Test
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09.07.2015

Praxis

Dünne Hi-Hats mit dem gewissen Etwas

Alle Hi-Hat Modelle vereinen einen runden, traditionellen Sound mit einem Hauch modernem Trash, der vor allem durch die sehr dünnen Top-Becken begründet ist. Auffallend ist das trockene und kurze Sustain bei geschlossener Spielweise. Wer einen kontrollierten Sound mit der nötigen Stockdefinition und einer ordentlichen Portion Vintage-Charakter bevorzugt, wird hier seine Freude haben. Vor allem die 16 Zoll Ausführung erinnert sehr an Steve Jordans wuchtig-breiten und trotzdem definiert klingenden Hi-Hat Sound. Aufgrund der Tatsache, dass das Bottom-Becken kaum stärker ausfällt als das obere, ist der Chick-Sound beim Treten der Hi-Hat nicht besonders kräftig. Für den einen fügt sie sich dadurch unaufdringlich ins Klangbild ein, dem anderen hingegen fehlt hier womöglich die Durchsetzungskraft im lauteren musikalischen Kontext.

Ein wildes Fauchen – das Crash

Aufgrund seines geringen Gewichts öffnet sich das 18 Zoll Crash Becken nach dem Anschlag sehr schnell und klingt ebenso zügig und gleichmäßig wieder ab. Auffällig ist der etwas fauchige, modern-trashige Sound, der das Becken sehr speziell, charaktervoll und durchsetzungsfähig, aber sicher nicht zu einem Allround-Crash macht. Dafür eignet es sich aber auch für filigrane Ride-Figuren und macht somit auch als Left Side Ride eine sehr gute Figur. In den folgenden Soundbeispielen könnt ihr das Crash solo und im Zusammenspiel mit der 14 Zoll Hi-Hat hören. Außerdem ist es bei allen anderen Groove-Bespielen als Crash zu hören.

Dicke Brummer – die Rides

Ein angenehmer Rebound mit klarer Stockdefinition und leichtem, unterschwelligem Wash kennzeichnet das 22 Zoll Ride. Dabei fügt sich die Bell homogen ins Klangbild ein. Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten ist dieses Becken relativ massig geraten, wodurch es sich beim Crashen etwas grob anfühlt. Leider entwickelt es dabei auch einen auffällig brummenden Basston, der den Sound etwas unausgewogen erscheinen lässt. Vor allem im Spiel mit Mallets durchdringt dieser Ton den sonst schönen Charakter des Beckens.Das mächtige 24 Zoll Ride hingegen präsentiert sich mit einem gut ausgewogenen, vollen Klangspektrum. Ein holziger Sticksound trifft auf brillante Obertöne und tonalen Facettenreichtum. Das Ride lässt sich trotz seiner Größe gut ancrashen, bleibt stets kontrolliert und überzeugt durch sein angenehmes Spielgefühl. Der komplexe Sound der Bell sticht nicht unangenehm heraus und erlaubt feine Akzente im sonst homogenen Grundrauschen des Beckens. Bei härterer Gangart kann das Becken brachial laut werden und offenbart die gesamte Power von 24 Zoll.

In den folgenden Beispielen hört ihr die Becken der Serie in verschiedenen Konstellationen:

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