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Test
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23.03.2020

JHS Pedals PG-14 Test

Overdrive-Distortion Pedal für E-Gitarre

Zerre mit Charakter

Mit dem JHS PG-14 schneidern die amerikanischen Pedalspezialisten dem ehemaligen Mr. Big Gitarristen und Saitenvirtuosen Paul Gilbert ein Pedal auf den Leib, das weitaus mehr zu bieten hat als die meisten traditionellen Verzerrer. Wer Paul und auch den JHS-Firmenchef Josh kennt, der weiß, dass die beiden eine Menge Humor, aber auch Kreativität besitzen, was einige Produktvideos zum PG-14 sehr anschaulich belegen.
Und so kommt auch diese Produktneuheit mit einer interessanten Klangregelung und einem Preamp-Schaltkreis samt Mittenregelung, der noch vor der Verzerrung angesiedelt ist. Der Name PG-14 ist übrigens auf Pauls Schuhgröße 14 zurückzuführen, die mit der europäischen Größe 48,5 schon fast die Dimension eines kleinen Kajaks besitzt. Pauls Fußgröße hat sicherlich keinen Einfluss auf den Pedalsound, sehr wohl aber die Schaltung. Und welche klanglichen Auswirkungen die hat, wollen wir hier genauer untersuchen.

Details

Gehäuse/Optik

Das JHS PG-14 steckt in einem für JHS typischen Metallgehäuse mit den Maßen 124 x 73 x 58 mm, hellblau lackiert, mit Potis in Pink und Schwarz. Die Farbwahl mag verwundern, aber denkt man an Pauls allererste Ibanez PGM-Modelle, z.B. die PGM200, fällt auf, dass die in einer ganz ähnlichen Farbenpracht auf dem Markt erschienen. Die Bedienelemente unseres Kandidaten versammeln sich in Form von sechs Kunststoffpotis in der vorderen Pedalhälfte und sind dank der weißen Markierung sehr gut ablesbar. Direkt dahinter befindet sich die Grafik eines Turnschuhs mit Paul Gilberts Namen in japanischen Katakana-Schriftzeichen.

Die Klinkenanschlüsse sind wie gewohnt an den Seiten, rechts der Inputs und links der Outputs. Stirnseitig zeigt sich der Anschluss für das optional erhältliche Netzteil, das 9 Volt bereitstellen muss, wobei der Stromverbrauch mit 36 mA angegeben wird.
Der Boden ist mit vier Kreuzschrauben arretiert, allerdings ist Batteriebetrieb für das Pedal nicht vorgesehen.
Zum Lieferumfang gehören ein kleines Manual, ein JHS-Sticker, ein JHS-Button und ein Gravity-Pick.

Bedienung

Kernstück des PG-14 ist eine FET-basierte Verzerrereinheit, die den Sound eines Röhrenverstärkers kurz vor dem Break-Up bereits bei niedrigen Lautstärken generieren kann. Die große Besonderheit ist jedoch, dass ein Preamp-Modul, das sich speziell um das Mittenfrequenzspektrum kümmert, noch vor dem Driveblock geschalten ist. Dies ist sicherlich ungewöhnlich, wird doch z.B. in Amps üblicherweise das Tonestack erst nach der Vorstufe platziert. Paul mag bekanntlich das Stacking von Pedalen, eine Technik, die auch schon ein Stevie Ray Vaughan mit zwei Tubescreamern praktizierte. Etwas ganz Ähnliches passiert hier, wobei der Push-Regler bestimmt, wie stark der FET-Preamp bereits angeblasen wird und als eine Art Pre-Gain fungiert. Ansonsten sind die Potis Volume für die Lautstärke, Drive für den Zerrgrad und Tone für eine einfache passive Klangregelung verantwortlich.
Die Mitten lassen sich mit dem Mid Freq-Regler hinsichtlich ihrer Frequenz zwischen 400 Hz und 7,5 kHz bestimmen und das Mid-Poti bestimmt, um wieviel von maximal +/- 15 dB sie geboostet oder gecuttet werden sollen. Ein Bassregler ist am PG-14 nicht vorhanden.

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