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Test
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25.07.2016

Ludwig Club Date USA 2016 Test

Dreiteiliger Kesselsatz

Der Langzeitstudent

Mit dem Club Date USA 2016 haben wir eine traditionsreiche Neuauflage aus dem Hause Ludwig zum Test bekommen. Ursprünglich war das Club Date ein so genanntes „Student Set“, das als Vierer-Konstellation, bestehend aus Bass Drum, Snare, einem Hängetom und Standtom, im Jahr 1949 Einzug ins WFL Sortiment fand. Die reduzierte Kessel-Hardware mit den Center Lug Spannböckchen sorgte für den charakteristischen Look und half gleichzeitig dabei, den Anschaffungspreis zu drücken. Ab 270 Dollar war es beispielsweise im Jahr 1963 zu haben. 

Von verschiedenen Kesselkonstruktionen zwischen den unterschiedlichen Drum-Linien war man allerdings weit entfernt. Die Club Date Sets hatten somit die gleichen dreilagigen Mahagoni-Pappel-Mahagoni Kessel mit dampfgebogenen Verstärkungsringen wie die Downbeat und Super Classic Kits. Was das aktuelle Ludwig Club Date USA mit seinem Vorfahren gemein hat, erfahrt ihr hier.

Details

Wenn man sich die „Neuvorstellungen“ vieler Drum Companies der letzten Jahre anschaut, wird man den Eindruck nicht los, dass es vor allem darum geht, die Errungenschaften der Vergangenheit möglichst geschickt vermarktet an den Mann zu bringen. Vor allem Firmen mit einer so bewegten Geschichte wie Ludwig, Sonor und Gretsch schöpfen hier aus dem Vollen. Unser Testset ist die Downbeat Konfiguration und besteht aus drei Trommeln in den klassischen Größen 20 x 14“, 12 x 8“ und 14 x 14“ Zoll. Das charakteristische Zeichen - die Center Lugs - sind geblieben, bei der diesjährigen Neuauflage sind sie im Flat Imperial Design aus den 30er Jahren angelegt, auch eine klare Abgrenzung zu der vor einigen Jahren aufgelegten, erschwinglichen Club Date SE Serie aus taiwanesischer Produktion.

Das Shellset ist mit einer Folie im Ruby Strata Design beklebt. „Oyster meets Fleischtheke mit pinken Akzenten“ kommt mir dabei spontan in den Sinn. Auch sonst versprüht das Set einen puristischen Vintage-Look: Die zarten Bassdrum-Füße und Halterungen der Floortom-Beine werden im Inneren mit dem antiquierten Gewinde, ähnlich einer Cowbell-Halterung fixiert, genau wie bei meinen 13er Club Date Tom aus den 60ern, das ich hier zum Vergleich liegen habe. Beim 12er Hängetom hat man die Auswahl zwischen einem modernen Vibra Band (Ludwigs RIMS System) oder der direkt am Kessel montierten Halterung. Egal wofür man sich entscheidet, alle Teile der Tomhalterung sind einzeln, so dass es für drei Trommeln erstaunlich viel zu basteln gibt, bevor alles steht. Für die Fotosession entscheide ich mich kuzerhand für die dritte Variante: eine klassische Befestigung des Toms auf einem Snareständer

 

Drei Schichten Holz, aber keine originale Vintage-Konstruktion

Unter der Haube gibt es siebenlagige, sechs Millimeter starke Kessel aus Maple-Poplar-Maple. Den ursprünglichen dreilagigen Kessel mit Verstärkungsringen hat Ludwig schon vor ein paar Jahren im Retro-Trend einer anderen Serie verbraten: der hochpreisigen Legacy Serie, deshalb mussten sich die Konstrukteure wohl oder übel etwas anderes einfallen lassen, denn die gleichen Kessel zum günstigeren Preis gibt es 2016 nicht mehr – auch wenn das Club Date USA alles andere als ein Schnäppchen ist. Unsere Testkonfiguration schlägt mit stolzen 2099 Euro zu Buche und stellt damit wohlgemerkt die günstigste der drei verfügbaren Konfigurationen dar. Die Kessel sind - wie sollte es bei Ludwig anders sein - rund gegratet und insgesamt ansprechend verarbeitet. Der höchste Auflagepunkt liegt bei den drei Lagen weichen Pappelholzes, hier könnte bei harter Beanspruchung ein Verschleiß der Gratungen zu befürchten sein. 

Auch auf der Außenseite der Bassdrum geht es eher puristisch zu. Die Spannreifen sind an einigen Stellen nachlässig lackiert, das zeigt sich in Form von diversen Lacknasen. Ohne Gummiisolierung werden die acht Stimmschrauben-Klemmen pro Seite auf die Reifen geschraubt. Für das Schlagfell gibt es einen Falam Aufkleber, für das Resonanzfell befindet sich eine Ringschablone zum Schneiden eines Loches im Paket. Einen Schoner für den Spannreifen zum Schutz vor Kratzern durch die Fußmaschine suche ich allerdings vergebens. Beide Bassdrum-Felle sind vorgedämpft (Clear und Smooth White), die Tomfelle sind einlagige Ambassador Ausführungen. Jetzt bin ich gespannt, wie unser Club Date Set im Praxis-Test tönt.

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