügbaren sechs Größen stehen mir vier für den Test zur Verfügung: 14 x 4", 14 x 5,5", 14 x 6,5" und 15 x 5". Nanu, eine 15er Snare? Wo gibt's denn sowas? Und gibt es überhaupt noch Felle in der Größe? Antwort auf die letzte Frage: ja! Und auf die Frage davor: Snares mit 15 Zoll Durchmesser gab es bei Ludwig 60 Jahre lang, bevor sie in den 1970er Jahren in den Ruhestand geschickt wurden. Ein guter Grund also, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Eine weitere Reminiszenz an die glorreichen alten Zeiten findet sich in den verchromten Tube Lugs aus Messing - zehn an der Zahl bei jeder Trommel - sowie in der oliv-blauen Farbgestaltung der Typenschilder, ein typisches Merkmal der glorreichen Seventies Ludwig Drums. Allerdings wurden diese noch in den USA hergestellt, während die hier zu testenden Trommeln im Fernen Osten, genauer gesagt in Taiwan, das Licht der Welt erblickten.

Der Kessel wirft Falten

Die Kesselbauweise mit der umlaufenden Mittelsicke kann man getrost als klassisch bezeichnen, denn neben Ludwig setzten und setzen auch Premier, Sonor und viele andere auf dieses Prinzip, welches eine höhere Stabilität des Kessels verspricht. Das ist in diesem Fall auch sinnvoll, denn die für die Supralites verwendeten Stahlkessel sind mit einem Millimeter Wandstärke vergleichsweise dünn. Immerhin sind das etwa 0,7 Millimeter weniger als die - im Gegensatz zu den Supralites - nahtlos gezogenen Alu-Kessel der Supraphonics. Die Innenabschrägung an den Kesselauflagekanten verläuft im 45 Grad-Winkel, wobei eine recht schmale Fellauflagefläche entsteht. Alles andere als schmal ist das Snarebed, welches im Bereich des Teppichs etwa zwei Millimeter abgesenkt ist.

Der Strainer ähnelt einem alten Bekannten

Die Abhebevorrichtung ist bei allen Testtrommeln dasselbe einfache, einseitig regulierbare Modell, das man in ähnlicher Form auch bei anderen Snares im unteren Preissegment findet. In ihrer Funktionsweise ähnelt die Abhebung der berühmt-berüchtigten - weil manchmal etwas hakeligen - P85 von den Supraphonics. Im Gegensatz zu dieser werden die Haltebänder des Teppichs hier aber mittels Vierkantschrauben in den Klemmvorrichtungen fixiert. Zwanzig stählerne Spiralen sorgen für den Rascheleffekt, wobei die Feinregulierung der Teppichspannung über eine Rändelschraube erfolgt. Hardwareseitig wären noch die verchromten, dreifach geflanschten Spannreifen zu erwähnen, die mit 2,3 Millimetern Stärke relativ kräftig ausfallen. Die Befellung besteht aus einem weiß-aufgerauten Schlagfell mit Ludwig-Logo sowie einem transparenten Resonanzfell - beide in mittlerer Stärke.

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