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28.02.2019

Kauftipp Shoutboxen - Lautsprecher mit integriertem Mixer im Direktvergleich

Kompakte Aktivlautsprecher mit Mischeinheit im Vergleich

TC-Helicon Voice Solo FX150, Behringer B205D, Mackie SRM150, the box pro CX5 - welche Box macht das Rennen?

Personal-Monitor, Instrumentenverstärker, Partybeschallung, Klein-PA oder Shoutbox – es gibt jede Menge Anwendungen für kompakte Aktivboxen mit eingebauten Minimixer. Wir haben uns vier Kandidaten von TC-Helicon, Behringer, Mackie und the box pro angesehen und verraten, was die kompakten Brüllwürfel zu leisten imstande sind.

Klare Sache: Um sich Gehör zu verschaffen, braucht es nicht immer das große Besteck. Eine kompakte Aktivbox mit zwei, drei separat regelbaren Kanälen reicht oft als Monitor oder um Gesang, Instrumente und Backing-Tracks zu verstärken, vor allem bei kleineren Veranstaltungen in der Kneipe oder im heimischen Wohnzimmer.

Vor etwa zehn Jahren war ich als FOH-Betreuer bei einem größeren Festival unterwegs. Eine skandinavische Band baute ihr DigiCo-Pult am FOH auf, auf einem Mikrofonstativ thronte eine Mackie SRM150.

Auf meine Nachfrage, wozu die Box verwendet wird, erhielt ich die Antwort: „That’s my shoutbox“. FOH und Monitortechniker verwendeten anstatt eines herkömmlichen Intercoms je eine Mackie SRM150 zur Kommunikation. Clevere Idee!

the box pro CX5

Die CX5 überzeugt mit einem ansprechenden, seriösen Design. Das schwarze Kunststoffgehäuse ist robust und gut verarbeitet. Ein Tragegriff schützt die links davon angebrachten Bedienelemente. Der Kandidat verfügt über zwei separate Mic/Line-Eingänge mit Gain-Potis und Combobuchsen-Eingängen (XLR/Klinke). Eine Hi-Z-Umschaltung für den Anschluss einer Akustik-, E- oder Bassgitarre sucht man vergebens. Instrumentalisten müssen daher auf eine DI-Box zurückgreifen. Ein dritter Eingang ist stereophon und bietet sich für Zuspieler an (Miniklinke und Cinch).

Mit diesen drei Kanälen lässt sich schon ein kleiner Gig bewerkstelligen: Keyboards oder Zuspieler, einmal Gesang, einmal Gitarre – das kann die CX5 problemlos verwalten. Für den Gesamtpegel spendierte man der Box ein gerastertes Main-Level-Poti. Außerdem hat der Anwender Zugriff auf einen dreibandigen EQ mit Festfrequenzen. Vier LEDs zeigen den Betriebsstatus an (On, Signal, Limit, Protect). Als Motor kommt eine 120 Watt RMS starke Class-D-Endstufe zum Einsatz, welchen einen 5,25 Zoll großen Coax-Treiber befeuert, auf dem ein kleines Hochtonhorn mit einer Abstrahlcharakteristik von 60 x 60 Grad aufgesetzt ist.

Auf der Oberseite des Gehäuses ist ein Gewinde eingelassen, das den Autor zum Nachdenken nötigt. Ebenso wie der beiliegende Adapter, der in eine Öffnung auf der Gehäuseunterseite zu passen scheint. Dieser Adapter lässt sich auf ein Mikrostativ schrauben. Jetzt klingelt es! Da die Box über keine Monitorschräge verfügt, muss sie ja irgendwie sinnig platziert werden. Dazu eignet sich ein normales Galgenstativ hervorragend. Man entfernt den Galgen und schraubt den Adapter ans Stativ. Jetzt kann die Box auf dem Stativ Platz nehmen und lässt sich durch den Adapter sogar in verschiedenen Neigungswinkel aufsetzen.

Möchte man zusätzlich ein Mikrofon nutzen, schraubt man den Mikrofongalgen in das Gewinde auf der Oberseite. Nice! Somit bringt man den Monitor nahe an den Musiker oder bei der Verwendung als Mini-Front-PA auf Publikumshöhe. Ein Blick noch auf die Rückseite. Hier befindet sich ein weiterer Line-In, eine XLR-Thru-Buchse, der obligatorische Netzschalter samt Kaltgerätebuchse und eine schaltbare Auto-Power-Funktion, welche die Box selbstständig in den Ruhezustand versetzt.

TC-Helicon Voice Solo FX150

Die Voice Solo FX150 bietet ein Gehäuse mit Monitorschräge. Genau betrachtet, sind es sogar zwei Aufstellwinkel, somit lässt sich die Box als herkömmlicher Bodenmonitor einsetzten. Wer sie lieber auf ein Stativ verpflanzt, nutzt die Stativaufnahme im Gehäuse oder das One-Click-Feature, mit dessen Hilfe sich der Speaker über zwei am Gehäuse befindliche Haken an ein Mikrofonstativ krallt. 

Die Box verfügt über interne Effekte, die sich - wie alle übrigen Funktionen - über beleuchtete Taster verwalten lassen. Neben dem Master-Volume-Poti notieren wir lediglich einen Edit-Encoder samt LED-Kranz. Die Bedienung ist einfach. Man wählt eine Funktion über einen Taster und dreht am Encoder. Fertig! Sollte es zu einer Unterbrechung der Stromversorgung kommen, merkt sich die TC-Helicon die letzte Einstellung.

Zur Stromversorgung wird ein externes Netzteil verwendet, an dem ein Kaltgerätekabel andockt. Weder das Kaltgerätekabel noch der kleine Netzstecker des Netzteils ist verriegelbar. Eine Zugentlastung gibt es ebenfalls nicht. Das ist wenig praxisfreundlich. Dafür kann der Proband klanglich punkten, was wir später im Vergleich noch genauer betrachten.

Mackie SRM150 & Behringer B205D

Die Kandidaten aus dem Hause Mackie und Behringer könnten durchaus eineiige Zwillinge sein, wenn die Mackie SRM150 nicht deutlich eher das Licht der Audiowelt erblickt hätte. Die Firma Behringer präsentiert mit der B205D ihre Interpretation des Klassikers. Hinsichtlich Design und Features sind beide Boxen nahezu identisch, weshalb die nachfolgende Beschreibung für beide Boxen gilt. Unterschiede liegen lediglich im Detail. Der Metallgriff der Mackie ist etwas größer, ebenso die Kühlrippen des Endstufenmoduls auf der Rückseite. Zudem verwendet Mackie Combobuchsen aus dem Hause Amphenol, während Behringer auf einen No-Name-Hersteller zurückgreift.

Beide Boxen verfügen über drei Eingänge (2 x mono, 1 x stereo) und können somit Zuspieler, (Kondensator-) Mikrofone und Instrumente (Hi-Z schaltbar) verwalten. Master-Volume übernimmt die Regelung des Gesamtpegels, während für die drei Eingangskanäle Gain-Potis zur Verfügung stehen. Clip- oder Limiter-Anzeigen gibt es nicht, somit muss man nach Gehör pegeln. Als Treiber kommen einfache 5,25-Zoll-Breitbandtreiber zum Einsatz. Auf der Rückseite notieren wir einen zusätzlichen Mic/Line-Eingang im Combobuchsen-Format und einen XLR-Link-Thru.

Das Netzschalter-/Kaltgerätbuchse-Duo wird bei der Mackie SRM150 von einem Breaker (Sicherungsautomat) begleitet. Bei der Behringer B205D muss die Sicherung an der Kaltgerätebuchse getauscht werden. Beide Boxen bieten ein ähnliches Montagesystem wie die CX5, nur dass bei den Zwillingen die Winkelung auf dem Stativ fest vorgegeben ist. Ein Mikrofonarm lässt sich ebenfalls auf den Gehäuseoberseiten anbringen, passende Adapter liegen bei.

Auf den Zahn gefühlt: Klangliche Unterschiede

Vier Boxen, drei Konzepte – da sind klangliche Unterschiede unvermeidbar. Zum Beispiel schiebt sich the box pro CX5 durch einen Rauschteppich in den Vordergrund, und zwar selbst dann, wenn alle Gain- und Volume-Potis zugedreht sind. Immerhin ist der Geräuschpegel vergleichsweise niedrig, sodass er in einer normalen Live-Umgebung nicht stört. Dass es auch rauschfrei geht, zeigen die übrigen Kandidaten. Beim Sound und Maximalpegel weiß die CX5 allerdings zu überzeugen. Als Zweiwege-System klingt die Box größer, als sie eigentlich ist. Im Mikrofonbetrieb besitzt sie zudem die größten Pegelreserven, dicht gefolgt von der TC-Helicon. Passen muss die CX5 allerdings bei der Phantomspeisung für Kondensatormikrofone, welche die übrigen Kandidaten anbieten.

Der Limiter greift spät ins Geschehen ein und verhindert exzessive Pegel, die den Coax-Treiber zerstören könnten. Die Limiter-LED verrät eindeutig, wenn es der Box reicht. Bei den anderen Boxen im Testfeld gibt es keine vergleichbaren Anzeigen. Die TC-Helicon Voice Solo FX150 besitzt zumindest Clip-LEDs für die Eingangskanäle, einen Master-Limiter kann ich allerdings nicht entdecken.

Die TC-Helicon schneidet bei Klang und Maximalpegel ähnlich gut ab wie die CX5. Sie besitzt als einzige Box im Testfeld neun Hall-Algorithmen, die sich jedem Kanal zumischen lassen.

Mackie SRM150 (Produktseite auf thomann.de)

the box pro CX5 (Produktseite auf thomann.de

Darüber hinaus verfügen die Eingänge 1 und 2 über ein EQ-Preset für Gesangsmikrofone (Vocal Tone). Der Aux-In (Kanal 3) featured einen Voice-Canceling-Effekt, der aus Musik die Stimmen herausfiltert. Das funktioniert gut genug für eine kleine Karaoke-Show. Die Signalverarbeitung der TC-Helicon Box erfolgt digital, daher benötigt sie nach dem Einschalten einige Sekunden zum Booten.

Die Mackie SRM150 und die Behringer B205D sind noch kompakter als ihre Mitbewerber. Dafür erreichen sie aber auch nicht deren Maximalpegel, vor allem wenn man mittels der Klangregelung einen ähnlichen Sound wie den der CX5 oder der TC-Helicon hinbiegen möchte. Mackie und Behringer klingen flacher und nasaler als die großen Brüder. Für Monitorzwecke, Musikwiedergabe oder als Shoutbox ist das Duo dennoch problemlos einsetzbar. Dabei klingt die SRM150 für mich ein wenig aufgeräumter, das aber ist reine Geschmackssache. Beim Maximalpegel liegen beide gleich auf.

Resümee

Unsere vier Kandidaten punkten mit unterschiedlichen Kompetenzen: Während sich die sich die Voice Solo FX150 von TC-Helicon überwiegend an Musiker richtet, werden mit Behringer und Mackie auch die Tontechniker glücklich. Die beiden letztgenannten Modelle unterscheiden sich nur im Detail und klingen sehr ähnlich. Bei den Disziplinen Maximalpegel und Klang kommen sie jedoch nicht an die Kandidaten aus dem Hause Thomann und TC-Helicon ran. Als Shoutboxen an FOH- und Monitorplätzen sind auch sie (wer?) ohne Einschränkungen einsetzbar und verfügen zudem über genügend Drehmoment, um sich in lauter Umgebung durchzusetzen.

Als Bühnenmonitor empfehle ich eher the box pro CX5. Die Box lässt sich mit Hilfe eines Mikrofonstativs und dem beiliegenden Adapter ideal platzieren, ist überraschend laut und überzeugt mit sattem, transparentem Sound. Die TC-Helicon Voice Solo FX150 kann der CX5 das Wasser reichen und klingt sogar einen Tick souveräner. Das allerdings bei nahezu doppeltem Preis. Dafür lässt sich die Box nicht nur als Monitor, sondern sogar als Klein-PA verwenden. Die eingebauten Effekte sind von guter Qualität, ein deutliches Plus. Für den Mini-Gig zwischendurch eine tolle Sache.

  • Spezifikationen
  • the box pro CX5
  • Treiber: 5,25“-Coaxtreiber mit 60 x 60° Hochtonhorn
  • Frequenzgang: 70 Hz – 20 kHz
  • Verstärkerleistung: 120 Watt RMS, 180 Watt Peak
  • EQ: dreibandig mit Festfrequenzen
  • Eingänge: 2 x Mic/Line, Cinch (stereo) und Stereo-Miniklinke
  • Kanäle: 2 x Mono, 1 x Stereo
  • Mikrofonstativhalterung: ja
  • Netzversorgung: Kaltgerätebuchse
  • Besonderheiten: Auto-Power-Funktion, Mikrostativ-Adapter, Tragegriff
  • Abmessungen: 323 x 180 x 205 mm
  • Gewicht: 3,5 kg
  • Preis: 169,- Euro
  • TC-Helicon Voice Solo FX150
  • Treiber: 6,5“-Coaxtreiber von Tannoy
  • Verstärkerleistung: 150 Watt
  • EQ: dreibandig mit Festfrequenzen
  • Eingänge: 2 x Mic/Line, Stereo-Miniklinkenbuchse
  • Ausgänge: 1 x XLR-Thru, 1 x Link-Out (Kanal 1 oder Mix)
  • Kanäle: 2 x Mono, 1 x Stereo
  • Am Mikrofonstativ arretierbar: ja
  • Netzversorgung: externes Netzteil
  • Besonderheiten: Effektsektion, schaltbare Phantompower, One-Click-Montage, digitaler EQ, Gehäuse mit zwei Mikrofonschrägen
  • Abmessungen: 286 x 184 x 210 mm
  • Gewicht: 3 kg
  • Preis: 295,- Euro
  • Behringer B205D
  • Treiber: 5,25“ Neodym-Breitbandlautsprecher
  • Frequenzgang: 105 – 10.000 Hz
  • Verstärkerleistung: 150 Watt
  • EQ: dreibandig mit Festfrequenzen
  • Eingänge: 3 x Mic/Line, Cinch (stereo)
  • Ausgänge: XLR-Thru (Main Mix)
  • Kanäle: 2 x Mono, 1 x Stereo
  • Am Mikrofonstativ arretierbar: Ja
  • Netzversorgung: Kaltgerätebuchse
  • Abmessungen: 185 x 290 x 220 mm
  • Gewicht: 3,2 kg
  • Besonderheiten: Tragegriff, kompakte Abmessungen, schaltbare Phantompower
  • Preis: 187,- Euro
  • Mackie SRM150
  • Treiber: 5,25“-Breitbandlautsprecher
  • Frequenzgang: 100 – 17.500 Hz
  • Verstärkerleistung: 150 Watt
  • EQ: dreibandig mit Festfrequenzen
  • Eingänge: 3 x Mic/Line, Cinch (stereo)
  • Ausgänge: XLR-Thru (Main Mix)
  • Kanäle: 2 x Mono, 1 x Stereo
  • Am Mikrofonstativ arretierbar: Ja
  • Netzversorgung: Kaltgerätebuchse
  • Abmessungen: 173 x 203 x 284 mm
  • Gewicht: 3,4 kg
  • Besonderheiten: Tragegriff, kompakte Abmessungen, schaltbare Phantompower
  • Preis: 329,- Euro

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