Gitarre Hersteller_Joyo
Test
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17.03.2021

Praxis

Ich verbinde den Zombie II mit meiner Universal Audio OX Box und wähle eine mit Vintage 30 Speakern bestückte Box aus. Los geht es mit einer Telecaster und allen Reglern des cleanen Kanals in der Mittelstellung.

Heraus kommt ein direkter, in den Mitten ausgehöhlter Sound, der für meinen Geschmack jedoch zu steril klingt. Allerdings sollte man aber auch die Zielgruppe in Betracht ziehen, und die dürfte die überwiegende Zeit eher im Overdrive-Kanal verbringen und den cleanen Kanal somit eher selten bemühen.

Als Nächstes möchte ich herausfinden, wie sich der Gain-Regler bemerkbar macht, und stelle ihn zu diesem Zweck im ersten Durchgang auf 9 Uhr, dann in die Mittelstellung und abschließend auf 15 Uhr.

Der kleine Amp ist auch mit deutlich aufgedrehtem Gain-Regler nicht zum Zerren zu bewegen, dafür erscheint mir der Klang aber etwas dicker. Die Telecaster bekommt etwas mehr Bauch, was wiederum für mehr Wärme im Klang sorgt.

Mal schauen, ob der Tone-Regler ähnlich subtil ans Werk geht.

Der Tone-Regler macht sich definitiv beherzter an die Arbeit als der Gain-Regler, zumindest hier im cleanen Kanal. Nach links gedreht lassen sich die Höhen leicht zähmen, nach rechts gedreht lässt sich selbst der muffigste Humbucker auffrischen.

Im nächsten Beispiel verwende ich ein Dunlop Univibe, das ich mit dem Effekt-Einschleifweg des Zombie 2 verbunden habe.

Das funktioniert erwartungsgemäß ziemlich gut und dank des Effektes dickt der Sound auch ordentlich an.

Bevor es mit dem Overdrive-Kanal weitergeht, möchte ich herausfinden, wie eine mit Humbuckern bestückte Music Man Reflex im cleanen Kanal klingt. Dazu drehe ich alle Regler wieder in die Mittelstellung. Ob die modernere Reflex im Vergleich zur traditionellen Telecaster ähnlich klinisch klingt?

Das lässt sich ganz klar mit einem "Ja" beantworten. Auch mit der Music Man liefert der Amp einen in den Mitten zurückhaltenden, sterilen Cleansound, der mich leider nicht so recht überzeugen kann.

Weiter geht es mit dem Overdrive-Kanal. Zu diesem Zweck verwende ich wieder die Music Man Reflex für die folgenden Beispiele. Zuerst alle Regler auf 12 Uhr:

Schon mit allen Reglern in der Mittelstellung kommt ein stark verzerrter Klang zustande, der deutliche Hochmittenanteile besitzt und mich an ein vorgeschaltetes Wah-Pedal erinnert, das halb durchgetreten wird.

Auch hier möchte ich herausfinden, was der Gain-Regler bewirkt. Ich spiele ihn wieder auf 9, 12, 15 Uhr und in der Maximalstellung an.

Mit dem Gain-Regler in der 9-Uhr-Stellung präsentiert sich ein satter Overdrive-Sound, der sich mit zunehmender Reglerstellung verdichtet und in der Maximalstellung für einen sehr dichten High-Gain-Sound sorgt, der beim Achteln auf der tiefen E Saite für ordentlich "chug" sorgt.

Nun kommt der Tone-Regler an die Reihe. Erst in der Minimal-, dann in der Mittel- und abschließend in der Maximalstellung.

Deutlicher als im cleanen lassen sich die Höhen im Overdrive-Kanal manipulieren und erweitern hier auf jeden Fall das Einsatzgebiet des Amps. Mir gefällt der Klang westlich der 12-Uhr-Stellung gut, denn dort wird ein fetter, breiter Klang generiert, bei dem die Höhen zwar erhalten bleiben, aber deutlich zurücktreten.

Für das nächste Beispiele binde ich ein altes Ibanez Delay-Pedal in den Effekt-Einschleifweg des Verstärkers ein.

Auch das Delay wird erwartungsgemäß in den Sound eingewoben und liefert den gewünschten Effekt ohne Wenn und Aber.

Wie sich der Zombie 2 mit einer auf Drop A heruntergestimmten Baritongitarre verträgt, zeigt das nächste und auch letzte Beispiel. Hier habe ich den Gain-Regler auf 15 Uhr positioniert und schultere eine Cyan Hellcaster.

Und genau hier spielt der kleine Amp seine Stärken komplett aus. Die auf "A" heruntergestimmte H-Saite wird knackig und trocken wiedergegeben, was für das moderne Spiel unverzichtbar ist. Sehr beeindruckend, was der kleine Verstärker hier abliefert, so macht das Spaß! Ich kann mir gut vorstellen, dass der Amp auch in einem Produktionsumfeld genau hier Freunde finden dürfte.

Die 20 Watt Ausgangsleistung reichen zwar nicht für eine Bandprobe aus, aber ganz sicher, um es sich mit seinen Nachbarn zu verscherzen. Und auch der Kopfhörerausgang kann durchaus gefallen, der Klang ist weit vom berüchtigten Rasiererklang entfernt.
Und noch ein paar Worte zur Bluetooth-Schnittstelle: Die Verbindung mit meinem Smartphone gelang vollkommen reibungslos und ermöglichte ohne Probleme das komfortable Übertragen von Musik.

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