Test
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11.03.2019

Praxis

Wie eingangs erwähnt, verfügt die Partybag Mini über eine Bluetooth-Schnittstelle. Dazu gesellen sich hier jedoch noch ein Line-In- und Out in Form von Miniklinkenbuchsen und eine USB-Buchse Typ A, wo ihr ein Smartphone laden oder einen USB-Stick anschließen könnt, der Musik für den integrierten MP3-Player enthält. Hierfür sind Steuertasten zurück, vor, play/pause sowie lauter und leiser zugegen. Eine rote LED signalisiert, wenn das Eingangssignal zu laut ist.

Die Partybag 6 dagegen offeriert ein Volume-Poti, einen Mikrofoneingang im 6,3-Millimeter-Standardklinkenformat und einen L/R-Chinch Line-In. Dennoch muss man sich auch hier für eines von beiden entscheiden.

Eine Neuerung gegenüber der ersten Partybag Mini Version ist, dass sich der Input nun von Line auf Mikrofon umschalten lässt. Das dürfte nicht nur Demogängern und Wanderpredigern gefallen. Stulle, Cola, Kamera, Handy und Handzettel in den Rucksack, Mikro dran und los geht‘s. Hintergrundmusik über Sprache inklusive. Dazu gleich mehr. Interessant ist hier vielleicht noch: Das mobile Endgerät lässt sich praktischerweise über den integrierten Akku wieder aufladen, was laut Herstellerangaben einer Powerbank mit 3900 mAh gleichkommen soll.

Technik

Die elektronischen Komponenten sind in einem Holzgehäuse untergebracht. Bei den Lautsprechern setzt der Hersteller auf einen 4-Zoll-Bass-Woofer von FaitalPRO, dem ein 0,75-Zoll-Tweeter zur Seite gestellt ist. Beim integrierten Class-D-Verstärker hat laut Hersteller das große Modell Pate gestanden.

Mini verfügt über eine Spitzenleistung von 2x 25 Watt RMS, der Max SPL ist mit 112 dB angegeben. Der DSP soll für optimale Soundqualität sorgen und den Lautsprecher vor Überlastung schützen, signalisiert durch eine rote Limiter-LED. Laut Datenblatt reicht der Frequenzbereich von 100 – 20.000 Hz.

Zum Vergleich einmal die Daten der Partybag 6: 8-Zoll-Tieftöner, 1-Zoll-Hochfrequenztreiber, 100 Watt RMS, 120 dB Max SPL und ein Frequenzbereich von 70-20.000 Hz.

Akku und Laufzeit

Betrieben wird die Partybag mini über einen nicht austauschbaren 14.8V 2600mAh (38.5Wh) Lithium-Ionen-Akku, das Top-Modell Partybag 6 hat eine 25,9 V/5000 mAh Li-Ion-Batterie vorzuweisen. Daraus ergeben sich Laufzeitunterscheide. Der Hersteller gibt an, man habe bei der mini stattliche 16 Stunden bei mittlerer Lautstärke und 4 Stunden bei voller Lautstärke mit „rosa Rauschen“ gemessen“, räumt aber ein, dass dies mit variierender Musik anders ausfallen könnte.

Das Gros der Anwender dürfte eher zu Pop-, Rock oder Club-Musik greifen wollen, daher habe ich die Box mit typischer House- und Pop-Musik laufen lassen, mal vom Stick, mal vom Handy mit App und Auto-DJ-Funktion, die die Musik vom iPhone nahtlos ineinandermixt und siehe da: Das gute Ding hält bei mittelhoher Lautstärke fast zwei ganze Arbeitstage durch, respektive einen langen, lauschigen Outdoor-Tag im Sommer.

Typische Szene auch: Der Anwender hat sein Smartphone angeschlossen und dreht Rucksack und das Handy volles Pfund auf (Signal-LEDs am Rucksack blinken fröhlich rot im Takt mit). In einem Meter Entfernung konnte ich hier 102 dBa in der Spitze messen, meine JBL Flip kam dagegen auf 96 dBa, der Marshall Stockwell lag bei 98 dBa. Damit liegt man mit der Partybag schon irgendwo zwischen Holzfräse und Presslufthammer. Bei diesen Pegeln ist aber auch nach spätestens 4 Stunden die Luft raus. Recht zügig stellt sich bei der Partybag dagegen das Aufladen dar.

Das benötigte 16,8 V / 1.0 A Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten und signalisiert mittels einer roten LED am Steckernetzteil, wenn geladen wird bzw. grün, wenn die Batterie aufgetankt ist, was nach knapp 3 Stunden erledigt ist. Am Backpack gibt es allerdings nur eine zwei LEDs umfassende Ladestandsanzeige, das ist etwas ärgerlich. Für die Statistik: Partybag 6 (hier im Test) wird mit ca. 8 Stunden Spielzeit mit voller Lautstärke und ca. 32 Stunden Spielzeit mit niedriger bis mittlerer Lautstärke angegeben.

Sound

Ich muss sagen, ich war echt erstaunt, wozu der kleine Rucksack in der Lage ist. Bereits bei noch recht leisem Hören auf dem Schreibtisch wusste der Klag zu gefallen. Und der Sound bleibt auch bei hoher Lautstärke voluminös und angenehm klar. Wummernde Tiefbässe hatte ich bei der Partybag mini nicht erwartet, also verwundert es mich auch nicht, dass es im Bassbereich etwas an Fundament mangelt. Ein gewisser Punch stellt sich aber schon ein, wenn man den Speaker ordentlich befeuert. Gegenüber den beiden „kleinen“ Bluetooth-Boxen aus dem Testszenario profitiert „der Sack“ einfach durch sein Gehäusevolumen und seine höhere Leistung, ganz klar.

Und wem das noch nicht reicht, der darf über den Miniklinkenausgang einen weiteren Aktivlautsprecher mit Klinkeneingang ansteuern, wie meine lokale Stockwell-Box, die ja auch nicht ganz ohne und dazu sehr transportabel ist. Dann stellt sich noch ein wenig mehr Party-Feeling ein. Einfach verbinden und den übrigen Maiwanderern, Nachbarn, Leuten in der Umgebung oder auf den Nachbardecken „noch mehr auf den Senkel gehen“ – ihr wisst, was ich meine. Ebenso könnt ihr natürlich die Partybag eines Kollegen andocken oder andere Soundsysteme.

Mikrofon-Check

Zugegebenermaßen herrschen in NRW zum Testzeitpunkt noch lange keine Temperaturen, um die Partybag mit zum Baggersee zu schleppen. Aber glaubt mir, wenn ich sage, sie macht sich am „Badestrand“ – mit Schwimm- und Nutzutensilien beladen – oder auf einem Campingplatz – mindestens genauso gut wie beim Picknick im Park, wenn man mal den Freizeitaspekt in den Vordergrund rücken darf, oder beim Breakdance in der Innenstadt anstelle eines Ghettoblasters. Auch zum Rappen dann?

Hier habe ich zum Test ein dynamisches und ein batteriebetriebenes Electret-Kondensatormikrofon angeschlossen, mit dem Ergebnis, dass sich die Sprache bei gleichzeitiger Nutzung des MP3-Players vielleicht noch so eben gegen seichte und leisere Atmo-Sounds durchsetzen kann, nicht jedoch gegen „laut produzierte“ Pop-Musik (Stickwort Karaoke-Sing-Sang). 

Anders stellt sich dies dar, wenn man das Mikro in bester Marktschreier-Manier „solo“ benutzt oder über das am Smartphone regelbare Handy-Playback Stimmdarbietungen zum Besten gibt. Eine separate Gain-Regelung für das Mikrofon hätte hier aber definitiv gut getan.

Bluetooth/Line

Selbstredend können über den Line-Input mit passendem (Adapter-)Kabel auch Hardware wie Keyboard, Trommelmaschine und Co. als Zuspieler dienen, ein iPad mit klangerzeugenden Apps, Sampleschleudern oder DJ-Programmen angeschlossen werden, letztgenanntes dann auch wieder via Bluetooth, sodass man zwei Zuspieler hätte. Die Verbindung ist ganz einfach, ich muss nur die Pairing-Taste kurz halten und dann die „Partybag 4536“ wählen, schon steht die Connection stabil.

Stecke ich den USB-Stick ein, wird das Smartphone allerdings getrennt und der „Handshake“ muss neu initiiert werden. Nicht möglich ist es, die Tasten am Partybag zur Steuerung vom iPhone zu nutzen. Macht aber auch nichts.

Tragekomfort

Prima, Regenpause! Das eröffnet mir die Möglichkeit, mir die Partybag überzuwerfen und eine Runde in freier Wildbahn zu drehen. Ein Vorteil gegenüber dem Geschwistermodell: Sie ist nicht so schwer und klobig auf dem Rücken und das macht sich bei längeren Wanderungen positiv bemerkbar. Moderate 2,5 Kilo bringt das Teil nur auf die Waage, das ist nicht wirklich viel. Die Gurtpolsterung geht in Ordnung, auch wenn die Bag schwerer beladen ist, schneidet es nicht an den Schultern. Jedoch drückt, je voller und schwerer das Teil, das Verstärkermodul mit seinem Holzchassis im unteren Rücken, was sich im Sommer beim T-Shirt-Tragen noch einmal stärker abbildet als mit herbstlichem Anorak und Pulli. Mag sein, dass dies mit ein wenig mehr Polsterung abzuändern gewesen wäre.

Stellt sich mir noch die Frage, wie es bei sommerlicher Hitze wohl um das Problem mit der Feuchtigkeitsentwicklung am Rücken bestellt sein wird? Bei meinem Remix-Backpack sind sowohl die Kontaktfläche an der Hinterseite als auch die gepolsterten Schultergurte mit zirkulationsbegünstigendem Maschennetz überzogen. Das wäre vielleicht auch für die Partybag nicht schlecht gewesen. Doch kommen wir nun zum Fazit.

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