Test
4
10.10.2017

Kelly Shu Pro Bassdrum-Mikrofon-Halterung Test

Mikrofon-Halterung

Glücksbringer für Stativ-Einsparer?

Der Klassiker: Die Band hat es sich auf der winzigen Club-Bühne gemütlich gemacht, da hat der Sänger was vergessen und läuft los. „Rumms!“, lautes Krachen wird über die PA im Raum verbreitet, alle drehen sich zum Drummer. So klingt es, wenn man das Bassdrum-Mikrofon entlang des Resonanzlochs im Fell in die Trommel tritt. Aus Versehen, versteht sich. Und dies ist noch eines der harmloseren Szenarien. Glaubt man der Firma Kelly Shu aus Nebraska, haben derartige Missgeschicke mit dem Kelly Shu Pro Mounting System ein Ende. Denn ein Mikrostativ ist schlicht nicht mehr vonnöten, der Raum vor der Kick bleibt frei. 

Als Newcomer ist die kleine Manufaktur in Familienbesitz nicht mehr zu bezeichnen, denn das an ein Hufeisen erinnernde Aluminiumteil wird bereits seit einigen Jahren in kleiner Auflage in den USA produziert. Wer es installieren möchte, muss zwar zunächst etwas basteln, anschließend sollen die Sorgen mit Stolperfallen in Form von Mikrofonstativen aber für immer der Vergangenheit angehören. Und auch Freunden eines geschlossenen Bassdrum-Fells soll das Kelly Shu die interne Mikrofonierung ermöglichen. Die Aufhängung über elastische Bänder soll zudem ein besonders sauberes Signal ohne Trittschalleinflüsse ermöglichen und sogar mehr Tiefbass übertragen, weil keine absorbierenden Schwingungen auftreten. Ob die Konstruktion hält, was sie verspricht, haben wir im Test heraus gefunden. 

Details

Klein und leicht ist die Pappschachtel, in welcher das Kelly Shu ausgeliefert wird. Wer sich gefragt hat, wie das Teil wohl in der Trommel befestigt wird, findet auf dem außen aufgedruckten Foto eines fertig montierten Kelly Shu bereits erste eindeutige Hinweise. Kommen wir aber zunächst einmal zum Inhalt. Insgesamt finden sich fünf unterschiedliche Komponenten im Karton.

Die schlichte Konstruktion besteht aus erstaunlich vielen Einzelteilen

Eine kleinere Schachtel mit vier Fächern, welche zahlreiche Kleinteile beherbergt, lässt mich eine böse Fummelarbeit befürchten, glücklicherweise ist es dann deutlich weniger tragisch als angenommen. Im Einzelnen finde ich zehn etwa zehn Zentimeter lange und an den Enden gelochte Lederstreifen. Im Fach daneben liegen 20 kurze Kunststoffhaken, welche paarweise mit den verbleibenden Teilen – 20 Kunststoffmanschetten und ein einzelnes elastisches Gummiseil – zu den Haltebändern zusammengesetzt werden sollen. Deren Aufgabe besteht darin, das Mikrofon mitsamt Kelly Shu-Halter im Bassdrum-Kessel zu fixieren. 

Unter der Schachtel finde ich den Kelly Shu selbst, welcher aus einem 20 Zentimeter durchmessenden, oben offenen Aluminiumring besteht, der beidseitig mit fünf gummierten Löchern versehen ist. Der untere Teil des Rings ist deutlich dicker und geht in eine Art Führungszunge über, auf der sich das Haltegewinde für das Mikrofon auf einer Länge von guten sechs Zentimetern verschieben lässt. Jeder Unbeteiligte, dem ich die Konstruktion kommentarlos hingehalten habe, hielt sie für ein Hufeisen. Wenn das mal kein gutes Omen ist. Die Verarbeitungsqualität der schwarz anodisierten Skulptur ist makellos. Mal sehen, ob ich es schaffe, sie unfallfrei in meine Bassdrum zu bekommen. 

1 / 3
.

Verwandte Artikel

AKG D112 MKII Test

Schon klar: Das D112 MKII ist der Nachfolger des beliebten Bassdrum-Mikrofons D112 von AKG. Was ist anders?

TAMA TW100 Tension Watch

Gitarristen und Bassisten besitzen alle eines. Bei Trommlern hingegen erregt es immer noch Aufsehen: Das Stimmgerät!

User Kommentare