Software
Test
3
17.05.2018

Praxis

Simple as that, but somehow stupid


Ein Blick und das Prinzip des Volca Mix ist verstanden. Simpler könnte man einen Mixer auch kaum bauen. Das Platzangebot ist begrenzt, sicherlich, und der Verzicht auf einen EQ zugunsten des Lo/High-Filters ist gelungen – warum man allerdings nur drei Kanäle anbietet, erschließt sich mir nicht. Auf die Lautsprecher hätte ich getrost verzichten können, da sie ohnehin nicht gut klingen.

Dabei fällt mir auf: das Ding ist sehr inkonsequent konzipiert. Dass die anderen Volcas rückseitig Lautsprecher bieten, macht irgendwie noch Sinn, da sie ja per Batterie betrieben werden können und das zu dem ultra-mobilen Ansatz passt. Der Mixer kann aber nicht mit Batterien betrieben werden. Will sagen: Wer sich in den Garten hockt und eine Steckdose für nen Volca Mix frei hat, wird auch noch 'ne vernünftige Box daneben stellen können. Zumal die Speaker ja nicht mal laut gehen und wirklich schlecht klingen. 

Mittelmäßiger Klang


Wie ihr an den folgenden Beispielen hören könnt, ist der Einfluss des Mixers auf den Klang ebenfalls nicht unerheblich. Der Volca Mix klingt flach und raubt den Signalen Attack. Das Filter drückt beim High-Cut zu sehr auf den Bass, was es schwierig macht, das Signal in der Performance zu beherrschen. Gleiches gilt auch für die kurzen Fader. Und das Netzteil streut außerdem unter Umständen mit einem hochfrequenten Fiepen ein!

Es ist jetzt zwar nicht die totale Katastrophe, aber das hätte man echt besser machen können ohne NASA-Technologie verbauen zu müssen. Immerhin verlangt Korg rund 160 Euro für die Kiste, da gibt es nicht nur von No-Name-Firmen bereits richtige, ausgewachsene Mixer für!

Auch hätte man den Clock-Generator weglassen können. Für was man den braucht, erschließt sich mir nämlich auch nicht… Alle anderen Volcas können doch Sync ausgeben?! Ja, und wo ist der MIDI-In für den Clock-Generator? Konkret: Warum soll ich die Clock des Mixers und nicht die des Volca Beats in einem 3er-Setup nutzen. Irgendwie unlogisch! Ein eingebautes Delay, das hätte ich begrüßt! Naja, bastel ich halt das Monotron-Delay dazwischen, Send und AUX-In sind ja da. 

Benutzt man allerdings den AUX-In, kann man wirklich nur drei Volcas nutzen und keinen weiteren Volca Mix dazu chainen. Mann Korg ey, wäre ein echter AUX– zusätzlich zu dem Return vom Send – jetzt ein Problem gewesen?!

Trashige Effekte, but I like


Es überrascht jetzt sicherlich keinen, aber die eingebauten Effekten sind natürlich auch nicht in Studio-Qualität. Habe ich ehrlich gesagt auch nicht erwartet – stört mich auch nicht, im Gegenteil, es ist sympathisch. Der Compressor gefällt mir sogar auf seine Art und Weise, wenn er auch recht wenig Sweetspots besitzt.

Alles in allem ist der Volca Mixer aber was er ist – und das ist für mich auch absolut okay so. Die restlichen Volca Toys freuen sich über die nette Ergänzung, zumal sie endlich passend mit Strom versorgt werden. Schade nur, dass ich bereits vor geraumer Zeit 60 Euro für drei passende Netzteile bezahlt habe. Berücksichtigt man das, relativiert sich der Preis für den Mixer zwar irgendwie und die Qualität für den Rest geht halbwegs in Ordnung. Trotzdem, etwas bessere Audiowerte wären schon schön gewesen, denn die Volcas an sich sind tolle Klangerzeuger, die sich auch vor 1000-Euro-Gear nicht verstecken brauchen. Dass das Netzteil unter Umständen einstreut, ist deshalb nicht okay! Volca FM, Volca Bass, die Kick, Clap und Hihat des Volca Beats sind nämlich echt gute Freunde von mir!

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