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Test
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17.06.2016

JBL Nano Patch+ Test

Passiver Stereo-Monitorcontroller

Der Simplicissimus

Die Signale, die zu den aktiven Monitorlautsprechern geschickt werden, im Pegel zu verringern – das alleine und nicht mehr ist die wesentliche Aufgabe eines Monitorcontrollers wie des Nano Patch von JBL. Das Plus-Zeichen hinter der Produktbezeichnung suggeriert, dass es wie bei vielen anderen Controllern weitere Features gibt, etwa Mono- und Dim-Funktionen, Quellenanwahl, Auswahl alternativer Speaker und dergleichen. Doch JBLs kleinster Controller beschränkt sich auf das Wesentliche. Der Nano Patch+ ist funktionell gesehen damit kaum mehr als ein Poti. Das zeigt sich auch im Preis, der absolut taschengeldfreundlich ist.

Details

Mit dem analogen Signal in den Nano Patch hinein

Analoge Signale können auf verschiedene Art und Weise anliegen, nämlich als TRS, also symmetrische Klinke, per männlichem XLR-Stecker oder über eine Miniklinke. Währen für die Miniklinke, die die beiden Signale für den linken und rechten Kanal trägt und die beispielsweise von einem Smartphone aus stammen können, mit nur einer Buchse auskommt, wird für XLR und "große Klinke" eine sogenannte Combo-Buchse verwendet, die entweder das eine oder das andere Steckerformat akzeptiert. Korrigiere: Es sind natürlich zwei Buchsen, eine für den linken, eine für den rechten Kanal. Ganz recht, einen Cinch-Eingang ("RCA") gibt es nicht. Wer also mit dieser Hi-Fi-Norm an seine Aktivmonitore gelangen möchte, muss auf einen Adapter zurückgreifen. Halb so wild.

Ausgangsbuchsen

Als Ausgänge stehen TRS-Buchsen zur Verfügung, also symmetrische Klinke. Lautsprecher mit XLR-Eingang müssen dann mit Kabeln von TRS auf XLR male angeschlossen werden. Auch das ist nicht schlimm, weil viele Audio-Interfaces ebenfalls diese Anschlüsse nutzen. Außerdem versteckt sich zwischen den beiden Buchsen ein Ausgang im vorhin beschriebenen Miniklinkenformat. Auch das ist nicht verkehrt, wenn man bedenkt, dass viele der heutzutage geläufigen (und nicht selten gar nicht mal so schlechten) aktiven Hi-Fi-Lösungen neben Cinch mit diesem Format ausgestattet sind. An dieser Stelle sei aber noch kurz die Information untergebracht, dass man besser auf eines der professionelleren Formate setzen sollte, wenn es denn möglich ist: Miniklinke ist besonders mechanisch äußerst anfällig. Und je nach Leistungsfähigkeit der Angeschlossenen aktiven Monitore wird ein Kontakt-Krachen durch die Buchsen-Stecker-Kombination mit vollem Pegel übertragen (da im Signalfluss hinter dem abschwächenden Pegelsteller!). Das kann sehr unangenehm sein…

Genau zwei Dinge sind regelbar

Regelmöglichkeiten gibt es genau zwei. "Leiser" ist stufenlos regelbar, Mute nicht. Erstere ist mit "Master Volume" bezeichnet und das große Poti, welches bei Rechtsanschlag 0 dB Dämpfung bewirkt, und umso stärker dämpft, je weiter gegen den Uhrzeigersinn geregelt wird. Es funktioniert also genauso wie ein Volume-Regler an der klassischen Stereoanlage. Die Dämpfung geht gegen unendlich, wer ohne Reglerbewegung Ruhe im Karton haben will, drückt den Mute-Button (und kann damit den ursprünglichen Pegel durch Un-Mute wieder abrufen).

Beschriebene Buchsen, Drehregler und Schalter haben als gemeinsame Heimat ein Gehäuse, das nicht den Anschein macht, als sei es besonders preiswert: Dickes Blech, eine abgesetzte Volume-Einheit und eine leicht geneigte Pultform lassen das JBL-Gerät durchaus professionell wirken. Das Netzteil wird an der Rücks… Moment: Ein Netzteil ist natürlich nicht notwendig, da der Nano Patch+ erstens passiv arbeitet, also ohne aktive Schaltkreise wie Verstärker, und zweitens nicht einmal Status-LEDs verbaut sind. Wozu auch, schließlich kann man die Mute-Stellung einfach am Schaltstift ablesen (und zur Not einfach mal draufdrücken).

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