Test
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15.01.2020

Praxis

 

Ultradunkel fauchend kommen die Crashes und das Splash daher

Im Einsatz bestätigen sich die klanglichen Vermutungen. Zunächst fällt auf, wie tief bereits das kleine Splash klingt, Fans heller, spritziger Sounds sollten von diesen Becken definitiv Abstand nehmen. Das heißt aber nicht, dass die Xist Dry Dark Crashes schlecht klingen, im Gegenteil. Sie reagieren sehr schnell auf den Stockanschlag und erzeugen dann einen dichten, extrem tief rauschenden Crashsound, wobei das 13er einen eher splashigen Charakter besitzt und als perfektes Bindeglied zwischen dem 10er und den großen Crashes fungiert. Ride-Qualitäten besitzt übrigens selbst das 20er nicht, die Kuppen aller Rides klingen eher matt und integriert. Die tonale Abstimmung zwischen den Größen finde ich – trotz des hohen Rauschanteils – gelungen. 

Die Hi-Hats decken eine große Soundpalette ab

Bei den drei Hi-Hats setzt sich der dunkle Charakter der Serie fort. Die 10er ist natürlich eher als Effekt verwendbar, bietet beim regulär montierten Spiel aufgrund des stabilen Bottoms aber genügend Rückmeldung und Präzision. Mein persönlicher Favorit ist jedoch die toll klingende 13er, welche mit einer wirklich guten Ansprache und rauchig-tiefem Sound überrascht. Wer also eine schnelle Hi-Hat sucht, die aber tiefer klingt und damit für Recording-Situationen gut geeignet ist, sollte dieses Teil unbedingt mal ausprobieren. Die 17er verhält sich naturgemäß deutlich träger und erzeugt sehr weiche, tiefe Klänge. Hier fallen auch die welligen Beckenränder stärker ins Gewicht, denn besonders im getretenen Modus fehlt es hier etwas an Präsenz und Klarheit. Schnelle Figuren mag sie nicht so sehr, ihr Metier sind eher unaufdringliche, weiche Klangteppiche. Toll an allen Hi-Hat-Modellen ist natürlich die Möglichkeit, die Becken zu trennen und das Top als Crash zu verwenden oder nach Belieben mit anderen Instrumenten zu „stacken“. 

Die Rides könnten unterschiedlicher nicht klingen

Anders als die Crashes, liefert das 19er Ride einen zwar nicht allzu lauten, aber sehr definierten, für die Größe überraschend dunklen Anschlagston, welcher schnelle Figuren und eine sehr gute Kontrolle ermöglicht. Von allen Testbecken klingt es am metallischsten, sein Gewicht verleiht ihm zudem ein weniger weiches Spielgefühl. Anders als erwartet, hebt sich der Klang der Kuppe kaum von jenem des Profils ab, was die Möglichkeiten natürlich etwas limitiert. Extrem kurz und trocken kommt auch der Crashsound rüber. Dies lässt sich auch vom 20er Flat Ride behaupten, was möglicherweise sogar noch untertrieben ist, denn dieses Becken ist wirklich speziell. Es erzeugt einen tickenden, klaren Anschlagston, gefolgt von einem leisen, fauchenden Röcheln. Aufgrund der fehlenden Kuppe besitzt es keinerlei Obertöne und auch nichts von der tonalen Substanz normaler Ridebecken. Die Biegung sorgt zudem für eine weitere Schwingungsunterbrechung, was zu einem extrem kurzen Ausklang führt. Auch die Spielposition ist interessant. Wenn man das Becken per Filz und Schraube ein bisschen stärker fixiert, dreht es sich nicht und man erhält eine komfortabel ausgerichtete, große Stockfläche. Dieses Ride ist ein absoluter Spezialist für Freunde ungewöhnlicher Klänge. 

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