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21.06.2012

Kickstart Cubase #3 Workshop

Editing Basics

Grundlegende Audio- und MIDI-Bearbeitung

Das Bild auf der Leinwand wird ausgeblendet, die schummrige Beleuchtung im Saal fährt langsam wieder hoch, und gleichzeitig mit dem Abspann beginnt eine hoffnungslos schmalzige Musik aus den Lautsprechern zu tönen, deren Arrangement zu einem großen Teil auf den Einsatz von Streichern setzt. Über neunzig oder vielleicht sogar weit mehr Minuten hinweg hat ein von vornherein vom Schicksal für einander bestimmtes Pärchen sich unfassbar blöde angestellt und – wer hätte das gedacht – schlussendlich doch noch zusammengefunden. Der Film ist aus, wir wischen uns unauffällig die Tränen der Ergriffenheit oder vielleicht auch des Ärgers aus den Augen und wissen: Jetzt wird alles gut.

Ob das echte Leben genauso romantisch ist, wie es in manchen Filmen dargestellt wird, kann man wohl nicht allgemeingültig beantworten. Eines ist aber sicher: In der Liebesbeziehung mit der eigenen Musik ist es mit dem Beenden der Aufnahmen längst nicht getan. Der Alltag stellt uns beim Bearbeiten der aufgenommenen Tracks immer wieder vor neue kleine oder auch größere Aufgaben, die gekonnt gelöst werden wollen. Cubase aus dem Hause Steinberg bietet zu diesem Zweck mehrere Editoren, mit denen wir uns in dieser Folge der Kickstart-Reihe vertraut machen werden.

Im Fokus stehen vor allem der Sample-Editor (für Audio-Daten) und der Key-Editor (für MIDI-Daten), die sich als die jeweiligen Spezialisten in ihren Bereichen verstehen lassen. Den vollständigen Funktionsumfang zu erfassen, wäre dabei sicher ein etwas zu hoch gestecktes Ziel, und deshalb soll es diesmal vor allem darum gehen, wie sich die einfachen Handgriffe noch etwas einfacher gestalten lassen. Unser leidgeprüftes Gehirn, das natürlich vor allem kreative Einfälle hervorbringen soll, gleichzeitig aber mit der Bedienung einer Software zu kämpfen hat, wird es uns hoffentlich danken.

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Audio-Bearbeitung im Sample-Editor

Audio-Spuren werden bei der Bearbeitung vor allem mit verschiedenen Effekten versehen, deren prominenteste Vertreter der Equalizer und der Kompressor sind. Bevor man solche übergreifenden Maßnahmen durchführt, die gleich eine ganze Spur auf einmal betreffen, empfiehlt es sich aber in vielen Fällen, die gröbsten Ungereimtheiten, die in vielen Aufnahmen auftreten, manuell auszubügeln. Dazu zählt einerseits das Absenken oder Anheben von zu laut oder zu leise geratenen Stellen oder speziell beim Gesang das Absenken der Zischlaute. Der Vorteil gegenüber einer ausschließlich automatischen Bearbeitung mittels Effekt ist klar: Man bekommt auf diesem Weg mehr Kontrolle über das Signal. Vor allem vordergründige Lead-Stimmen verdienen diese gesteigerte Aufmerksamkeit.

In der zweiten Hälfte des Videos ist zu sehen, dass viele Arbeitsschritte ein Öffnen des Sample-Editors und ein Verwenden dieser detaillierten Ansicht nicht einmal voraussetzen. Im Projektfenster von Cubase gäbe es zudem noch weitere Wege, die sich beschreiten ließen, um Anteile einer aufgenommenen Spur (beispielsweise über Schnitte und Crossfades) zu bearbeiten. Damit wird sich ein späterer Teil dieser Reihe noch ausgiebiger befassen.

 

MIDI-Bearbeitung im Key-Editor

MIDI-Daten sind bekanntermaßen weit flexibler als Audio-Daten, da sie nicht den letztendlichen Klang des Instruments, sondern die Informationen zum Material beinhalten, das gespielt werden soll. Welche die wichtigsten dieser Informationen sind, und wie dies im Key-Editor von Cubase dargestellt wird, seht ihr in folgendem Video.

Eine erste Orientierung hätten wir damit hinter uns. Mit dem nächsten Schritt tauchen wir etwas tiefer in die Materie ein und betrachten, wie MIDI-Noten einzeln oder auch flächendeckend bearbeitet werden können. Außerdem machen wir uns mit dem Prinzip hinter den sogenannten Continuous Controllern bekannt, die kurz als MIDI-CCs bezeichnet werden und parallel zu den einzelnen Noten in Controller-Spuren organisiert sind. Neben dem im Video benutzten CC 64 für das Sustain-Pedal, der nur die beiden Werte „gehalten“ oder „nicht gehalten“ kennt, werden in der Praxis häufig auch Bewegungen des Modulationsrads auf dem Masterkeyboard oder Daten eines Expression-Pedals verwendet. Ob der Klangerzeuger hinter der MIDI-Spur diese Befehle überhaupt verarbeiten kann, unterscheidet sich aber natürlich von Synthesizer zu Synthesizer und von Sample-Library zu Sample-Library.

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