Test
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31.07.2019

Praxis

Der dunkle Klangcharakter erweist sich als sehr Recording-freundlich

Dass die Black Sea 1623 nicht laut und brillant klingen würden, war natürlich keine wirkliche Überraschung. Besonders die Crashes geben sich in puncto Obertonentwicklung sehr zurückhaltend, aber auch die Rides und die Hi-Hat fallen durch ein sehr gutmütiges Wesen auf.  Damit passen sie perfekt zum aktuellen Trend dunkler, trockener und Recording-freundlicher Becken, welche den Trommelklang nicht mit übermäßiger Penetranz und Lautstärke überdecken, sondern schnell da und ebenso schnell wieder verklungen sind. Sehr gut gefällt mir die gute tonale Abstimmung zwischen den aufgehängten Becken. Hören wir uns die einzelnen Modelle mal genauer an.

Die Rides klingen dunkel und komplex

Unsere beiden Test-Rides liefern jene Sounds, die man automatisch mit handgehämmerten Becken türkischer Herkunft assoziiert. Ihr Anschlag ist trocken und dunkel, danach folgt ein relativ komplexer, leicht „dreckig“ modulierender Ausklang. Das 22er ist tonal deutlich tiefer angesiedelt und besitzt ein schön weiches Spielgefühl, während das 20er haptisch etwas stabiler und klanglich präsenter daher kommt. Beide Modelle eignen sich sehr gut für große, aber gleichzeitig kontollierbare Crashes. Gut gefallen mir auch die Kuppen, die nicht zu stark integriert sind und sich damit klanglich gut absetzen. Fans von Zildjians Special Dry Serie, den dunklen Meinl Byzance oder auch Sabians Big&Ugly Modellen dürfen sich hier über deutlich günstigere Alternativen freuen.   

Auch die Crash-Becken besitzen nur wenige Obertöne

Was für die Rides gilt, können die Crashes in noch höherem Maße für sich beanspruchen. Sie sind wirklich sehr dunkel, obertonarm und fallen nach dem Anschlag äußerst zügig wieder ab. Interessanterweise wirken sie dabei nicht zu belegt, sondern liefern besonders bei Aufnahmen einen klaren Crashsound. Das liegt sicherlich auch daran, dass sie deutlich moderater gehämmert werden als manch andere Modelle dieser Bauart. Zudem verfügen sie über genügend Masse, um noch ausreichend Projektion zu liefern. 

Die Hi-Hats lassen sich sehr artikuliert spielen

Dass die Hi-Hats im Vergleich über die höchsten Gewichte verfügen, stellt sich im Einsatz als gute Entscheidung der Istanbul Mehmet Entwickler heraus. Sie klingen nämlich einerseits trocken und Mikrofon-freundlich, andererseits erlaubt die höhere Steifigkeit schnelle und artikulierte Figuren, die auch in lauterer Musik nicht untergehen. Aufzieher klingen eine Spur kehlig, im Set wirkt das Ganze trotzdem sehr homogen. Auch im getretenen Spielmodus können sie sich gut durchsetzen und gehen nicht unter.

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