Gitarre Hersteller_Line6
Test
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01.10.2019

Praxis

Die Presets im Spider V MkII sind erstklassig sortiert, in der ersten Bank sind vier Standardsounds (Clean, Crunch, Dirt, Lead), dann kommen spezifische Ampsounds, bei denen die Effekte erst einmal auf Bypass stehen, aber schon dem Style entsprechend vorbereitet sind. Danach geht es mit Sounds für bestimmte Songklassiker weiter und ab Bank 22 kommen die neuen Artist-Presets. Insgesamt stehen 128 Speicherplätze zur Verfügung, aufgeteilt in 32 Bänke á vier Presets.

Für die Aufnahmen habe ich den Line Out (Stereo) benutzt, der direkt an das Audio Interface (Universal Audio Apollo) angeschlossen ist. Den Sound über den Lautsprecher gibt es später zu hören. Hier jetzt erst einmal eine Auswahl aus den Amp-Presets, bei denen ich mitunter leichte Modifikationen vorgenommen habe. Meist waren es leichte Anpassungen des EQs, um den Sound besser an den Line-Out anzupassen.

Der Sound der unterschiedlichen Amp-Modelle ist überzeugend, auch das Spielgefühl ist in Ordnung, die Amps reagieren auf dynamischen Anschlag und Aktionen mit dem Volume-Poti an der Gitarre. Im dritten Beispiel war das recht gut zu hören, wo ich von hartem Plektrumanschlag auf Fingeranschlag umgestiegen bin und der Zerrgrad entsprechend niedriger wurde. Trotz allem liegen Klangqualität und Transparenz noch unter POD oder Helix aus dem Hause Line 6, aber das ist bei der Preisgestaltung auch nicht anders zu erwarten. Klanglich muss man dem Spider V MkII allerdings einen Quantensprung zu den älteren Modellen bescheinigen. Zum einen ist die Qualität der Amp-Models und Effekte für einen Amp dieser Preisklasse recht gut, darüber hinaus kann das Ganze auch noch mit einer praxisgerechten Anzahl an Parametern eingestellt werden. Da man bei den Effekten nicht auf einen Mix-Regler beschränkt ist, lassen sie sich besser nutzen und wesentlich detailliertere Effektsounds erzielen. Neben den üblichen Models von Effekt-Klassikern in allen Sektionen sind auch etwas speziellere Effektmodule für abgefahrenere Sounds integriert - eine sehr gute Mischung. Hier ist eine kleine Auswahl, ebenfalls basierend auf Presets, die nur leicht verändert wurden.

Nun kommen wir zum Sound aus dem Speaker, dafür habe ich ein Beyer M160 Bändchenmikrofon etwas weiter entfernt vom Amp positioniert, um den Klang von 12" Speaker und Hochtöner akzeptabel einzufangen. Der Sound aus den integrierten Lautsprechern ist recht warm und im Höhenbereich nicht so bissig, deshalb kann man beim EQ des Amp Models auch gerne die Höhen etwas weiter aufdrehen. Wenn der Combo auf dem Boden steht, hat er auch ein ordentliches Bassfundament. Beim Üben zuhause in gemäßigter Lautstärke erzeugt der Amp dadurch einen recht fülligen Ton. Ihr hört nun das Preset 5B, einmal über den Lautsprecher aufgenommen und über den Line Out mit identischer Einstellung.

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