Test
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29.04.2020

Praxis

Der breite, luftige Klang, für den Ludwig Snares so bekannt und beliebt sind, ist ohne Frage auch bei den Super-Snares vorhanden. Auch sind die Unterschiede zwischen den beiden Oberflächen akustisch hörbar, wenn sie auch nicht riesengroß sind. Den Klang der Super COB würde ich als etwas brillanter beschreiben, die Super Brass klingt dagegen etwas kompakter, weshalb ich ihr, besonders unter dem Mikrofon, leicht den Vorzug geben würde.

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Die Teppichansprache ist bei beiden Snares gut. Was auffällt, ist, dass Rimshots laut und mit viel singenden Obertönen erklingen und stets relativ stark abgesetzt vom Center-Klang sind. Rimclicks klingen satt und crisp.

In tiefen Lagen geht es eher unruhig zu, hier müsste man extrem dämpfen, um das Signal in eine nutzbare Richtung zu formen. Ab den mitteltiefen Lagen klingt die Mischung aus Attack und Kesselton bei beiden Trommeln ausgewogener. Ab der mittleren Lage wird die Ansprache noch crisper, das Gesamtsignal klingt allerdings ungedämpft zunehmend topfig – eine Eigenschaft, die ich schon bei vielen tiefen Messingsnares beobachtet habe. Mit Dämpfung geht allerdings recht schnell der lebendige Charakter verloren. In ganz hoher Stimmung glänzt besonders die Super COB mit crispen Besensounds und macht viel Spaß.

Im Vergleich zu zwei Referenz-Snares von Ludwig, einer 1980er Black Beauty und einer 1979er Supraphonic, die ich zum Testzeitpunkt hier habe, wird schnell deutlich, dass die beiden Super-Neuauflagen weder an das Fundament noch an die tonale Ausgewogenheit der beiden anderen Vertreter herankommen. So sind die Neuauflagen ohne Frage gut klingende Messingsnares mit überragender Optik, die Durchsetzungskraft mit einem relativ großen Stimmumfang vereinen, allerdings gibt es für meinen Geschmack auch in wesentlich tieferen Preisregionen klanglich adäquate Modelle zu erwerben.

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