Gitarre Hersteller_Line6
Test
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29.10.2018

Praxis

Das HX Stomp ist in verschiedenen Disziplinen mit oder ohne Gitarrenverstärker einsetzbar und deshalb wird das Ganze auch in unterschiedlichen Einsatzbereichen in unserem Praxisteil untersucht.

HX Stomp vor dem Amp

Wir beginnen mit der einfachsten Verschaltung, das HX Stomp ist vor einem clean eingestellten Sovtek MIG 50H geparkt, der an eine Marshall 4x12 Box angeschlossen ist, die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Ich starte mit der nüchternen Bestandsaufnahme der ersten vier Preset-Sounds.

Die Presets sind im weiteren Verlauf doch recht "effektiv", also mit vielen unterschiedlichen Effekten bestückt und zum Teil mit recht abgefahrenen Sounds belegt, die für Brot-und-Butter-Sounds nicht unbedingt taugen, aber für Freunde experimenteller Klänge eine gute Spielwiese und Basis bieten. Aber prinzipiell hat man aus einem bestehenden Preset den Sound doch recht zügig an die eigenen Bedürfnisse angepasst oder man nimmt ein leeres Preset und stellt sich seine Effektkombination selbst zusammen. Das Bedienkonzept am Gerät selbst ist sehr ausgereift, mit den Tastern und Reglern kommt man nach einer kurzen Eingewöhnungsphase recht schnell ans Ziel. Der mitgelieferte Spickzettel mit der Beschreibung der wichtigsten Funktionen ist auf jeden Fall ausreichend, um das Pedal zu bedienen. Durch die freie Konfigurierung der Fußtaster ist man im Live-Modus auch recht flexibel aufgestellt.

Die Taster können auch zum Umschalten von zwei Effektmodulen benutzt werden. Auf dem Speicherplatz 2B sind zwei Versionen eines Boss DS-1 Modells im Angebot. Hier kann zum Beispiel mit dem zweiten Fußtaster zwischen zwei Effektmodulen hin- und her-geschaltet werden (Deeze One Vintage, Deeze One Mod) und mit Fußtaster 1 wird der Kinky Boost (Xotic EP-1 Boost Model) aktiviert. Hier sind drei Kombinationen: Deeze One Mod, Deeze One Vintage, Deeze One Vintage & Kinky Boost.

Das klingt recht satt, und besonders gut gefällt mir die Kombination von Boost und Distortion für das gespielte Riff. Jetzt ist die Neugier geweckt und ich will wissen, wie nah das Effekt-Modell am Original liegt. Das Boss DS-1 Pedal wird aus dem Schrank geholt und nun werden beide einander gegenübergestellt.

In Grundcharakter und Zerrgrad liegen beide Deeze-One-Modelle recht nah an meinem DS-1 (der keine ganz alte Ausgabe ist). Die Vintage-Version komprimiert stärker, die Mod-Version klingt etwas offener. Line 6 hat sich bei der Nachbildung der klassischen Effekte sehr viel Mühe gegeben, was auch hörbar ist. Es gibt aber auch ein paar Eigenkreationen, und besonders bei den Delays und Reverbs sind ein paar feine Modelle im Angebot. Hier sind ein paar Beispiele mit diversen Effektkombinationen.

Das TS808 Modell hört ihr nun mit identischer Einstellung einmal vom HX FX und danach vom HX Stomp. Ich wollte herausfinden, ob es tatsächlich zwischen den beiden Geräten gravierende klangliche Unterschiede gibt, und so weit ich hören kann, gibt es die nicht. Falls ihr euch noch mehr Sounds anhören möchtet, kann ich euch mit ruhigem Gewissen den Test des HX FX empfehlen, das ja mit denselben Effektmodellen bestückt ist.

Vier-Kabel-Methode

Der Sovtek wird nun gegen einen The Valve 3|100 getauscht und das HX Stomp mit der Vier-Kabel-Methode mit dem Amp verbunden. Somit sind einige Effekte vor die Vorstufe und die Modulations-, Delay- und Reverb-Effekte in den Einschleifweg des Amps geschaltet. Auch das geht völlig problemlos, die dafür vorgesehenen und mit 4CM betitelten Sounds sind bereits mit dem internen Loop und den passenden Einstellungen dafür vorgefertigt. Man muss die vier Kabel nur richtig mit Amp und HX Stomp verbinden, dann kann es direkt losgehen. Die Pegel sind sehr gut angepasst, mit meinem Amp hat es auf Anhieb geklappt. Hier ist einmal ein Sound mit dem cleanen Kanal und dann mit dem Crunch-Channel, bei dem die Verzerrung vom Amp kommt, die weiteren Effekte vom HX Stomp.

Direkt ins Pult

Jetzt gibt es keinen "richtigen" Amp mehr, das HX Stomp ist direkt mit dem Audio-Interface verbunden und es werden die internen Amp- und Cab-Modelle benutzt. Auch hier punktet unser Testkandidat mit einer großen Auswahl an Amp-Modellen, allesamt in bewährter Helix-Qualität. Das HX Stomp kann damit auch als All-In-One-Pedal für Bühne und Studio genutzt werden. Und auch, wenn man es "nur" als Effektgerät auf dem Board im Einsatz hat, ist es beruhigend zu wissen, dass ein Amp-Modeler bereitsteht, falls der Verstärker abrauchen sollte. Hier sind vier unterschiedliche Amp-Modelle.

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