Gitarre Hersteller_Jackson
Test
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11.04.2019

Jackson RRX24 Red with Black Bevels Test

E-Gitarre

Winkelakrobat

Die Jackson RRX24 aus der X Serie wurde auf der NAMM 2019 vorgestellt, und wie das Kürzel im Namen erahnen lässt, handelt es sich dabei um eine E-Gitarre in der von Randy Rhoads bevorzugten Ausführung. Und die orientiert sich traditionsgemäß an der klassischen Flying V und wird seit 1982 gebaut.

Ganz nebenbei bemerkt handelte es sich damals auch um das erste Serienmodell, das der US-Hersteller auflegte. Unsere Kandidatin versteht sich also zu Recht als Teil einer echten Gitarren-Dynastie, die über die Jahrzehnte allen Design- und Modetrends widerstand und heute noch so modern wirkt wie vor fast vierzig Jahren. Die RRX24 wurde mit einigen interessanten Features ausgestattet und ich bin sehr gespannt, wo sie in der Randy-Rhoads-Gitarrenfamilie ihren Platz einnimmt.

Details

Die RRX24 wird sicher verpackt, aber nackt in einem Karton geliefert, denn Gig-Bag oder Koffer gehören nicht zum Lieferumfang. Das ist insofern schade, als die Gitarre aufgrund ihrer Bauform eine spezielle Behausung benötigt. Im Karton befindet sich lediglich das Werkzeug, das zum Einstellen des Instruments gebraucht wird.

In einem satten Rot präsentiert sich die RRX24 mit der charismatischen Korpusform, wobei die abgeschrägten Übergänge (Bevels) schwarz lackiert wurden und so Akzente setzen. Die Gitarre kann aber auch in anderen Farbgebungen erstanden werden, zur Auswahl stehen Schwarz/Neongrün, Schwarz/Pink und Schwarz/Gold. Je nach Ausführung besitzen die Gitarren unterschiedliche Korpus- und Griffbretthölzer. Jackson bietet die Wahl zwischen Pappel und Linde für den Korpus und Lorbeer oder Ebenholz für das Griffbrett.

Schauen wir uns unsere schnittige RRX24 einmal etwas genauer an:

Korpus

Ihr Korpus besteht aus Pappel und ist mit dem durchgehenden Hals (neck through) verleimt. Die Lackierung wurde sauber und akkurat ausgeführt und lässt keine Wünsche offen, Lacknasen und ähnliches sucht man hier vergebens. Im Vergleich zur klassischen Flying V von Gibson fällt die untere Zarge kürzer aus, was für ein kompaktes, schnittiges Erscheinungsbild sorgt. Das asymmetrische Design ist mittlerweile selbst zum Klassiker geworden und wird von verschiedenen Gitarrenherstellern übernommen.

Jackson hat eine originale, versenkt angebrachte Floyd-Rose-Special-Tremoloeinheit verbaut, die selbst bei extremer Bedienung für gleichbleibende Stimmung sorgt. Der Tremoloarm wird mit einer Überwurfmutter am System arretiert.

Ein Seymour Duncan Blackouts AHB-1B am Steg und ein AHB-1N am Hals besorgen die Tonwandlung. Dabei handelt es sich um aktive Aggregate, die ihren Strom aus einer 9-Volt-Blockbatterie beziehen, die auf der Rückseite des Korpus unter einem Schnellverschluss untergebracht wird. Die Pickups werden mit einem Dreiwegschalter angewählt, der folgende Schaltmöglichkeiten bietet:

Coil-Splitting ist nicht vorgesehen, sodass sich die RRX24 recht klassisch zeigt und "nur" diese drei Schaltmöglichkeiten zulässt. Jeder Pickup besitzt seinen eigenen Volume-Regler, ein Tone-Regler steht für beide Pickups bereit. Alle besitzen geriffelte Dome-Style-Knöpfe aus Metall, die ein punktgenaues Regulieren auch mit rutschigen Fingern erlauben. Jedoch sollte man beachten, dass der obere Volume-Regler den Hals-Pickup und der Regler darunter den Steg-Pickup bedient, was mich ein wenig verwirrt hat. In der Regel ist der Steg-Pickup die meiste Zeit aktiv und wird auch entsprechend oft angepasst. Da macht die Platzierung des dazugehörigen Potis für mich erst einmal keinen Sinn.

Die Rückseite zeigt die obligatorischen Ausfräsungen für Tremolo und Elektronik. Hinzu kommt der bereits erwähnte Schnellverschluss für die Unterbringung des von den Pickups benötigten 9-Volt-Blocks.

Im Halsfuß befindet sich ein breiter Gurtknopf, der zweite wurde in das längere V-Stück geschraubt, wobei schwarze Filzstreifen eine Beschädigung des Lacks verhindern. Die, wie die übrige Hardware ebenfalls in Schwarz gehaltene Klinkenbuchse wartet ebenfalls in der längeren, oberen Zarge.

Hals

Auf den Ahornhals wurde ein Griffbrett aus Lorbeer (englisch Laurel) geleimt, in das 24 Jumbo-Bünde eingesetzt und nachbearbeitet wurden. Auch hier gibt es keinen Grund zur Kritik, es wurde sauber gearbeitet und auf Hochglanz poliert. Der Hals besitzt neben dem Halsstab eine Graphit-Verstärkung, was für zusätzliche Stabilität sorgt. In das weiße Binding an der Halskante sind kleine schwarze Punkte eingesetzt, die für eine bessere Orientierung sorgen. Auch die Rückseiten von Hals und Kopfplatte wurden rot eingefärbt. Die roten Pearloid Sharkfin Inlays harmonieren optisch sehr gut mit dem Rest der Gitarre und weisen auf dem Griffbrett den Weg.

Die RRX 24 besitzt eine Mensur von 648 mm und einen sogenannten Compound Neck, was bedeutet, dass zugunsten einer ergonomischeren Handhabung der Halsradius in den tiefen Lagen ein anderer ist als in den höheren, was für eine verbesserte Handhabung sorgt. Genauer gesagt liegen die Maße bei 12"-16" (304,8 mm - 406,4 mm) und ich muss sagen, das fühlt sich wirklich sehr komfortabel an. Mehr dazu natürlich später im Praxisteil.

Wie es sich für ein klassisches Floyd Rose-Tremolo mit Feinstimmern gehört, benötigt auch dieses eine Saitenarretierung am Sattel. Der passende Inbusschlüssel liegt im Karton bei. Die Sattelbreite beträgt übrigens genau 42,86 mm.

Der Reverse Headstock beherbergt sechs geschlossene Jackson-Mechaniken, die butterweich und punktgenau die Saiten in Stimmung bringen. Auch der Zugang zum Halsstab befindet sich hier oben an der Kopfplatte direkt hinter dem Sattel und ist mit einem Kunststoffdeckel verschlossen. Soll der Halsstab nachjustiert werden, muss lediglich eine Schraube gelöst werden.

Die in Indonesien gefertigte Gitarre bringt durchschnittliche 3382 Gramm auf die Waage und kann seitens der Verarbeitung auf ganzer Linie überzeugen, womit wir auch schon im Praxisteil angekommen wären.

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