Gitarre Hersteller_Line6
Test
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02.07.2009

Details

Konstruktion:

In puncto Design setzen Bogner und Line6 auf eine schlichte und übersichtliche Eleganz. Das Gehäuse besteht aus ungefähr 19mm dickem Sperrholz und erfreut sich eines robusten Kunstlederbezugs. Auch der Tragegriff ist aus Leder.
Die Modeling-Abteilung sitzt auf der hübsch gebürsteten Alu-Frontplatte und auch die schwarze, feinmaschige Bespannung ist solide und fest. Die verwendeten Potis und Schalter sind mit Ausnahme der Kippschalter aus der On/Off Abteilung aus Plastik gefertigt und damit die wohl fragilste Angelegenheit der Spider-Konstruktion. Der offene Combo bietet unkomplizierten Zugang zum eingebauten Celestion Vintage 30 Speaker und trägt positiv zum Klangverhalten bei. Das von oben eingeschraubte, hängende Stahlblech-Chassis beherbergt die Amp-Elektronik. Daneben befinden sich zwei Trafos und in entsprechenden Stahlkäfigen die beiden 5881 Endstufenröhren von Sovtek sowie zwei 12AX7 Vorstufenröhren chinesischer Herkunft. Alles in allem bringt es der Spider auf kräftige 40 Watt Leistung und liegt mit einem Kampfgewicht von 20,5 kg im absolut tragbaren Bereich.

Anschlüsse:

Bis auf die Eingangsbuchse für die Gitarre befinden sich sämtliche weitere Anschlüsse auf der Rückseite. Durch die Konstruktion des über das Chassis ragenden Gehäuses ergibt sich so ein guter Schutz für Stecker und Kabel. Im Einzelnen  wären das zunächst der Netzanschluss und eine Sektion zur Verwendung externer Speaker, ausgelegt auf 4 und 8 Ohm Widerstände. Neben dem eingebauten Celestion Speaker, der auf 8 Ohm läuft, lassen sich also entweder eine 4 oder eine 8 Ohm Box oder zwei 8 Ohm Boxen anschliessen. Ein XLR-Out mit eingebauter POD 2.0 Speaker-Simulation erlaubt den Anschluss an eine Beschallungsanlage und verfügt zudem über einen Ground Lift Schalter gegen lästiges Netzbrummen. Auf den seriellen Effektweg kann über Preamp Out und Power Amp In zugegriffen werden. Zusätzlich kann das bearbeitete Signal über den Preamp Out an einen zweiten Verstärker weitergegeben werden. Der Power Amp In ist mit der Vorstufe und der Master Sektion des Spiders verbunden. Hier kann also beispielsweise ein Modeler angeschlossen werden, dessen Sounds sich dann über die Röhrenendstufe andicken lassen.

 

Zuguterletzt findet sich auf der Rückseite noch der Anschluss für eine optionale Line 6 FBV-Bodenleiste, mit deren Hilfe man Presets anwählen, Effekte aktivieren, Wah-Wah- und Volume-Funktionen steuern und auf die Tap Tempo Funktion zugreifen kann. Durch die Nutzung der Fußleiste lassen sich außerdem zusätzliche Speicherplätze generieren, sodass dem User schlussendlich 32 Presets zur Verfügung stehen.

Bedienelemente:

Man muss anerkennen, dass Line6 sich trotz des großen Effekt-Umfangs beim Spider für ein klar strukturiertes und übersichtliches Bedienfeld entschieden hat. Das macht es umso einfacher, direkt ins Vergnügen hineinzustürzen und trotzdem schnell auf alle Features zugreifen zu können. Auch hier ist es Bestandteil des Konzeptes, mehrere Effekte auf einem Poti zusammenzufassen. Neben der links außen angebrachten Eingangsbuchse für die Gitarre findet man zunächst den Wahlschalter, mit dem man durch die verschiedenen Gainstufen reist. Jede Stufe ist mit einer LED hinterlegt, die einmal blau und einmal orange aufleuchtet, je nach Regelbereich. Wir haben hier also zwei verschiedene Modi pro Stufe zur Verfügung. Dabei kann man den Drive-Anteil mit dem daneben liegenden Poti zusätzlich individuell nachregeln.

Es folgt ein ganz normaler EQ mit drei Reglern, die den Bassanteil, die Mitten und den Höhenanteil des Gitarrensounds bestimmen.  Mit dem Channel Volume Poti kommen wir zur Lautstärkeregelung des gewählten Presets, also der Vorstufe. Dahinter liegt die FX-Sektion mit ihren Smart Control FX Reglern – zwei an der  Zahl. Hier werden die Modulations-Effekte Chorus, Phaser, Flanger und Tremolo sowie die Delay-Abteilung bedient. Anschließend finden wir die Federhall-Simulation auf dem Reverb-Regler. Die Master-Volume und Presence-Potis liegen direkt unterhalb des kleinen beleuchteten Displays, das mithilfe des daneben liegenden Steuerkreuzes die Kontrolle über die zahlreichen Presets erlaubt. Ein eingebautes Stimmgerät wird durch längeres Halten des Tap-Tempo-Tasters aktiviert. Angezeigt wird der Tuner dann im kleinen Display. Die übrigen vier Taster am Frontpanel bieten Zugang zu den Speicherplätzen. Ab Werk sind hier bereits einige Sounds gespeichert, die aber durch eigene Kreationen ersetzt werden können. Und natürlich besitzt der Spider, wie nahezu jeder Röhrenamp, jeweils einen On/Off- und einen Standby-Schalter.

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