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Test
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21.06.2013

Livid Instruments Alias 8 Test

DAW-MIDI-Controller

Schlichte Eleganz für Studio und Bühne?

In Zeiten übermächtiger DAW-Kommandozentralen vom Typus „Knöpfchen-Armada“ und parallel eingesetzter Touch-Controller Marke iPad mag mein heutiger Testkandidat Livid Alias ein wenig „oldschool“ anmuten, handelt es sich doch um eine vergleichsweise kleine Ansammlung von Bauteilen in einem rustikalen Metallchassis. Doch eben darin liegt sein Charme, denn ein derart schnell zugängliches, kompaktes Kleinod binärer Steuerkunst zu finden, dazu noch handgefertigt, kanalübergreifend kommunikationsbereit und bei Bedarf über Steckbuchsen erweiterbar, ist gar nicht so einfach.

Alias 8 ist, wie der Name bereits vermuten lässt, ein Achtkanal-MIDI-Mischpult, das sich der Befehligung von Ableton Live, Cubase, FL-Studio, Reason und Co. annimmt, um deren Mixer-Kanäle, Clips oder Plugins fernzusteuern. Das Ganze in roadtauglichen Backpack-Maßen, also wie geschaffen für den Bühnen-Live-Act oder kleinere Projekt-Einsätze. Der amerikanische Hersteller Livid Instruments setzt bei seinen Produkten ja bekanntlich auf Handarbeit und Inhouse-Qualitätskontrollen, was sich dementsprechend in einer nicht gerade budgetschonenden Preisempfehlung von 379,61 Euro ausdrückt, diese aber unter dem Aspekt „Crafted by Hand in Austin, Texas“ vielleicht in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ist der „midifizierte“ Channelstrip-Texaner die mobile Alternative zu einer APC40 oder einem Hünen, wie dem Livid Ohm oder CNTRL:R?

Details

Im schlichten, schwarz bedruckten Pappkarton haben die weite Reise angetreten: der mit Styroporformteilen gut gegen Transportschäden geschützte Controller, ein USB-Kabel und ein persönlich unterzeichneter Qualitätskontrollbeleg. Ein paar Worte zur Verarbeitung: Die Platine steckt in einem Metallgehäuse mit schwarzen Schutzblenden, die bei mir den Eindruck erwecken, dass bei einem Sturz vom Tisch eher der Holzboden eine Delle bekäme, als dass der Alias ernsthaft Schaden nehmen würde. Was die Ausführung von Tasten, Drehreglern und Masterfader angeht, würde ich diesen auch ohne ausgiebige Nutzung eine gewisse Langlebigkeit attestieren wollen. Allein die Channelfader passen nicht so recht ins Gesamtbild, denn hier setzt der Hersteller auf wackelige Plastikstifte, derer zwei an meinem Testmuster dezent schleifen. An der Unterseite sind vier Standfüße festgeschraubt, die dem Verrutschen bei energischerem Ta(s)tendrang Einhalt gebieten wollen. Allerdings – das ergab ein Test auf unterschiedlichen Ablageflächen im Studio – steht das Teil nicht vollständig eben und kippelt ein wenig, was sich durch eine Unterlegscheibe (nicht im Lieferumgang, aber im Werkzeugkasten des Autoren) am abschraubbaren Fuß links unten sicherlich beheben ließe. Soll wohl mal vorkommen bei manueller Fertigung.

Aufbau

Sämtliche Schnittstellen zum Informationsaustausch mit der Außenwelt sitzen an der Hinterseite, wo auch das Firmenlogo prangt. Ihm gegenüber blicke ich auf eine USB-Buchse Typ B zum bidirektionalen Austausch von Datenpaketen, gefolgt von zwei XPC- oder DIY-kompatiblen Buchsen, die einen Satz von zweimal acht Dip-Schaltern flankieren. Hier werden Livids Erweiterungsmodule angebracht und adressiert. Die Stromversorgung über ein externes Netzteil ist nicht möglich, was mangels Audio-Interface und aufgrund der Anzahl an Bedienteilen für mich in Ordnung geht, aber einen kleinen Nachteil in sich birgt, wie ich später noch erläutern werde. Fürs Protokoll: Standard-MIDI-I/Os sind zudem nicht zugegen.

Zum Aufbau ist nicht mehr zu sagen, als dass sich hier acht Channel-Strips mit je zwei Drehreglern, einem 30-Millimeter-Linefader und zwei RGB-Buttons um die Steuerung von Sequenzer-, Licht und Mixsoftware kümmern. Sie werden von einem 60 mm langen Masterfader und einem Encoder für die Auswahl des MIDI-Kanals nebst Display eskortiert. Die Anzeige bildet zwei Ziffern oder Buchstaben ab und strahlt mir im besten 70er Jahre-Taschenrechner-Style grün, hell und deutlich entgegen. Die kompakte Steuereinheit misst 190 x 280 x 41 mm und wiegt laut Elektrowaage bei 1167 Gramm kaum mehr als ein Ein-Liter-Tetrapack, wobei der Proband die Fläche eines iPads nur geringfügig überschreitet.

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