Test
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03.05.2021

Istanbul Mehmet IMC Natural und Brilliant 4-Piece und 3-Piece Sets Test

Becken Sets

Natürlich oder poliert?

Heute haben sich mal wieder Beckensets im Teststudio eingefunden, diesmal aus der neuen IMC-Serie des türkischen Herstellers Istanbul Mehmet. Dass sich solche „Rundum-sorglos-Pakete“ ungebrochener Beliebtheit erfreuen, dürfte kaum jemand abstreiten, der sich durch die Angebotslisten der Händlerseiten klickt. Natürlich fällt die Investition zunächst etwas höher aus, zwei Argumente sprechen allerdings trotzdem für so eine Werkszusammenstellung. Das erste ist der Preis, denn nicht selten gibt es eines der Instrumente im Set – im Vergleich zum Einzelkauf der enthaltenen Modelle – geschenkt. Das zweite betrifft den Umstand, dass die Becken im Werk so selektiert werden, dass sie optimal miteinander harmonieren. 

Preislich liegen unsere Kandidaten im Segment der unteren Mittelklasse und damit sogar noch etwas unterhalb der beliebten Samatya-Beckenserie. Im Gegensatz zu diesen ist die Auswahl bei den IMCs jedoch auf sehr wenige Modelle beschränkt. Dafür gibt es aber vier Sets und zwei Finish-Optionen. Fans von Chinas, Splashes, gelochten oder sonstwie speziell bearbeiteten Instrumenten dürften hier also nicht auf ihre Kosten kommen, wer jedoch ein Basis-Set zum bezahlbaren Kurs sucht, schon eher. Was die Becken tatsächlich so können, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Die IMC Becken werden aus B20-Bronze gefertigt

Schwarze Taschen aus Nylonmaterial sind das erste, was mir beim Öffnen der Versandkartons  ins Auge fällt. Wer sich nämlich für ein Set der IMC Becken entscheidet, bekommt so ein Transportbehältnis dazu. In jedem befinden sich jeweils eine 14er Hi-Hat, ein 20er Ride sowie Crashbecken in 16 und 18 Zoll. Bei den beiden 3-Piece Sets fehlen die 18er Crashes, ansonsten bleibt alles identisch. Der einzige Unterschied der Sets besteht in der Oberflächenbehandlung der enthaltenen Instrumente. Eines ist im matten Naturfinish gehalten, das andere hochglanzpoliert. Nicht nur optisch gibt es damit eine interessante Alternative, auch klanglich könnte sich das Finish auswirken. So wird polierten Becken ein etwas weicherer, leicht „entschärfter“ Klang nachgesagt, bei natürlich gehaltenen Instrumenten geht es minimal dreckiger zu. 

Bei der Inspektion der einzelnen Modelle fällt mir zunächst auf, dass mir wenig auffällt. Wir haben es mit ganz klassisch geformten Instrumenten zu tun, Extravaganzen gibt es hier nicht. Als Material  kommt hochwertige B20-Bronze zum Einsatz, was die Becken auch durch einen entsprechenden Aufdruck im IMC-Logo kundtun. Wie genau die Serie gefertigt wird, bleibt im Verborgenen, Istanbul Mehmet spricht von modernen Fertigungstechnologien. Ich vermute, dass hier genauso gegossen und abgedreht wird wie bei den meisten anderen türkischen B20-Becken auch. Ob bei der Hämmerung eine Maschine assistiert, ist nur eine Spekulation. Keine Spekulation hingegen sind die Gewichte der Becken, denn die werden auf meiner Digitalwaage recht exakt angezeigt. Wie erwartet, haben wir es mit mittelleichten Instrumenten zu tun. Dazu weiter unten mehr.

Alle Modelle weisen ein feines, beidseitiges und vollflächiges Abdrehmuster auf, die Hämmerung ist deutlich sichtbar, fällt jedoch nicht allzu tief aus und ist relativ gleichmäßig gesetzt. Die Kuppen bleiben vom Hämmern verschont, beim Ride fallen sie im Verhältnis deutlich größer aus. Auf den Innenseiten der Kuppen hat Firmenchef Mehmet Tamdeger seine Signatur platziert, was für ein kleines bisschen Oberklasse-Feeling sorgt. 

Die Crashes sind eher dünn, die Rides etwas schwerer  

Auch die Gewichtung der Becken zeigt, dass ein weiter Einsatzbereich mit dem Fokus auf Backbeat-orientierte Musik das Entwicklungsziel war. So zeigt die Waage bei den Natural Crashes 970 und 1390 Gramm an, das 16er Brilliant entspricht ziemlich genau dem Natural, das 18er Brilliant kommt auf 1450 Gramm. Auch die Rides sind nahezu identisch gewichtet, sie liegen bei etwa 2400 Gramm. Damit würde ich die 16er Crashes im Verhältnis als thin, die 18er als medium-thin und die Ridebecken als medium einstufen. Bei den Hi-Hats pendelt sich die Anzeige jeweils bei knappen 1000 Gramm für das Top und 1170 Gramm für das Bottom ein, womit wir hier im medium-thin Bereich liegen. 

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