Test
4
18.07.2016

Praxis

Die Multi Crashes besitzen den höchsten Pitch, die Hi-Hats fallen klanglich etwas ab 

Mit schneller Ansprache und mittig rauschendem Sustain können die Multi Crashes überzeugen. Aufgrund des relativ geringen Perforationsgrades zeigen sie den höchsten Grundton sowie den  längsten Ausklang aller X-Ray Crashes. Sie sind außerdem tonal gut aufeinander abgestimmt. Das gilt auch für die drei Chinas, welche durch die Bohrungen gegenüber konventionellen Artgenossen an Trash gewinnen. Dieser fällt allerdings klanglich weniger auf, weil China-Becken ja von Natur aus der stärkeren Modulation verpflichtet sind. Der Effekt der Löcher schlägt sich dafür umso mehr in einer Senkung der Tonhöhe nieder. So klingt schon das 16er Multi so tief und grollend wie manch konventionelles 18er China. Allerdings scheinen die X-Rays im Gegenzug durch die Bearbeitung auch etwas an Lautstärke einzubüssen. Bei der Hi-Hat ist die Abstimmung nicht so gut gelungen. Das glockig-schwere Bottom-Becken dominiert den Klang, wodurch dem Instrument die klangliche Tiefe abhanden kommt. Auch dynamisch hatte ich mehr erwartet, so richtig aufgehen möchten die Becken auch bei kräftigerer Spielweise nicht. Aber hört selbst, ich habe euch natürlich wieder ein paar Soundfiles aufgenommen. 

Die 6er Crashes kombinieren trashige Modulation mit Durchsetzungsfähigkeit

Wer schon einmal das Vergnügen hatte, ein Sabian O-Zone Modell zu spielen, wird sich ein recht gutes Bild von den vier X-Ray 6 Crashes machen können, sind sie doch ähnlich konstruiert. Die jeweils sechs großen Bohrungen verschieben den Klang der dünnen Crash-Becken in Richtung eines rauschigen, komplex modulierenden China-Sounds, wobei das kleine 14er am tonlosesten klingt. Die Strukturunterbrechung durch die großen Löcher wirkt sich hier – wie erwartet – am stärksten aus. Das Becken kann zudem mit sehr schneller Ansprache punkten. Am anderen Ende des Spektrums liegt das massive 19er, welches sich mit einem rauen, wuchtigen Attack als standesgemäßer China-Ersatz für laute Stile empfiehlt. Das 18er wirkt hier etwas milder, beide Modelle kommen allerdings nicht ganz an den runden, ausgewogenen Ton meines HHX O-Zone Crashes heran. Wem das 14er zu splashig klingt und die beiden großen Modelle zu laut und aggressiv, der sollte mit dem 16er gut beraten sein. Sehr gut gefällt mir die tonale Abstufung der 6er Crashes zueinander. Hier könnt ihr euch alle Modelle einzeln und im Groove anhören, im letzten File spiele ich sie alle zusammen. 

Mit rauchigem Sound und schneller Ansprache können die Random-Modelle überzeugen

Wem die anderen Typen der X-Ray Linie zu viel Präsenz besitzen, der könnte bei den beiden Random Crashes fündig werden. Sie bieten eine nochmals schnellere Ansprache als die Multi- und 6- Versionen, den tiefsten Grundton und das gleichzeitig kürzeste und komplexeste Sustain. Durch die starke strukturelle Beeinträchtigung aufgrund der vielen Löcher besitzen sie zudem den tonlosesten, luftigsten Klang. Obwohl sie alleine gespielt durchaus angriffslustig wirken, trägt ihr Klang innerhalb lauter Musik nicht sehr weit. Hier seid ihr mit den großen 6er Crashes besser bedient. Was der 14er Multi Hi-Hat fehlt, hat die 16er Random-Version, nämlich echten Effekt-Charakter. Sie überzeugt mit toller Dynamik und einem reibend-papierartigen Attacksound, der eine tolle Alternative zu einer regulären Hi-Hat darstellen kann. Geöffnet können diese Hi-Hats zwar keine Rockband vor sich her treiben, da ihnen hierfür die tonale Substanz fehlt, in elektronischen Kontexten dürfte sich der komprimiert wirkende Klang aber sehr gut einsetzen lassen. Wie vermutet, ähnelt, neben der Optik, auch der Sound der X-Ray Random Modelle jenem der Paiste PST-X Swiss Becken. 

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare